DTM Saisonvorbereitung

Opel Vectra GTS V8 Opel Vectra GTS V8

DTM Saisonvorbereitung

— 19.02.2004

Ring frei für den Hoffnungsträger

Der neue Vectra GTS V8 soll Opel in der DTM endlich wieder auf die Siegerstraße bringen. Doch bei der Entwicklung haben die Konkurrenten von Audi und Mercedes-Benz bereits einen Vorsprung.

Viel im Windkanal gearbeitet

Da rollt was auf uns zu! Wie ein großer, schwarzer Rochen wirkt der neue Vectra GTS V8. Extrem flach, lang gestreckt, mit spitz zulaufenden hinteren Kotflügeln – so will Opel beim DTM-Auftakt in Hockenheim am 18. April wieder ganz vorn fahren. Rein optisch hat die fünftürige Fließhecklimousine das Zeug dazu. Die Karosserie ist so tief gelegt, dass die vorderen Radabdeckungen sogar höher stehen als die Motorhaube.

Cheftechniker Günther Steiner hat konsequent den Schwerpunkt des Autos abgesenkt. Gerade hier hatte der erfolglose Astra aus dem Vorjahr Nachholbedarf gegenüber DTM-Platzhirsch Mercedes-Benz. Selbst die Streben des Überrollkäfigs verlaufen weit unterhalb des Dachs, der Fahrer sitzt nur noch wenige Zentimeter über dem Asphalt. "Das Auto sieht wesentlich schneller aus als der Astra 2003. Die aerodynamischen Details verraten: Opel hat viel im Windkanal gearbeitet. Alles ist auf maximalen Abtrieb ausgerichtet", beurteilt DTM-Experte Klaus Ludwig den Hoffnungsträger der Rüsselsheimer.

Seinen ersten Funktionstest bestand der Vectra jedenfalls ohne Probleme. Sportchef Volker Strycek und Testfahrer Marcel Tiemann, der sich anstelle von Manuel Reuter konsequent um die Weiterentwicklung des neuen Autos kümmern soll, fuhren zwei Tage lang im französischen Colmar. "Ich war positiv überrascht. Trotz der größeren Karosserie und der noch weiter nach hinten gerückten Sitzposition war die Übersicht kein Problem", berichtete Tiemann.

Frentzen baut auf Fitness

Den ersten echten Test wird Opel-Star Heinz-Harald Frentzen zusammen mit Laurent Aiello noch in dieser Woche in Estoril (Portugal) absolvieren. Dabei steht der erste aussagekräftige Vergleich mit dem Vorjahresauto im Vordergrund.

Noch ist die Verteilung der Opel-Piloten auf die Einsatzteams nicht festgelegt. Ausschlaggebend dürfte dabei sein, wo Frentzen fährt. Möglicherweise hat sich der Ex-F1-Vizeweltmeister ein Wahlrecht eingeräumt. Wahrscheinlichstes Szenario: Der Tourenwagen-Neuling fährt für Holzer, um möglichst nah beim OPC-DTM-Center in Bobingen (nur wenige Kilometer vom Holzer-Team in Augsburg weg) zu sein. Neben den Tests steht bei Frentzen die körperliche Saisonvorbereitung im Vordergrund. "Endlich habe ich mal wieder richtig Zeit, um meine Fitness auszubauen", freut sich der Mönchengladbacher.

Schon innerhalb der nächsten 14 Tage sollen ein zweiter und dritter neuer DTM-Vectra fertig gestellt werden. Gerüchte, dass beim Saisonstart neben vier Vectra zunächst zwei 2003er Astra zum Einsatz kommen, weist Sportchef Strycek zurück: "Unser Ziel ist es, in Hockenheim sechs neue Vectra am Start zu haben. Nach momentanem Stand bin ich zuversichtlich, dass wir das schaffen werden."

Entwicklungsvorsprung für Audi

Doch allem Optimismus zum Trotz: Opel hinkt im Testzeitplan der Konkurrenz wieder einmal hinterher. Audi absolvierte schon Ende 2003 das Rollout des neuen A4 DTM und spulte Mitte Januar an fünf Tagen in Jerez (Spanien) mehr als 1000 Kilometer bei Testfahrten ab. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden bei Audi Sport in Ingolstadt bereits umgesetzt, denn schon in der kommenden Woche stehen die nächsten Versuchsfahrten in Jerez an. Dann sollen bereits verschiedenste Feder- und Dämpferabstimmungen miteinander verglichen werden. Audis Entwicklungsvorsprung auf Opel beträgt also mindestens vier Wochen.

Der seit Juli 2003 grundlegend weiterentwickelte V8-Motor des A4 ist so gut wie fertig. Noch steht lediglich ein Dauerlauf über knapp 6000 Kilometer auf dem Motorenprüfstand aus. "Sollten dabei keine Probleme auftreten, dann können wir uns in Ruhe an die Fertigung der Motoren machen. Komponenten, die erst in der Woche vor dem ersten Rennen fertig werden und nicht ausreichend ausgetestet sind, waren noch nie unsere Art", betont Audi-Motorenchef Ulrich Baretzky.

Nach dem ersten Rollout Ende Januar in Barcelona geht auch bei Mercedes-Benz die Testarbeit mit der neuen C-Klasse in die heiße Phase. Noch in dieser Woche soll die jüngste Schöpfung von Chef-Konstrukteur Gerhard Ungar in Jarama vier Tage kreisen. An gleicher Stelle wird auch das Team Rosberg erste Tests mit dem 2003er CLK DTM fahren. Obwohl Thomas Jäger als Pilot für das letzte noch freie Jahreswagen-Cockpit so gut wie feststeht, sollen noch eine Reihe weiterer Fahrer die Möglichkeit bekommen, den Vorjahres-Mercedes-Benz zu testen.

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