BMW-Fahrer Marco Wittmann hat auch das DTM-Rennen in Budapest gewonnen

DTM: Wittmann siegt in Ungarn

— 01.06.2014

Zweiter Saisonerfolg in Budapest

Sieg & Tabellenführung für BMW-Pilot Marco Wittmann, Miguel Molina und Bruno Spengler auf dem Podest - dicke Luft bei Timo Glock und Edoardo Mortara.

Wenn der Regengott seine Finger nicht im Spiel hat, ist in der DTM zu Saisonbeginn 2014 kein Kraut gegen Marco Wittmann gewachsen. Der BMW-Youngster siegte am Sonntagnachmittag bei der Rückkehr der Serie nach Ungarn zum zweiten Mal im dritten Rennen und übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Auf dem Hungaroring komplettierten Audi-Pilot Miguel Molina und der mit entgegengesetzter Reifenstrategie durch das Feld gepflügte Bruno Spengler das Podium.

Obwohl Wittmann nach einem gelungenen Start von der Pole-Position ein einsames Rennen fuhr, war er sich seiner Sache im Cockpit nie sicher: "Man weiß ja nie, ob die Piloten auf Option-Reifen noch hinkommen. Abstand verwalten, keine Fehler machen und den Überblick behalten", erklärt er im 'Ersten' die Marschroute und stellt erfreut fest: "Die Strategie ist aufgegangen." Trotz 50 Punkten und Platz eins in der Tabelle will der Franke von Rennen zu Rennen denken: "Wir haben unseren zweiten Sieg eingefahren, das ist großartig. Aber über die Meisterschaft denke ich nicht nach."

Molina erkämpfte sich seinen Weg nach vorne mit harten Bandagen. Der Spanier fuhr nach einem verkorksten Start innerhalb des ersten Renndrittels von Rang fünf auf zwei und presste sich mit Lackaustausch an Timo Glock, später noch in viele weitere Scharmützel und eine Reiberei mit Edoardo Moratara verwickelt, vorbei. "Wir haben uns nach dem Start gut erholt", bilanziert Molina und jubelt über Silber : "Es ist toll, nachdem ich glücklos in die Saison gestartet bin. Mit dem Auto war ich sehr zufrieden, die nächsten Rennen wollen wir dann gewinnen. Ich bin gut dabei."

Mortara und Glock im Infight

Für Spengler schien Hopfen und Malz verloren, nachdem er auf der härteren Reifenmischung zu Beginn bis ins hintere Mittelfeld zurückgereicht worden war und sich 50 Sekunden Rückstand auf die Spitze eingehandelt hatte. Auf den Option-Pneus jedoch ging es für den Kanadier rasant nach vorne: Er profitierte von der bereitwilligen Mithilfe seiner BMW-Kollegen und Konkurrenten, die auf unterschiedlicher Bereifung in den letzten Runden lediglich rollende Schikanen waren. "Von dem Rückstand wusste ich gar nichts", erinnert sich Spengler an die erste Halbzeit.

Der Ex-Champion wollte gar nicht so genau informiert werden: "Ich wusste, dass es unglaublich viel war. Man braucht einfach Geduld und ich habe gehofft, dass der Boxenstopp bald kommt. Ich hatte ein Topauto mit Option-Reifen." Ganz anders erging es Edoardo Mortara (4.). Der Audi-Pilot hatte zum Schluss die härteren Pneus und alle Hände voll zu tun, sich gegen die herannahende Meute zu verteidigen. Sein Lieblingsgegner wurde Glock (19.), der seinem Ärger anschließend im Dialog an der Autotür im Parc ferme Luft machte.

Der Reihe nach: Mortara brachte dem Ex-Formel-1-Piloten nach dem Boxenstopp zunächst nur einige Kratzer bei. Erst fuhr der Italiener seinem Konkurrenten auf die Ecke, musste Glock auf Kommando der Rennleitung aber wieder passieren lassen. Nur eine Runde später glückte die Aktion, allerdings nicht ohne weiteren Rempler, der Glock im Funk hadern ließ. Mortara drohte weiteres Ungemach, nachdem ihm die Kommissare die schwarz-weiße Flagge wegen wiederholtem Verlassen der Fahrbahn zeigten.

Punktpremieren für Martin und Felix da Costa

Grund zur Freude: BMW-Fahrer Marco Wittmann hat auch das DTM-Rennen in Budapest gewonnen

Glock hatte im Windschatten des Audi ganz genau hingeschaut, Verstöße seiner Box gemeldet und anschließend beinahe von einer Laptime-Penalty in Höhe von zwei Sekunden gegen Mortara profitiert. Weil sich der Audi-Pilot jedoch geschickt breitmachte, gab es trotz Feindkontakt kein Vorbeikommen und weiteres Frustpotenzial für Glock. "Es ist nicht der richtige Weg, eine Zeitstrafe auf der Rennlinie abzuhalten. Das hat er getan", ärgert sich der Hesse nach dem Rennen.

Glock und Mortara werden so schnell wohl keine Freunde: "Er ist mir zweimal ins Auto gefahren, er hat mich drei-, viermal von der Strecke gedrückt. Er hat mein Rennen ruiniert", schimpft der BMW-Star und will Revanche: "Ich habe ihm gesagt, dass er es mit mir maximal einmal macht. Beim nächsten Mal fahre ich ihm genauso durch das Auto durch, dann werden wir sehen, wie es ausgeht." Morara zeigt sich begrenzt einsichtig: "Wir hatten einen harten Kampf. Ich bin darauf nicht super stolz, ich kann Timo verstehen. Wir waren zu Beginn des Stints aber schneller als er."

Adrien Tambay (5.) bestätigte mit Option-Reifen zum Schluss seine starke Form, für Maxime Martin (6.) bedeutete die identische Strategie die ersten DTM-Punkte der Karriere. Für beide hätte es noch weiter nach vorne gehen können, sie bissen sich jedoch am geschickt verteidigenden Mortara die Zähne aus. Jamie Green, Antonio Felix da Costa, Mattias Ekström und Champion Mike Rockenfeller komplettierten die Top 10. Mercedes blieb nach dem Regenglück in Oschersleben erneut ohne Punkte.

Mercedes desolat, Paffett schäumt

Bester Stuttgarter war Robert Wickens als Elfter. Besonders frustrierend war der Rennsonntag für Gary Paffett. In der Startphase bekam der Brite erst von Martin Tomczyk (13.) einen Seitenhieb verpasst, in der zweiten Kurve schob sein Markenkollege Christian Vietoris (20.) anschließend BMW-Konkurrent Joey Hand (15.) in den blau-gelben Mercedes hinein. Paffett kreiselte mit wackelndem Heckflügel von der Strecke, schleppte sich zurück an die Box und stapfte anschließend wutgeladen zum Kommandostand.

Am TV-Mikrofon zeigte sich der Routinier komplett bedient: "Ich hatte einen super Start und dann ist jemand voll in mich reingefahren, das Auto war richtig zerstört. Das war gefährlich, derjenige muss eine Strafe bekommen", faucht Paffett nicht wissend, dass es sich um Mercedes-Kompagnon Vietoris handelt. Einen gebrauchten Nachmittag erwischte auch Timo Scheider, der mit einem Aufhängungsschaden vorne links nach elf Runden in der Auslaufzone parken musste, zuvor das Auto aber geschickt auf der Strecke gehalten hatte.

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