DTM: Spannendes Saisonfinale

DTM: Spannendes Saisonfinale

— 26.10.2009

Timo Scheider wieder Champion

Lange galt Timo Scheider (30) in der DTM als ewiges Talent. Schnell, viel Potenzial, aber glück- und erfolglos. Erst bei Audi wurde er zum Siegfahrer. Jetzt holte er seinen Titel in Folge.

Er hat’s noch einmal getan. Der DTM -Champion 2009 heißt Timo Scheider . Wie schon 2008. Titelverteidigung? Das gab es in den 23 Saisons der alten (1984 – 1996) und neuen DTM (seit 2000) erst einmal. Mercedes-Aushängeschild Bernd Schneider , heute 45 Jahre alt, war insgesamt fünf Mal DTM-Champion, 2000 und 2001 in Folge. Er reihte sich nach dem Finale 2009 auf dem Hockenheimring in die lange Reihe der Gratulanten ein. "Ich gratuliere ihm ganz herzlich. Zweimal hintereinander den DTM-Titel zu gewinnen, ist unglaublich schwer. Er hat es voll und ganz verdient", lobte "Mister DTM".

Scheider auf der Strecke cool bis in die Haarspitzen

Im Focus der Fotografen: Audi-Werkspilot Timo Scheider in der Startaufstellung.

Das Saisonfinale absolvierte der zuvor sichtlich angespannte Scheider auf der Strecke cool bis in die Haarspitzen. Das  knallharte Duell um die Führung zwischen seinem Audi-Werkskollegen Mattias Ekström (31), selber schon zweimal DTM-Champion (2004, 2007), diesmal aber vor dem letzten Saisonlauf ohne Titelchance und Mercedes-Speerspitze Gary Paffett (28, Meister 2005) beobachtete Scheider als Dritter der ersten Runden von einem Logenplatz. "Es war ein Augenschmaus zu sehen, wie der Gary (Paffett) und der Eki sich beharkt haben. Die beiden haben sich wirklich nichts geschenkt. Mit etwas mehr Mut hätte ich mich vielleicht in Führung pressen können, aber das war mir zu riskant. Deshalb habe ich mich zurückgehalten und versucht, alles am Auto zu halten, was Performance bringt. Das ist mir gelungen."

Paffett holte vier Saisonsiege, Scheider nur deren zwei

Dreikampf: Mattias Ekström (v.), Gary Paffett (l.) und Timo Schieder (verdeckt) streiten um die Führung im letzten Saisonrennen der DTM.

Taktisch klug hielt sich Scheider aus jedem Zweikampf raus. Als Ekström mit defektem Kühler ausfiel, folgte Scheider dem führenden Paffett 36 Runden lang wie ein Schatten. Den Sieg des Briten, es war dessen vierter Saisonerfolg, konnte Scheider ebenso wenig verhindern, wie sein zweiter Platz in Gefahr war. Dass Paffett mit diesem Erfolg auf vier Saisonsiege kommt, Scheider selber es nur auf zwei Siege bringt, nimmt der Wahl-Österreicher gelassen: „Seit ich in der DTM bin, hat immer derjenige die Meisterschaft gewonnen, der am Ende die meisten Punkte hatte. Und das bin ich. Es ist toll, dass wir es wieder geschafft haben, den Titel zu gewinnen. Ich durfte diesen Traum nun schon zum zweiten Mal in Folge erleben – dank der Audianer, meinem Team Abt und meiner Familie. Es war eine tolle Saison!“

Dritter Titel für Familie Abt

Ein besonderer Tag war dieses Saisonfinale auch für Scheiders Teamchef Hans-Jürgen Abt. Nachdem sein Sohn Daniel Abt den Titel im ADAC Formel Masters eingefahren hat und Bruder Christian Meister im ADAC GT Masters wurde, hat nun auch der Chef des Audi Sport Team Abt Sportsline „seinen“ Titel gewonnen. "Ein Traumtag. Ich bin stolz auf die ganze Marke, das ganze Team und das ganze Allgäu. Und auf Abt, denn wir haben drei Titel geholt in einer Saison. Das ist etwas Einmaliges, und dann auch noch zur 100-jährigen Geschichte von Audi. Und wir haben drei Mal einen DTM-Titel hintereinander geholt. Immer wieder drei – ich weiß nicht, die Zahl Drei ist wohl meine Glückszahl.“

Die DTM-Karriere begann für Timo Scheider glücklos

Meisterauto: Mit seinem Audi A4 DTM holte Timo Scheider 2009 zwei Siege und die Meisterschaft

Nicht immer ist die Karriere des 30 Jahre alten Rennfahrers, der in Braubach etwa 70 Kilometer vom Nürburgring entfernt aufgewachsen ist, so glanzvoll verlaufen: Nach ersten Schritten im Kart ab seinem zehnten Lebensjahr und beachtlichen Erfolgen im Formelsport stieg er im Alter von 21 Jahren in der Saison 2000 in die DTM ein. Seine bis dahin glücklose DTM-Karriere schien 2005 schon beendet zu sein. Doch 2006 kehrte er mit Audi 2006 in die hochkarätige Tourenwagenserie zurück. 79 Rennen dauerte es, bis er im Vorjahr gewann. "Beim ersten Titel herrschte der größte Druck", vergleicht Scheider seinen aktuellen Erfolg mit dem des Vorjahres. "Der zweite ist schöner zu genießen. Und bislang ist nur Bernd Schneider die erfolgreiche Titelverteidigung in der DTM gelungen. Es ist doch schön, dass jetzt der Schneider ohne das ‚n’ im Namen daran anschließen kann..."

Scheider hat es selbst im letzten Rennen geregelt

Fair: Herausforderer Paffett (l.) und Titelverteidiger Scheider vor dem Finale

Emotional sichtlich bewegt war Audi Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich nach dem finalen Erfolg: "Es war ein Rennen, das vor allem in den ersten Runden so spannend war, wie wir es erwartet hatten. Timo (Scheider) hat es ähnlich wie im letzten Jahr gemacht: Er fuhr ein sehr gutes Tempo und hat sich aus allem herausgehalten. So wurde er Zweiter. Das hat ihm locker gereicht. Das war auch sein Ziel. Dass
Mattias Ekström heute mehr hätte erreichen können, hat man gesehen. Es war ihm leider diesmal wieder nicht vergönnt, das Rennen zu Ende zu fahren und einen Erfolg zu feiern. Gary (Paffett) hat eine sehr starke Leistung gezeigt. Es gab am Anfang einige harte Kämpfe, aber ich denke, das gehört zum Tourenwagensport dazu. Ich bin sehr froh für das ganze Team, das sehr hart gearbeitet hat. Man kann wie im Vorjahr nur unterstreichen: Timo hat es selbst im letzten Rennen geregelt. Das zeigt seine Stärke. Er ist ein verdienter Meister.“







Autor: Thomas Arndt

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