Marco Wittmann ließ der Konkurrenz im Badischen keine Chance

DTM: Wittmann siegt zum Auftakt

— 04.05.2014

Neues in Hockenheim

BMW-Pilot Wittmann holt seinen ersten DTM-Erfolg in tadelloser Manier und verweist drei Audi-Piloten auf die Plätze - Mercedes blamiert sich erneut.

Die Youngster geben in der DTM weiter den Ton an: BMW-Pilot Marco Wittmann sicherte sich am Sonntag in Hockenheim den Saisonauftakt-Sieg in überragender Manier. Der 24-Jährige übernahm in der Anfangsphase die Spitzenposition des von der Pole-Position gestarteten Audi-Piloten Adrien Tambay und brannte auf den weichen Reifen eine Bestzeit nach der anderen in den Asphalt. Auf der härteren Mischung fuhr Wittmann den ersten Laufsieg seiner DTM-Karriere ohne Fehl und Tadel nach Hause.

Der Fürther übernahm die Führung von Tambay in der dritten Runde, als er ihn mit Hilfe des Drag-Reduction-Systems (DRS) und der zu diesem Zeitpunkt an seinem BMW montierten weicheren Reifenmischung bei der Zufahrt auf die Haarnadel-Kurve scheinbar mühelos kassierte. Wittmann nahm die Sache relativ gefasst: "Wir haben über den Winter sehr, sehr hart gearbeitet. Dass es heute zum Sieg reicht, ist umso schöner. Besser kann man in eine neue Saison nicht starten", sagt Wittmann im 'Ersten' - genauso cool, wie er sich zuvor im Cockpit des nagelneuen BMW M4 DTM präsentiert hatte, der ebenfalls eine Siegpremiere feierte.

"Man hat das Ganze im Überblick. Mein Abstand war groß genug, um es verwalten zu können", so Wittmann, der noch nicht an mehr denkt als an Lauferfolge. "Es ist das Ziel, vorne mitzufahren", erklärt er mit Blick auf seine Saison. 'ARD'-Experte Norbert Haug ist voll des Lobes. "Er gehört zu den ganz Starken. Das haben noch nicht alle so wahrgenommen." Rang zwei sicherte sich Mattias Ekström, der auf den weicheren Reifen von einem zwischenzeitlichen siebten Platz aus mit Siebenmeilenstiefeln auf das Podium marschierte, allerdings bei einem im Funk abgesprochenen Überholmanöver gegen Tambay vier Runden vor Schluss eine gewaltige Schrecksekunde zu überstehen hatte.

Schrecksekunde für Ekström

Marco Wittmann ließ der Konkurrenz im Badischen keine Chance und gewann seinen ersten DTM-Lauf

Der Schwede hatte schon mit einem Reifenschaden gerechnet, nachdem er das Heck des französischen Teamkollegen beim Ausscheren auf der Start- und Zielgeraden touchierte. Tambay hatte offenbar seine Fahrt verlangsamt, um Ekström vorbeizuwinken. Der Vorfall blieb aber ohne Folgen. "Spaß gemacht hat es", sagt Ekström strahlend und erwähnt das neue Taktikschach: "Es ist nicht ganz einfach. Der Reifen war perfekt. Zum Schluss gab es ein Missverständnis, aber das ist auch egal. Dieses Jahr habe ich noch viel Zeit, um Siege zu kämpfen."

Tambay hielt sich auf dem Bronzerang und sorgte zusammen mit Champion Mike Rockenfeller (4.) dafür, dass es drei Audi unter die Top 4 schafften. "Es war am Ende ein gutes Rennen. Wir mussten überleben und einfach durchkommen", so Tambay, der auf den harten Pneus zum Schluss deutlichen Zeitverlust zu verzeichnen hatte. "Es war die sichere Wahl, mit dem weichen Reifen vorne wegzufahren. Wir sind auf einem guten Weg, aber müssen noch einiges tun. Auch ich muss mich noch verbessern."

