Im Anflug auf Kurve zwei: Schon 1988 startete die DTM in Ungarn, Mercedes siegte

DTM: Vorschau - Budapest

— 30.05.2014

Rückkehr auf den Hungaroring

Die dritte Saisonstation der DTM in Budapest: Wir blicken voraus auf das Gastspiel in Ungarn und die erste neue Strecke im diesjährigen Kalender.

Szeretettel üdvözöljük! Oder: herzlich willkommen! Das ist die deutsche Übersetzung für diese ungarische Grußformel. Eigentlich müsste es aber heißen: willkommen zurück! Denn es ist nicht das erste Mal, dass die DTM auf dem Hungaroring bei Budapest gastiert. Schon 1988 hat die Meisterschaft ein Rennwochenende in Ungarn ausgetragen. Es blieb bei dieser einmaligen Veranstaltung.

Bis jetzt. Denn an diesem Wochenende kehrt die DTM an den Hungaroring zurück. Dort, wo der erste offizielle Vorsaison-Test des Jahres abgehalten wurde , wird es nun also zum dritten Mal in dieser Saison ernst. Und die Fahrer sind sehr gespannt darauf, schließlich gilt der 4,381 Kilometer lange Hungaroring als anspruchsvolle Strecke oder als "echte Herausforderung", wie es Paul di Resta (HWA-Mercedes) formuliert.

Er meint: "Es ist schwierig, hier das richtige Setup zu finden. Die Charakteristik ist nämlich ganz anders als bei den bisherigen Strecken." Sein Markenkollege Gary Paffett (HWA-Mercedes) ergänzt: "Die Strecke weist viele Kurven und nur relativ wenige Geraden auf. Die meisten Kurven sind mittelschnell, es gibt aber auch einige schnellere Kurven. Es ist eine interessante Rennbahn."

Von 80 bis 240 km/h ist alles dabei

Eine Rennbahn, auf der sich die Piloten im Verlauf einer Runde zwischen langsamen 80 und schnellen 240 km/h bewegen. Und langsam ist es am Hungaroring an mehreren Stellen: Kurve eins und zwei werden jeweils im zweiten Gang genommen, gleiches gilt für die Schikane. Mit etwa 90 km/h ist man dort schon etwas flotter unterwegs, mit 110 km/h in der Zielkurve - und erneut im zweiten Gang - ebenfalls.

Spannend wird es in den Kurven vier und elf, jeweils im vierten Gang bei rund 160 km/h, einmal nach links, einmal nach rechts. In diesen Passagen wirkt die höchste Querbeschleunigung am Hungaroring. Und diese Passagen erwischt man besser präzise. Denn ein Fehler im Kurvengeschlängel rächt sich. "Da ist es besonders wichtig, das Auto rollen zu lassen", erklärt Christian Vietoris (HWA-Mercedes).

Wie das am besten zu bewerkstelligen ist, konnten die Fahrer bereits bei den Testfahrten im Frühjahr ausprobieren. "Zwei Testtage sind da besser als nichts", sagt Martin Tomczyk (Schnitzer-BMW). "Das ist ein Vorteil, wo du in der DTM doch nur eineinhalb Stunden Freies Training hast." Dank der Tests könne man in Budapest gleich mit einem Basissetup und "mit der Arbeit am Auto" beginnen, so der Deutsche.

Wie aussagekräftig ist der ITR-Test?

Mehr als ein Anfang ist das aber nicht, meint Augusto Farfus (RBM-BMW): "Wir haben zwar auf dem Hungaroring einen Test absolviert, allerdings hat sich seitdem eine Menge verändert. Wir kennen die Autos nun noch besser, und auch die Temperaturen werden andere sein als noch im April. Das macht das Rennen in Budapest zu einer völlig neuen Erfahrung für alle." Entsprechend groß ist die Vorfreude.

Schon 1988 startete die DTM in Ungarn - damals siegte Mercedes. Bei der Rückkehr könnte das nun schwieriger werden...

"Nach über einem Viertel-Jahrhundert wieder in Budapest zu fahren, ist für die DTM etwas Besonderes", sagt beispielsweise BMW-Sportchef Jens Marquardt. Und auch Audi-DTM-Leiter Dieter Gass zeigt sich begeistert: "Der Hungaroring ist eine prima Strecke, die zu den DTM-Autos passt. Ich bin sicher, wir werden ein spannendes Rennwochenende erleben." Und das mit leicht verändertem Zeitplan.

