DTM: Alle Fahrer und Autos 2018

DTM: Wittmann feiert Heimsieg

„Das Rennen meines Lebens“

BMW-Pilot Marco Wittmann bejubelt auf dem Norisring seinen ersten Heimsieg. Im Titelkampf der DTM-Saison 2018 geht es wahnsinnig eng zu.
Marco Wittmann ließ seinen Emotionen freien Lauf, er hielt sich nach der Zieldurchfahrt nicht mehr zurück. Denn er hatte ohne Frage allen Grund zum Jubeln. „Yeah Baby, danke Jungs, was für eine Strategie, was für ein Rennen! Hammergeil“, schrie er emotional in den Funk. Der zweimalige Meister hat sein persönliches Husarenstück gefeiert. Eines mit einer ganz besonderen Note. Denn: Der BMW-Pilot feierte im achten Saisonrennen seinen ersten Sieg bei seinem Heimspiel auf dem Norisring überhaupt. Wittmann hatte bereits am Samstag eine Premiere gefeiert, als er als Dritter erstmals auf dem Stadtkurs in Nürnberg auf das Podium fuhr.

Jubel beim Sieger: Wittmann gewinnt Heimrennen

Durch eine kluge Strategie kämpfte sich Wittmann am Sonntag von Startplatz sieben aus nach vorne. Dabei entwickelte sich ein echter Krimi zwischen ihm und Edoardo Mortara. Der Italo-Schweizer, der in seinem Mercedes in Schwarz-Rot-Gold bereits am Samstag das Rennen gewann, verkürzte in der Endphase des Rennens den Rückstand Runde für Runde, schaffte aber keinen echten Angriff mehr. Im Ziel hatte er 0,4 Sekunden Rückstand auf Wittmann.
„Das war mein bestes Rennen, das Rennen meines Lebens. Ich habe viel überholen müssen. Ich hatte eine mega Pace, sie haben es mega gut hingeschraubt“, jubelte Wittmann: „Edo hat echt viel Druck gemacht, ich war am Ende und es wurde nochmal eng. Aber jetzt fühlt es sich wie eine Meisterschaft an.“
Schöner Nebeneffekt: Wittmann meldete sich mit seinem zweiten Saisonsieg eindrucksvoll im Titelkampf zurück. Er belegt mit 92 Punkten den dritten Gesamtplatz und liegt nur einen Zähler hinter Mercedes-Pilot Edoardo Mortara, der hinter Wittmann Zweiter wurde. Seinen ersten Podestplatz feierte Mortaras Teamkollege Daniel Juncadella als Dritter.
Auch der Titelkampf ist nach acht von 20 Rennen wahnsinnig eng. Gary Paffett (Mercedes) führt weiterhin mit 99 Punkten, er ging als 13. leer aus. Hinter Mortara und punktgleich mit Wittmann liegt Timo Glock (BMW) auf Platz vier. Fünf Punkte dahinter ist Mercedes-Pilot Paul di Resta (87) Gesamtfünfter. Der Schotte wurde hinter Bruno Spengler und Lucas Auer Sechster.
Der aktuelle Gesamtstand hier.

Die Top-3 am Podium:Mortara, Wittmann, Juncadella

Wie hart es im Titelkampf zur Sache geht, bewiesen mal wieder Glock und Paffett. Wir erinnern uns an das epische Duell beim zweiten Saisonrennen in Hockenheim. Nach rund 30 Minuten trafen sich beide auf dem Norisring wieder. Da verbremste sich der Gesamtführende Paffett und fuhr seinem Verfolger Glock ins Heck. Die Aktion wurde zwar untersucht, bestraft wurde Paffett aber nicht.
Anschließend ging es rund. Rundenlang beharkten und bekämpften sich die beiden Titelkandidaten, schenkten sich mal wieder nichts. Mit dem besseren Ende für Glock, Paffett wurde am Ende mit einem lädierten Auto und ohne DRS durchgereicht. Und wetterte nach dem Rennen gegen Glock und dessen Zweikampfverhalten. „Das war ein Deaster, komplett unfair, das Gegenteil von Hockenheim. Das war viel zu viel, er hat mich bestimmt zehnmal in die Mauer gedrückt. Das ist verrückt, leichtsinnig, schließlich haben wir Regeln, und das war gegen die Regeln.“
Für Glock gab es immerhin den letzten Zähler für Platz zehn. Noch eine Position vor ihm: Pascal Wehrlein. Der Formel-1-Rückkehrer zeigte im ABMS-Mercedes eine gute Leistung, fuhr nach einem verkorksten Qualifying dank stabiler Zeiten und guter Strategie noch vor auf den neunten Platz.
Ergebnis - 2. Rennen, 24.6.2018:
1. Marco Wittmann (Fürth) - BMW M4 DTM 56:13,000 Min.
2. Edoardo Mortara (Italien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,450 Sek.
3. Daniel Juncadella (Spanien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,860
4. Bruno Spengler (Kanada) - BMW M4 DTM +5,497
5. Lucas Auer (Österreich) - Merced.-AMG C63 DTM +6,062
6. Paul Di Resta (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +11,707
7. Nico Müller (Schweiz) - Audi RS 5 DTM +12,724
8. Robin Frijns (Niederlande) - Audi RS 5 DTM +13,748
9. Pascal Wehrlein (Worndorf) - Merced.-AMG C63 DTM +17,917
10. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 DTM +29,239

