DTM: Die heftigsten Unfälle

DTM: Wehrlein im Pech

BMW gewinnt Glücksspiel

Das DTM-Rennen in Budapest wird von Unfällen in der Boxengasse überschattet. Im Glücksspiel nach der Unterbrechung gewinnt BMW-Pilot Marco Wittmann.
Es hätte der Tag von Mercedes werden sollen, doch es wurde ein Dreifach-Triumph von BMW. Dass Marco Wittmann am Ende vor Timo Glock und Philipp Eng gewinnen würde, war nach dem Qualifying so nicht zu erwarten. Da standen noch Lucas Auer und Pascal Wehrlein in Reihe eins. BMW kam indes gar nicht mit dem Hungaroring zurecht. Wittmann und Glock fuhren nur von den Rängen 14 und acht los.

Gedämpfte Stimmung auf dem Podest am Sonntag

Was dann passierte, mutete mehr nach einem Glücksspiel an als nach einem Autorennen. Timo Glock, der die Meisterschaftsführung von Gary Paffett zurückeroberte, kann sein Punkteglück entsprechend kaum fassen. "Das ist die DTM! Völlig verrückt!"
Was war passiert? Kurz nach dem Start setzt der große Regen ein. Mercedes-Pilot Wehrlein kommt damit am besten zurecht, überholt in Kurve eins Lucas Auer und fährt dem Feld davon. Dann das Chaos in der Boxengasse: Auer, Edoardo Mortara und Bruno Spengler rutschen auf dem spiegelglatten Beton in ihre Boxencrews. Später am Abend werden sie von den Regelhütern für die Unfälle disqualifiziert. Das Rennen wird unterbrochen und hinter dem Safety-Car neu gestartet.
Durch die Unterbrechung profitieren jene Piloten, die ihren Pflichtboxenstopp bereits absolviert haben. Wie Timo Glock, der nach einem unverschuldeten Dreher in Kurve eins seine Aufholjagd von ganz hinten starten musste. Und Marco Wittmann, der pünktlich zum Regenschauer ebenfalls seine Box ansteuerte. "Eine Meisterleistung von meinem Team mich in der richtigen Runde reinzuholen", jubelt Wittmann. "Das war am Ende der Schlüssel zum Erfolg."

Im Pech: Pascal Wehrlein wurde durchgereicht

Glock: "Gary hätte der sein müssen, der auf dem Podium steht. Aber so ist das DTM-Pendel, das mal zum einen, mal zum anderen ausschlägt. Die alten Herren führen immer noch die Meisterschaft an." Was der Hesse meint: Paffett lag vor der Rennunterbrechung auf Rang zwei hinter Wehrlein, bekam dann aber durch einen Fehler des Teams Regenreifen aufgezogen und wurde beim Neustart chancenlos durchgereicht. In der Tabelle liegt er nun elf Punkte hinter Glock.
Der Gesamtstand der DTM hier im Überblick
Pascal Wehrlein fiel durch seinen Pflichtboxenstopp sogar bis auf Rang 16 zurück, sagt: "Ich bin einfach sehr enttäuscht über das Ergebnis. Aber das kann ich nicht mehr ändern. Darum schaue ich jetzt nach vorne. Wir haben ein tolles Team und ein starkes Auto. Danke an die Jungs für ihre harte Arbeit. Heute hat man gesehen, wie gefährlich ihr Job wirklich ist."
Ergebnis - Rennen, 3.6.2018:
1. Marco Wittmann (Fürth) - BMW M4 DTM 1:17:50,129 Std.
2. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 DTM +5,870 Sek.
3. Philipp Eng (Österreich) - BMW M4 DTM +13,457
4. Mike Rockenfeller (Landschlacht/Schweiz) - Audi RS 5 DTM +13,937
5. Paul Di Resta (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +16,276
6. Joel Eriksson (Schweden) - BMW M4 DTM +20,446
7. Augusto Farfus (Brasilien) - BMW M4 DTM +21,464
8. Robin Frijns (Holland) - Audi RS 5 DTM (nachgerückt)
9. Loic Duval (Frankreich) - Audi RS 5 DTM (nachgerückt)
10. René Rast (Minden) - Audi RS 5 DTM (nachgerückt)

