Strahlender Sieger: Marco Wittmann gewinnt und baut den Vorsprung aus

DTM: Wittmann gewinnt am Nürburgring

— 17.08.2014

Nach Sieg kurz vor der Krönung

Marco Wittmann (BMW) feiert am Nürburgring seinen vierten Saisonerfolg und steht kurz vor dem Titelgewinn - Audi wartet weiter auf den ersten Sieg.

Marco Wittmann muss sich nun endlich doch mal gedanklich mit dem Gewinn des Titels in der DTM auseinandersetzen. Der junge Franke feierte mit seinem BMW M4 DTM am Nürburgring seinen vierten Saisonsieg uns setzte sich in der Gesamtwertung weiter entscheidend ab. Die bisher besten Verfolger Mattias Ekström (Audi) und Bruno Spengler (BMW) gingen in der Eifel leer aus. Die starke Audi-Mannschaft wurde in der ersten Hälfte des Rennens im Rahmen eines "Demolition Derby" dezimiert.

Immerhin brachten die Ingolstädter erneut zwei Piloten auf das Podest. Der amtierende Champion Mike Rockenfeller hatte am Ende nur 1,2 Sekunden Rückstand auf Wittmann, konnte den großen Titelfavoriten aber nie wirklich unter Druck setzen. "Er war die ganze Zeit schneller, er hat es kontrolliert. Vielleicht hatte er am Ende leichte Probleme, aber es hat nicht gereicht", so Rockenfeller, der sich mit Rang zwei anfreunden konnte. "Mike hatte am Ende die besseren Reifen", sagt der strahlende Sieger.

"Ich bin stolz auf unsere Leistung", fasst Wittmann zusammen. "Ich konnte mich beim Start entscheidend absetzen und mir alles gut einteilen. Ich hatte freie Fahrt, dann wird es natürlich alles etwas leichter. Dann macht sich auch das Performance-Gewicht nicht so stark bemerkbar wie im Qualifying, wo es immer extrem eng zugeht." Für Rockenfeller war Rang zwei das beste Nürburgring-Ergebnis in seiner DTM-Karriere. "Wenn das Rennen fünf Runden länger gewesen wäre, dann wäre es nochmal interessant geworden", sagt der amtierende Meister. "Ein zweiter Platz ist aber gut. Darauf dürfen wir stolz sein."

Crashfestival in der Frühphase

Auf Rang drei holte Edoardo Mortara seinen zweiten Podestplatz des Jahres. Mercedes präsentierte sich im Rennen stark. Paul di Resta, Daniel Juncadella und Christian Vietoris holten auf den Rängen vier bis sechs wichtige Zähler für die Stuttgarter. Die Mercedes-Piloten profitierten dabei jedoch auch von der Hitzköpfigkeit einiger Konkurrenten. Vor allem Audi hatte in der Frühphase des Rennens viele Ausfälle und Probleme zu beklagen.

Bild des Rennens: Marco Wittmann (BMW) stürmt vorne davon, Mike Rockenfeller (Audi) folgt dahinter

Gleich beim Start gerieten Miguel Molina und Jamie Green aneinander, für den Spanier war wenig später Schluss. Mattias Ekström kollidierte in der ersten Runde mit Timo Glock. Der Schwede, der als bester Wittmann-Verfolger in der Gesamtwertung von Rang 22 kam, stellte seinen Audi mit Schäden am Heck schnell ab. "Irgendetwas ist gebrochen hinten rechts. Es gab leichten Kontakt in der dritten Kurve. Da war etwas verbogen und ich konnte nicht weiterfahren", so der zweimalige Champion.

Timo Scheider, der zu Beginn auf den Standard-Reifen durchgereicht wurde, erwischte es nur sechs Runden später. Der Ex-Meister wurde beim Anbremsen auf die erste Kurve von Robert Wickens (Mercedes) angeschoben und in seinen Audi-Kollegen Nico Müller gedrückt. Scheider musste anschließend endgültig in die Box rollen, Müller stellte seinen RS5 DTM am Streckenrand ab. "Eine überflüssige, dumme Aktion. Anstatt sich selbst den Platz zu geben, fährt er einfach hinter mehr. Dann bremst er viel zu spät", so Scheider.

"So etwas muss nicht sein. Leider wieder ein Nuller - unverschuldet. Eine echt doofe Aktion von Robert, verstehe ich nicht", schüttelte der gebürtige Dortmunder enttäuscht mit dem Kopf. Für weitere Diskussionen sorgte ein Duell zwischen Jamie Green und Augusto Farfus (BMW). Der britische Audi-Pilot schob seinen Kontrahenten meterweit von der Strecke. Es droht noch eine nachträgliche Bestrafung. Außerdem wird ein heißes Duell zwischen Joey Hand und Antonio Felix da Costa (beide BMW) in der Boxengasse noch genauer untersucht.

Wittmann kaum noch zu stoppen

Von all dem bekam Sieger Wittmann nicht viel mit. Der BMW-Youngster setzte sich beim Start frühzeitig entscheidend ab, riss eine Lücke von über zwei Sekunden auf und ermöglichte Verfolger Rockenfeller somit keine Aufholjagd mit DRS-Hilfe. Der Vorsprung des Bayern wuchs zwischenzeitlich auf über vier Sekunden an. Einziger Fehler: ein Verbremser in der NGK-Schikane. "Da war vorher Kies auf der Strecke, meine Reifen also dreckig. Ich musste geradeaus, habe mir aber keinen Vorteil dadurch verschafft", so Wittmann.

Der frisch vermählte Timo Glock hatte im Rennen in der Eifel keine Schmetterlinge mehr im Bauch, sondern eher Wut. Nach einer Kollision mit Gary Paffett in der Frühphase holte Glock zunächst zur Revanche aus und drückte den Briten von der Bahn. Zur Strafe musste der Ex-Formel-1-Pilot wieder hinter Paffett fahren. Am Ende erreichte Glock beim siebten Saisonlauf der DTM nur den 17. Rang. Neben Jubilar Green (15.) ging auch Bruno Spengler (12.) in seinem 100. DTM-Rennen leer aus.

Ein Blick auf die Gesamtwertung lässt kaum noch Zweifel über den DTM-Meister 2014 zu. Dies war wohl auch RMG-Teamchef Stefan Reinhold bei der Zieldurchfahrt seines jungen Schützlings klar. Reinhold standen die Freudentränen in den Augen. Wittmann führt das Klassement mit 120 Punkten vor Ekström und Mortara (beide jeweils 56 Zähler) an. In vier Wochen beim DTM-Lauf auf dem Lausitzring reicht dem jungen Franken selbst bei einem Sieg eines Verfolgers ein vierter Rang, um den Titel vorzeitig zu sichern. "Sieht gut aus. Wir müssen zwar erst noch die Rennen fahren, aber es sind gute Aussichten", so Wittmann.

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