So lief das Qualifying:

Pole-Premiere für Daniel Juncadella. Der Spanier feiert am Sonntag auf dem Norisring seine erste Pole-Position in der DTM. Dabei profitiert Juncadella allerdings von einer roten Flagge, die gut anderthalb Minuten vor Ablauf der Zeit im Qualifying ausgerufen wird, weil Audi-Pilot Robin Frijns am Ausgang der Grundigkehre gestoppt hat. Juncadella führt zu diesem Zeitpunkt die Zeitenliste an.

Die Top-3 im Quali: Paffett, Juncadella und Auer

Zwar setzt die Rennleitung die Uhr auf drei Minuten zurück, um den Piloten noch eine realisitsche Chance auf Verbesserungen zu gewähren - am Ende ändert sich die Reihenfolge an der Spitze aber nicht mehr, denn die Fahrer kriegen ihre Reifen in dem Schlusssprint nicht schnell genug aufgewärmt.
Hinter Juncadella startet mit DTM-Spitzenreiter Gary Paffett auf Platz zwei ein weiterer Mercedes ins Rennen, gefolgt von den Markenkollegen Lucas Auer, Paul di Resta und Samstagssieger Edoardo Mortara. Bester Nicht-Mercedes ist auf Position sechs Bruno Spengler im BMW. Auch hinter ihm reihen sich vier weitere Autos seiner Marke ein.
Weiter geht indes die Krise bei Audi: Wie schon im Rennen am Samtag verpassen die Ingolstädter geschlossen die Top-10. Bester Audi-Fahrer ist als Elfter Nico Müller. Das Sonntagsrennen der DTM startet um 13:30 Uhr (Sat.1).
Ergebnis - Qualifying, 24.6.2018:
1. Daniel Juncadella (Spanien) - Merced.-AMG C63 DTM 47,705 Sek.
2. Gary Paffett (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,034 Sek.
3. Lucas Auer (Österreich) - Merced.-AMG C63 DTM +0,129
4. Paul Di Resta (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,177
5. Edoardo Mortara (Italien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,181
6. Bruno Spengler (Kanada) - BMW M4 DTM +0,221
7. Marco Wittmann (Fürth) - BMW M4 DTM +0,227
8. Joel Eriksson (Schweden) - BMW M4 DTM +0,234
9. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 DTM +0,258
10. Philipp Eng (Österreich) - BMW M4 DTM +0,292

So lief der Samstag:

Gutes WM-Omen: Bei der deutschen Nationalmannschaft kann jetzt eigentlich nichts mehr schiefgehen! Denn: Edoardo Mortara feierte auf dem Norisring im siebten Saisonrennen nicht nur seinen zweiten Sieg in diesem Jahr. Er fuhr in seinem 100. Rennen den zehnten Erfolg seiner Karriere in den deutschen Farben ein. Mortara startet in dieser Saison in einem Mercedes mit einer schwarz-rot-goldenen Lackierung, dem DFB-Logo und dem WM-Slogan „Best never rest“.
Meilenstein für die DTM: Class-One-Reglement steht

