DTM: Grid-Girls 2018

DTM: Zukunft bald gesichert?

Aston-Martin-Projekt nimmt Fahrt auf

DTM-Chef Gerhard Berger bestätigt bei ABMS Gespräche mit Aston Martin, Lexus, Maserati und weiteren Kandidaten. Das Aston-Martin-Konstrukt nimmt inzwischen Formen an.
DTM-Chef Gerhard Berger ist selbst ein wenig genervt. Der Österreicher ist ein Fan der offenen Worte. Das Problem: Die Zukunft der DTM steht auf wackligen Füßen, konkrete Aussagen deshalb schwierig. Und auch wenn der 58-Jährige viele Gespräche zur Rettung der Tourenwagenserie führt und die Gerüchteküche brodelt: In trockenen Tüchern ist (noch) nichts. Berger bestätigt AUTO BILD MOTORSPORT: „Wir führen Gespräche mit Aston Martin, Lexus und Maserati, aber auch mit anderen Herstellern.“
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Berger weiter: „Wie weit fortgeschritten die Gespräche sind, kann man nie genau sagen. Einen Tag hat man das Gefühl, dass es schon durch ist, am nächsten Tag ist es schon wieder anders. Am Ende zählt die endgültige Zu- oder Absage.“ Deshalb weiß er: „Die Gespräche können weit sein, und ich bin auch immer optimistisch, aber ich glaube immer erst daran, wenn alles auch wirklich in trockenen Tüchern ist.“ Er will innerhalb der nächsten sechs bis acht Wochen ein klareres Bild haben: „Aber man kann nie wissen. Mir geht es selbst auf die Nerven, dass ich im Moment nicht klarer sprechen kann und alles etwas schwammig ist.“
Doch möglicherweise geht jetzt alles ganz schnell. Denn die Weichen für den Einstieg von Aston Martin werden ganz offensichtlich gestellt. Wie die AF Racing AG und die HWA AG offiziell mitteilten, planen beide Unternehmen die Gründung eines Joint-Ventures, also eines gemeinsamen Unternehmens. Ziel des Joint Ventures sei die Entwicklung einer strategischen Innovationspartnerschaft für Entwicklungsprojekte im Automobil-Rennsport sowie im Automotivbereich allgemein, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Die Stärken der AF Racing AG und der HWA AG sollen in dem neu zu gründenden Unternehmen gebündelt werden, heißt es weiter.

DTM-Chef Gerhard Berger geht zuversichtlich in die Zukunft

In besagter Mitteilung ist zwar nicht von der DTM die Rede, doch die Entwicklung passt zu den Plänen, die zuletzt durchsickerten. HWA soll als Chassis-Partner für das Aston-Martin-Projekt auftreten. Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz ist gleichzeitig Vorstandschef von HWA. Er betonte beim DTM-Event in Zandvoort: „Wir haben 19 Jahre lang solche Autos gebaut. Es wäre unser Tagesgeschäft.“ Dafür müsse eine Finanzierung, also ein Kunde da sein, so Fritz. Wie Aston Martin. "Theoretisch wäre es denkbar, dass HWA in einem definierten Rahmen für einen anderen Hersteller oder für ein anderes Team tätig wird", so Fritz. Die neue Partnerschaft bestätigt die Pläne zwar nicht offiziell, zeigt aber, dass es tatsächlich in diese Richtung gehen könnte.
Die AF Racing AG ist unter anderem mit dem Rennteam R-Motosport in verschiedenen GT-Serien aktiv. R-Motorsport ist darüber hinaus auch die Motorsportabteilung von Aston Martin St. Gallen; dem einzigen exklusiven Aston Martin-Händler in der Schweiz und einem mit der AF Racing AG verbundenen Unternehmen. Zudem ist AF Racing strategischer Partner des Hyper-Sportwagenprojekts Aston Martin Valkyrie. Gemeinsam mit Aston Martin Lagonda Ltd. und Red Bull Technologies. R-Motorsport würde für Aston Martin in der DTM als Einsatzteam fungieren, Red Bull als Sponsor des Projekts auftreten.
Auch in Sachen Motor könnte HWA die Lösung sein. Denn es gibt in Affalterbach einen Vierzylinder-Turbo, der auf dem Prüfstand läuft, mit Mercedes aber nichts zu tun hat. „Ob er in das DTM-Reglement passt, darüber kann man streiten. Es gibt aber ein Produkt, das in die Richtung entwickelt werden könnte", sagt Fritz. Auch Honda gilt wegen der Verbindungen zu Red Bull in der Formel 1 als Kandidat für ein mögliches Aggregat. Wie auch immer das Projekt am Ende gestemmt wird: Berger hofft auch auf eine Signalwirkung: „Ich glaube, dass einer eine Dynamik auslösen würde. Aber ich möchte erst einmal die Mercedes-Lücke schließen, vor allem mit einem ausländischen Hersteller, um das ‚zu-Deutsch‘-Argument aufzubrechen. Der Rest ist die Kür.“

DTM: Grid-Girls 2018

Autor: Andreas Reiners

Fotos: Picture-alliance

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