Lucas Auer

DTM: Wechselnde Rennsieger

— 08.06.2016

Zu viel Abwechslung in der DTM?

Sechs Rennen, sechs verschiedene Sieger - und die Serie könnte weitergehen. Sorgt das für sportliche Spannung in der DTM oder schadet das der Serie?

Die DTM ist so abwechslungsreich wie nie zuvor: Edoardo Mortara, Paul di Resta, Marco Wittmann, Timo Glock, Miguel Molina, Lucas Auer - nach sechs Rennen kennt die Saison 2016 bereits sechs verschiedene Sieger. Bereits letztes Jahr trugen sich 13 verschiedene Fahrer in die Siegesliste ein - Rekord! Nur 1990 und 1992 gab es mit je elf Gewinnern auch eine zweistellige Zahl, aber damals wurden auch über 20 Saisonrennen bestritten. Dürfen sich die Fans über die abwechslungsreiche Meisterschaft freuen oder ist das schlecht für die Serie?
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Gas: Abwechslung ist gut für die Spannung

Na klar sind viele Sieger gut. Denn viele Sieger sind auch ein Indiz für abwechslungsreiche und spannende Rennen. Für eine Meisterschaft, in der auch die Underdogs mal als große Gewinner hervorgehen oder in der die Favoriten durchaus straucheln können. Solche Geschichten braucht der Sport. Oder wollen Sie nach der Hälfte der Saison bereits wissen, wer Meister wird? Wollen Sie, dass nur zwei oder drei Piloten Siegchancen haben - Ihr persönlicher Favorit aber nicht? Auch ich bin nicht dafür, dass Rennsport künstlich gemacht wird. Aber dass selbst innerhalb einer Marke viele Piloten siegen, ist ein Indiz dafür, dass das Fahrerfeld der DTM hochklassig besetzt ist. Endlich spielt das Material mal keine Rolle und der Fahrer kann seine Fähigkeiten voll zur Geltung bringen. Auch so können Helden geboren werden... (Bianca Garloff)

Bremse: Abwertung der Meisterschaft

Auch Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock konnte dieses Jahr schon ein Rennen in der DTM gewinnen

Fast jeder kann in der DTM gewinnen, das macht die Serie auch so schwierig. Kein Fahrer kann sich wirklich absetzen. Aber das Ganze lässt sich auch von einer anderen Seite betrachten: Was ist eine Meisterschaft wert, in der Rennsieger wie Miguel Molina und Lucas Auer in der Gesamtwertung auf den Plätzen zwölf und 13 rangieren und unter den besten vier Fahrern drei noch kein einziges Rennen gewonnen haben? Hat ein Sieg dann überhaupt noch die Bedeutung? Hier wird Rennsport künstlich gemacht: Durch Zusatzgewichte wird ein Ausgleich hergestellt.

Doch Ballastgewichte machen nur bei verschiedenen Konzepten wie bei den LMP1-Prototypen in der Sportwagen-WM Sinn. Da kämpfen Sauger gegen Turbos, verschiedene Hybridsysteme und Motorkonzepte gegeneinander. Das ist in der DTM nicht der Fall. Hier ist es ein reiner Showzweck - und das wertet einen sportlichen Wettbewerb ab. Der Rennsport lebt außerdem von Meisterschaftskämpfen mit klaren Gegnern: Ob Michael Schumacher gegen Mika Häkkinen einst in der Formel 1 oder Bruno Spengler gegen Gary Paffett in der DTM vor wenigen Jahren. Wenn ständig ein anderer Fahrer gewinnt, gibt es auch keine klaren Aushängeschilder mehr, mit denen Fans mitfiebern können. (Michael Zeitler)

Autoren: Bianca Garloff, Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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