Mortaras erster Verfolger und Gratulant: Gary Paffett

Mortara jubelte nach dem Sieg, mit dem er sich in der Gesamtwertung mit 75 Punkten auf Platz vier verbesserte: „Ich habe den richtigen Sponsor auf dem Auto. Ich drücke die Daumen für das Spiel heute Abend! Für mich und das Team war es ein perfekter Tag. In dieser Saison läuft es endlich besser für mich.“ Die DFB-Auswahl bestreitet am Abend (ab 20 Uhr) das wichtige zweite WM-Gruppenspiel gegen Schweden. Das erste Spiel hatte der Titelverteidiger überraschend 0:1 gegen Mexiko verloren.
DFB-Sponsor Mercedes legte in Nürnberg noch mehr vor. Denn mit Mortara und Gary Paffett feierten die Stuttgarter einen Doppelsieg. Und: Paffett übernahm durch seinen zweiten Platz mit 97 Zählern die Führung in der Gesamtwertung. Paffett jubelte: „Das ist großartig. Das Rennen war mega, es hat super Spaß gemacht.“
Mortara hatte den Grundstein im Qualifying gelegt, er gab in einem spannenden Rennen ohne die für den Norisring üblichen Zwischenfälle die Führung nicht ab und wehrte am Ende auch die Angriffe seines Teamkollegen Paffett erfolgreich ab. Für BMW-Pilot Marco Wittmann reichte es bei seinem Heimspiel in Nürnberg zwar erneut nicht zu einem Sieg, aber immerhin zu einem Podestplatz, er komplettierte das Podium. „Beim Heimspiel auf dem Podium, das ist ein supergutes Gefühl“, sagte Wittmann.
Timo Glock verlor die Gesamtführung an Paffett, er wurde nur Zehnter und hat nun 91 Punkte auf dem Konto. Ebenfalls vorne dabei: Paul di Resta, der hinter dem Toptrio als Vierter wichtige Zähler im Titelkampf sammelte, er ist mit 79 Punkten Dritter.
Audi erlebte wie zu erwarten ein Desaster. Bester Fahrer der Ingolstädter war Jamie Green auf Rang elf, der Rest landete am Ende des Feldes. „Es ist unheimlich frustrierend, aber auch nicht komplett überraschend. Uns haben die Aerodynamik-Änderungen sehr getroffen. Es gibt nicht mehr viele Stellschrauben, die man drehen kann“, sagte Audi-Boss Dieter Gass.
Der aktuelle Gesamtstand hier.
Ergebnis - 1. Rennen, 23.6.2018:
1. Edoardo Mortara (Italien) - Merced.-AMG C63 DTM 56:12,918 Min.
2. Gary Paffett (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,681 Sek.
3. Marco Wittmann (Fürth) - BMW M4 DTM +1,286
4. Paul Di Resta (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +8,550
5. Philipp Eng (Österreich) - BMW M4 DTM +13,773
6. Bruno Spengler (Kanada) - BMW M4 DTM +14,169
7. Lucas Auer (Österreich) - Merced.-AMG C63 DTM +14,874
8. Daniel Juncadella (Spanien) - Merced.-AMG C63 DTM +15,205
9. Joel Eriksson (Schweden) - BMW M4 DTM +15,813
10. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 DTM +16,681

So lief das Qualifying:

Knapper geht es kaum! Edoardo Mortara startet am Samstag von der Pole-Position in den ersten DTM-Lauf auf dem Norisring (13:30 Uhr / Sat.1). Der Mercedes-Pilot setzt sich im Qualifying mit einer Zeit von 47.843 Sekunden vor BMW-Rookie Philipp Eng durch - Abstand zwischen beiden: Gerade einmal eine Tausendstelsekunde!

Ab in die Wand: Bei René Rast gab's kein Halten mehr

Auch dahinter geht es auf dem kurzen Norisring eng zu. Lokalmatador Marco Wittmann (ebenfalls BMW) schafft den Sprung auf Rang drei, er wird am Start jedoch gleich von vier Mercedes gejagt: Gary Paffet, Paul di Resta, Daniel Juncadella und Lucas Auer belegen die Plätze vier bis sieben. Erst auf Rang acht sprengt DTM-Spitzenreiter Timo Glock (BMW) die Phalanx der Sternenfahrer.
Nicht gut läuft das Zeittraining hingegen für zwei ehemalige Meister: F1-Rückkehrer Pascal Wehrlein (Mercedes) wird nur 14., René Rast (Audi) muss sich als amtierender Champion sogar mit dem letzten Startplatz zufrieden geben. Er versenkt sein Auto nach einem Dreher ausgangs des Schöller S unsanft in der Wand. Auch sonst ist die Stimmung bei Audi gedrückt: Bester Pilot der Ingolstädter ist Nico Müller auf Rang zehn.
Ergebnis - Qualifying, 23.6.2018:
1. Edoardo Mortara (Italien) - Merced.-AMG C63 DTM 47,843 Sek.
2. Philipp Eng (Österreich) - BMW M4 DTM +0,001 Sek.
3. Marco Wittmann (Fürth) - BMW M4 DTM +0,023
4. Gary Paffett (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,029
5. Paul Di Resta (Großbritannien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,056
6. Daniel Juncadella (Spanien) - Merced.-AMG C63 DTM +0,076
7. Lucas Auer (Österreich) - Merced.-AMG C63 DTM +0,091
8. Timo Glock (Thurgau/Schweiz) - BMW M4 DTM +0,107
9. Bruno Spengler (Kanada) - BMW M4 DTM +0,130
10. Nico Müller (Schweiz) - Audi RS 5 DTM +0,224

Autoren: Andreas Reiners, Frederik Hackbarth

Fotos: DTM

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