Timo Glock

DTM: Timo Glock im Interview

— 24.09.2016

"Schade, aber nicht dramatisch"

Nach den ersten vier Rennen lag BMW-Pilot Timo Glock in der DTM auf Meisterschaftskurs. Dann kam das Pech. Trotzdem ist er ganz zufrieden.

Herr Glock, zu Beginn der Saison sah es so aus, als könnten Sie in diesem Jahr um den Titel fahren. Seither fehlen jedoch die Ergebnisse. Warum?

Timo Glock (34): Wir waren trotzdem bei der Musik, hatten aber viel Pech. Am Lausitzring haben wir uns mit dem Reifendruck vertan, am Norisring habe ich mein Auto in die Wand gesetzt. In Zandvoort ist ein Dämpfer gebrochen, sonst hätten wir in die Punkte fahren können. Am Nürburgring wurde ich in der ersten Kurve umgedreht. Einzig im Regen von Moskau waren wir nicht schnell genug.

Also liegt es nicht an Ihrer Leistung?

Nein, ich stehe in dieser Saison deutlich besser da als noch in den letzten Jahren, vor allem im Qualifying. Aber wir konnten oftmals keine guten Punkte mitnehmen, weil wir sehr viel Pech hatten. Das liegt nicht in unserer Hand.

Warum läuft es in diesem Jahr besser?

Ich habe im Winter das Team gewechselt und bin von MTEK zu RMG gegangen. Mein Fahrstil passt jetzt besser zum Auto. Das Team hat vielleicht eine andere Philosophie und geht manchmal in eine andere Richtung als MTEK. Das passt mir deutlich besser.

Wo können Sie sich noch verbessern?

Wir müssen konstanter werden. Es gibt sicherlich noch ein paar Punkte, die wir uns bei Marco (Wittmann; d. Red.) abschauen können. Aber wenn man im Rennen ständig Pech hat, dann hilft das auch nicht. Ich will nicht sagen, dass es ausschließlich daran liegt. Alle anderen Fahrer haben sicherlich genauso viele Rennen, bei denen es nicht läuft.

Wie frustrierend ist das für Sie?

Natürlich ist das oftmals enttäuschend, aber es wäre schlimmer, wenn ich das Tempo gar nicht mitgehen könnte. Ich weiß, dass wir schnell genug sind, und ich habe ein gutes Gefühl für das Auto. Es läuft deutlich besser als in den letzten Jahren, deswegen ist es zwar schade, aber nicht dramatisch.

Ist die DTM so anders als die Formel 1?

Ja, sehr. Ein DTM-Auto ist doppelt so schwer, das macht sich bemerkbar.  Außerdem haben wir in der DTM viel weniger Leistung zur Verfügung, deshalb muss man den Fahrstil komplett ändern. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, zumindest bin ich bei den Zeiten  immer vorne mit dabei.

Warum läuft es bei Marco Wittmann in diesem Jahr wieder so gut?

Marco ist bisher sehr konstant gefahren und hat während der ganzen Saison kontinuierlich gepunktet. Natürlich war er auch mal vom Pech betroffen, aber von allen Fahrern zusammen hat er einfach den besten Job gemacht. Deshalb ist die Führung in der Gesamtwertung  absolut verdient.

Würden Sie ihn im Titelkampf per Stall­order unterstützen?

Für mich gehört das nicht an die Rennstrecke, aber das ist meine persönliche Meinung. Natürlich würde ich ihn im Zweikampf nicht blocken, und wenn er schneller ist, lasse ich ihn auch vorbei. Aber offensichtliche Dinge – wie bei anderen Herstellern –, das sind Sachen, die gehen nicht. Damit verarscht man den Fan auf der Tribüne.

Autor: Sönke Brederlow

Fotos: Hersteller

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.