Timo Glock lieferte als Fünfter erneut einen starken Auftritt ab. Der Ex-Formel-1-Pilot sorgte für das Manöver des Tages, als er sich mit seinem BMW bei der ersten Zufahrt auf die Haarnadel-Kurve innen gleich an drei Konkurrenten vorbeipresste, die Tür an Tür miteinander kämpften. Timo Scheider (9.) machte sich im Audi-Lager keine Freunde, als er ausgangs des Motodroms kurz darauf seinen Markenkollegen Edoardo Mortara mit heftigem Anklopfen an dessen Seitentür überholte.

Scheider im Clinch, Mortara im Pech

Später war der zweifache Champion selbst Opfer: Im Duell um Rang drei attackierte ihn der BMW-Rookie Antonio Felix da Costa unter gelben Flaggen in der Haarnadel-Kurve und drehte den schwarzen RS 5 DTM um. Der Portugiese (19.) zerstörte sich sein eigenes, bis dato podiumsverdächtige Rennen, schließlich musste er nach einem längeren Reparaturstopp auch noch zur Durchfahrtsstrafe antreten. Für Scheider kam es noch dicker: Er musste in der letzten Runde im Motordrom mit Bruno Spengler (6.), Martin Tomczyk (7.) und Augusto Farfus (8.) gleich drei BMW-Piloten passieren lassen. Den letzten Punkt ergatterte Joey Hand (10.).

Das Mercedes-Debakel vom Samstag setzte sich im Rennen nahtlos fort: Bester Stuttgarter war Pascal Wehrlein als Elfter, direkt gefolgt von Gary Paffett (12.). Negativer Höhepunkt war die Aufforderung an Christian Vietoris (15.) per Funk, als er in einer Runde gleich mehrere Ränge einbüßte: "Bitte deine Position verteidigen." Die DTM-Premiere des russischen Ex-Formel-1-Piloten Witali Petrow (18.) ging genauso kräftig in die Hose wie das Comeback von Ex-Champion Paul di Resta.

Green, Farfus und die Vorfahrtsfrage

Erst machte Wittmann die Gegner nass... dann sie ihn: Sektdusche auf dem Podium

Pechvogel des Tages war Mortara, der auf Rang sechs lag und mit weichen Pneus in Richtung Podium stürmte, als ihn ein Reifenschaden ereilte. Schon im Funk ließ der Italiener seine Enttäuschung durchblicken. Ekström erklärt eine mögliche Ursache, nachdem bei den Tests insbesondere die Ingolstädter von defekten Gummis heimgesucht worden waren: "Es lagen so viele Kohlefaserteile auf der Strecke, das hätte überall passieren können. Ich musste überall drumherum fahren, wo Unfälle waren."

Zu einer kuriosen Szene kam es zwischen BMW-Rookie Maxime Martin und Daniel Juncadella. Die Crew des Belgiers hatte einen Vorderreifen beim Boxenstopp nicht richtig montiert, weshalb er kurz nach dem Losfahren wieder anhielt und dem spanischen Mercedes-Piloten im Weg stand.

Bereits nach einer Runde beendet war das Rennen für Audi-Pilot Jamie Green, der Farfus bei einem ungestümen Manöver ins Heck fuhr und selbst die Zeche zahlte: "Ich hatte einen guten Start und habe Plätze gut gemacht. Bei Farfus war die Tür in der Mercedes-Arena offen", berichtet der Brite. Er wollte aus der Szene Kapital schlagen und überholen, wo eigentlich keine Lücke war. Green bezahlte mit einem zerstörten RS 5 DTM und hatte anschließend seine ganz eigene Sicht der Dinge: "Ich denke, dass war nicht so fair. Wenn man von rechts nach links zieht, ist das aus meiner Sicht nicht fair." Die Rennleitung verhängte keine Strafe gegen Farfus.

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