So lief das Qualifying:

Er fährt und lacht den Ärger vom Samstag einfach weg: "Haha, was für ein Auto! Großartig", jubelt Lucas Auer noch am Funk auf seiner Inlap am Hungaroring. Mit einer Zeit von 1:36.717 Minuten holt sich Auer die siebte Pole seiner Karriere für das Sonntagsrennen der DTM in Ungarn (13:30 Uhr / Sat.1).
"Gestern hatte ich es selber in der Hand und habe es weggeworfen", erinnert sich Auer an P3 im Qualifying, nach einem späten Ausritt. "Heute bin ich etwas ruhiger gefahren. Es war eine mega Teamleistung und ich bin sehr happy, dass ich ganz vorne stehe."

Nicht zu schlagen: Lucas Auer auf Pole in Ungarn

Auf die teils heftige Kritik an seinem Platztausch mit Markenkollege und Sieger Paul di Resta, unter anderem auch von seinem Onkel und DTM-Boss Gerhard Berger, reagiert Auer gelassen. "Ich habe mich gestern nicht geärgert, ich habe mich eigentlich amüsiert", grinst der Österreicher frech.
Gut möglich, dass die Fans auch am Sonntag wieder Mercedes' Teamtaktiken schlucken müssen - denn die Stuttgarter spielen mit der Konkurrenz in Budapest Katz und Maus. In den Top-7 stehen alle sechs Mercedes-Piloten: DTM-Rückkehrer Pascal Wehrlein macht als Zweiter die erste Startreihe perfekt. Dahinter kommen mit Samstagssieger Di Resta, Edoardo Mortara und Gary Paffett die Markenkollegen.
"Ich hatte gestern keinen guten Tag. Wir haben viele Aero-Teile getauscht, weil die Vermutung war, dass da irgendetwas kaputt war. Jetzt bin ich ein halbes Zehntel hinter der Pole", erklärt Wehrlein, der sich trotz der guten Ausgangsposition im zweiten Rennen über den Samstag ärgert. "Da haben wir leider ein Rennen verschwendet", so Wehrlein.

Die Top-3 im Quali: Di Resta, Auer und Wehrlein

Bester Nicht-Mercedes ist als Sechster Vorjahresmeister René Rast im Audi, der immerhin Daniel Juncadella hinter sich lässt und die Phalanx der Sternfahrer damit wenigstens etwas sprengt. "Es ist trotzdem frustrierend. Ich hatte gehofft, die Chance auf Pole zu haben und die Runde hat sich auch sehr gut angefühlt. Dann schaust du auf die Zeiten, wirst durchgereicht und verstehst die Welt nicht mehr", so Rast. "Das Gefühl war definitiv besser als die Pace. Scheinbar fehlt noch mehr als gestern."
Einen leichten Aufwärtstrend kann nach dem Horrortag am Samstag indes BMW verzeichnen. Timo Glock, Zweiter in der Meisterschaft hinter Paffett, wird immerhin Achter im Quali. "Es waren auch die Top-3 drin, aber heute geht es auf meine Kappe. Ich habe es in Turn vier etwas verbockt", gesteht Glock. "Trotzdem müssen wir zufrieden sein, dass wir nach gestern mit dem Auto einen Schritt nach vorne gemacht haben", so der Ex-F1-Pilot.
Ergebnis - Qualifying, 3.6.2018:
1. Lucas Auer (Österreich) - Merced.-AMG C63 DTM 1:36,717 Min.
2. Pascal Wehrlein (Worndorf) - Merced.-AMG C63 DTM +0,063 Sek.
3. Paul Di Resta (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,260
4. Edoardo Mortara (Italien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,299
5. Gary Paffett (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,308
6. René Rast (Minden) - Audi RS 5 DTM +0,329
7. Daniel Juncadella (Spanien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,341
8. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 DTM +0,388
9. Nico Müller (Schweiz) - Audi RS 5 DTM +0,502
10. Jamie Green (Großbritannien) - Audi RS 5 DTM +0,542

Autoren: Bianca Garloff, Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / DTM

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