Die Qualifikation wird in Ungarn nämlich erst in den Abendstunden gefahren, ab 18:10 Uhr. Und für Mattias Ekström (Abt-Sportsline-Audi) ist es "das wichtigste Zeittraining des Jahres", was er an den Charakteristiken des Hungarorings festmacht. Viele Kurven, wenige und kurze Geraden, nicht viel Platz: "Überholen ist auf dieser Strecke alles andere als einfach", meint der frühere DTM-Champion.

Mercedes glaubt: Oschersleben war eine Ausnahme

Bruno Spengler (Schnitzer-BMW) pflichtet seinem Markenkollegen bei: "Es wird extrem wichtig sein, in der Startaufstellung ziemlich weit vorn zu stehen. Denn ich glaube, dass die Strecke in Ungarn trotz DRS nur wenige Überholmöglichkeiten bieten wird. Allerdings helfen die schnelleren Options-Reifen beim Überholen natürlich, sodass wir sicher trotz allem einige interessante Manöver sehen werden."

Und wer hat wohl am Ende die Nase vorn? Wieder BMW? Erstmals Audi? Oder gelingt Mercedes vielleicht eine weitere Überraschung? Oschersleben-Sieger Vietoris hält den Ball flach: "Noch sind wir nicht schnell genug, um bei allen Bedingungen aus eigener Kraft zu gewinnen", sagt der Mercedes-Fahrer. Sein Sportchef Toto Wolff meint zustimmend: "Der Sieg kam unter besonderen Umständen zustande."

Verändert hat sich jedenfalls die Gewichtssituation im 23-köpfigen Starterfeld. Denn aufgrund des Mercedes-Siegs haben die "Sternfahrer" etwas Ballast dazubekommen. Am Hungaroring fahren aber die meisten Piloten mit dem Basisgewicht von 1.120 Kilogramm. Sechs Fahrer treten mit um 2,5 Kilogramm erleichterten Fahrzeugen an, weitere zwei Fahrer mit um 2,5 Kilogramm erschwerten Autos.

Rockenfeller führt in der Fahrerwertung

In der Gesamtwertung führt der Titelverteidiger: DTM-Champion Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi) bringt es nach zwei von zehn Saisonrennen auf 30 Punkte. Mit Vietoris (25) und Marco Wittmann (RMG-BMW/25) folgen die beiden Rennsieger aus Oschersleben und Hockenheim als erste Verfolger auf den Plätzen zwei und drei. Ekström (18) belegt derzeit Rang vier vor Adrien Tambay (Abt-Audi/16).

Während Phoenix-Audi mit 38 Punkten knapp die Teamwertung vor HWA-Mercedes 1 (37) und Abt-Audi (31) anführt, hat BMW mit 95 Punkten in der Herstellerwertung den ersten Platz inne. Audi ist Zweiter mit 66 Zählern, Mercedes mit 41 Punkten Dritter. Dafür ist Mercedes bisher die Nummer eins am Hungaroring: 1988 gingen sowohl die Pole-Position als auch beide Rennsiege an "Sternfahrer" Johnny Cecotto.

Vielleicht ist diese Statistik ein gutes Omen für Mercedes. Vielleicht spielt der Marke aber auch wieder das Wetter in die Karten: Am Samstag beträgt die Wahrscheinlichkeit auf Regen zwar "nur" 30 Prozent, doch am Sonntag sind es just zur Rennzeit schon 75 Prozent. Auch der Wind soll dann auffrischen und mit bis 14 km/h um den Hungaroring brausen, bei frühlingshaften Temperaturen um 20 Grad Celsius.

Daten und Fakten zum DTM-Rennen in Budapest:

Rennstrecke: Hungaroring
Streckenlänge: 4,381 Kilometer
Renndistanz: 41 Runden oder 179,621 Kilometer

Rundenrekorde:
Qualifying: 1:55.590 Minuten von Johnny Cecotto (Mercedes/1988)
Rennen: 1:57.380 Minuten von Frank Schmickler (BMW/1988)

Die letzten Sieger:
1988: Johnny Cecotto (Mercedes)
1988: Johnny Cecotto (Mercedes)

Zeitplan:

Freitag, 30. Mai 2014
16:45-17:20 Uhr - Rollout
17:20-17:25 Uhr - Startübungen

Samstag, 31. Mai 2014
12:10-13:40 Uhr - Freies Training
18:10-19:00 Uhr - Qualifying

Sonntag, 1. Juni 2014
13:30-14:45 Uhr - Rennen

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