DTM: Alle Meisterautos von 1984 bis heute

DTM: Rookie René Rast ist Meister

— 15.10.2017

Mit Rast siegt auch Rosberg

ABMS-Pilot René Rast krönt sich zum DTM-Champion 2017. Vor allem seine Stärke im Qualifying macht sich für den Motorsport-Allrounder bezahlt.

„Jaaaaaaa, jaaaaaaa, jaaaaaaa!“, schreit René Rast in den Funk. Kurz muss er nach Überfahren der Ziellinie in Hockenheim noch warten, dann darf der neue Meister seinen Emotionen freien Lauf lassen. Die Plätze drei für Mike Rockenfeller, fünf für Jamie Green und acht für Mattias Ekström reichen den Konkurrenten nicht, um Rast im Titelrennen noch abzufangen. Mit Platz zwei im letzten Rennen der Saison krönt sich der ABMS-Pilot zum Titelträger 2017 - in seiner ersten vollen DTM-Saison.



„Das war einer der emotionalsten Moment meines Lebens“, sagt Rast wenig später - schon im Cockpit kommen ihm die Freudentränen. Denn wenn Rast vor etwas mehr als einem Jahr, bei seinem DTM-Debüt als Ersatzfahrer für Adrien Tambay in Zandvoort, jemand gesagt hätte, dass es nur 14 Monate später zum Titel reichen würde, „hätte ich ihn wohl für verrückt erklärt. Das war damals so weit weg wie der Planet Pluto.“

Platz zwei reichte René Rast im ABMS-Audi zum Titel

Rast, der „Rookie“, der doch über mehr Erfahrung im Motorsport verfügt als die meisten seiner Kontrahenten. „Ich war schon oft in solchen Situationen, wenn auch in anderen Serien“, hat der Audi-Pilot noch vor dem Start gesagt und seinen Plan „die Ruhe zu bewahren“ anschließend eindrucksvoll umgesetzt. Auch im ADAC GT Masters wurde Rast schon Meister, im Porsche Carerra Cup sogar zweimal und im Porsche Supercup dreimal. Hinzu kommen Siege bei den prestigeträchtigen 24-Stunden-Rennen in Daytona, am Nürburgring und in Spa.

Der DTM-Titel 2017 ist aber Rasts mit Abstand größer Erfolg bisher. Und einer, für den der Motorsport-Tausendsassa lange kämpfen musste - denn in der DTM ist er mit 30 Jahren ein Spätberufener. Rast: „So wirklich ist es noch nicht angekommen, was da gerade passiert ist. Das muss erst einsinken und in den nächsten Tagen werde ich dann realisieren, was ich erreicht habe.“ Statt Wasser werde er am Abend ausnahmsweise mal einen Wein trinken. „Aber danach liege ich wahrscheinlich unterm Tisch, weil ich keinen Alkohol vertrage.“

Jubel am Podium: Rast schreit seine Freude raus

Gemeinsam mit Rast feiern dann auch Keke und Nico Rosberg. Dem Formel-1-Champion von 1982 gehört das Team, in dem Rast fährt. Keke und Sohnemann Nico Rosberg haben sich nach dem Triumph via Privatjet gleich auf den Weg nach Hockenheim gemacht, um bei der großen Party des Teams dabei zu sein. Bei dieser wird mit Jamie Green selbst einer der Geschlagenen nicht fehlen: „Glückwunsch an René. Es war eine tolle Performance von ihm und unserem ganzen Team Rosberg“, zeigt sich der Brite als fairer Verlierer.

Auch Vizemeister Mattias Ekström spricht Rast trotz seiner eigenen bitteren Niederlage „ein großes Kompliment“ aus. Dem Schweden fällt dabei auch auf: „René war vor allem in den Qualifyings brutal schnell. Da habe ich diese Saison was liegen lassen.“

In der Tat hat Rast vom neuen Punktesystem profitiert, bei dem die Top-3 des Zeittrainings Zähler abgreifen können. 17 Punkte holte Rast nur aus den Qualifyings - mehr als jeder andere Fahrer im Feld. „René hat gerade im Quali immer wieder abgeliefert, kommt da im Durchschnitt auf Platz 4,6. Der nächstbeste Qualifyer gerade mal auf 6,0“, rechnet Audis DTM-Leiter Dieter Gass vor und bestätigte damit Ekströms Vermutungen: Am Ende war das der Schlüssel auf dem Weg zur Sensationsmeisterschaft.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen