DTM

DTM schwächelt im TV

— 21.11.2016

ARD fordert Maßnahmenkatalog

Die TV-Quote der DTM ist erstmals unter die Millionen-Grenze gefallen. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zieht bei AUTO BILD MOTORSPORT Bilanz.

Der Titelkampf blieb in der DTM 2016 bis zu den letzten Metern spannend. Erst im letzten Rennen sicherte sich BMW-Pilot Marco Wittmann nach 2014 seinen zweiten Titel. Am Ende hatte der 26-Jährige ganze vier Punkte Vorsprung vor seinem Audi-Konkurrenten Edoardo Mortara.

Mehr Fans vor den Fernseher locken konnte die DTM aber nicht, unter dem Strich ist die TV-Quote der Tourenwagenserie erstmals unter die magische Millionen-Grenze gefallen. 940.000 Zuschauer waren im Schnitt bei den insgesamt 18 Rennen der Saison in der ARD live dabei. 2015 waren es noch 1,01 Millionen gewesen. Alarmierend: Seit 2005 hat die DTM exakt eine Million Fans verloren. 2013 waren es immerhin noch 1,2 Millionen im Schnitt gewesen. Die Verantwortlichen in der DTM stehen dieser Entwicklung relativ ratlos gegenüber.
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Die ARD sieht vor allem die Olympischen Spiele in Rio und die Fußball-EM in Frankreich als Gründe für den Rückgang. „Insbesondere die konkurrierenden Großereignisse haben den Einschaltquoten der DTM in diesem Jahr sicherlich nicht gut getan. Das Zuschauerinteresse ist in diesem Jahr zwar leicht niedriger als 2015 gewesen, aber auf einem ähnlichen Niveau geblieben wie im Vorjahr. Das ist schade, da die sportliche Spannung ja bis zum Schluss durchaus vorhanden war“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky AUTO BILD MOTORSPORT.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky

Positiv sei allerdings, dass die Übertragungen am Samstag an Zuschauerinteresse deutlich zugenommen hätten, seitdem am Samstag auch Rennen stattfänden. „Das ist doch immerhin ein Fortschritt“, so Balkausky. Fehlende oder unzureichende Emotionen im Rahmen der Übertragung werden immer wieder als Kritikpunkt angefügt. BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt schaut sich die Rennen zum Beispiel im Nachgang nochmals an. „Ich glaube, manches ist, wenn man es mit Abstand anschaut, deutlich emotionsloser, als man es selber erkennt und wahrnimmt. Daran muss man arbeiten: Wie kann ich es so emotional, wie ich es da empfunden habe, auch live rüberbringen“, meinte dann auch Marquardt im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT.

Balkausky spielt den Ball zurück. „Emotionen entstehen durch das Ereignis. Da besteht sicher Nachholbedarf“, meinte er und formulierte für die kommende Saison einen klaren Auftrag an die DTM, was die Serie besser machen müsse: „Ein für die Zuschauerinnen und Zuschauer einfaches und nachvollziehbares Reglement, spannendere Rennverläufe, deutliche Fokussierung auf den Fahrer als wichtigstes Element des Sports.“

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Picture-Alliance

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