DTM-Zwischenbilanz

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DTM-Zwischenbilanz

— 16.05.2007

Eine Frage des Alters?

Junge Fahrer in alten Autos auf den besten Plätzen: Der Generationswechsel in der DTM zeigte sich in Oschersleben besonders kurios.

"Sehr enttäuscht!" Viel mehr war in Oschersleben von Mika Häkkinen (38) nach dem zweiten DTM-Lauf 2007 nicht zu hören. Der "fliegende Finne" war abgestürzt wie selten. Gegen einen gerade mal 23 Jahre alten Burschen, den Häkkinen bis zu diesem heißen Rennwochenende in der Magdeburger Börde wohl noch nie richtig zur Kenntnis genommen hatte: Mike Rockenfeller. Dieser deutsche DTM-Neuling war schon im Qualifying die Sensation.

Alt vor neu?

Rocky, hier mit Audi-Sportchef Ulrich und Team-Rosberg-Manager Zensen, zeigt im Rennen keinen Respekt vor dem Alter.


Hinter Häkkinens nagelneue Mercedes C-Klasse des Jahrgangs 2007 hatte Rockenfeller seinen aus der 2006er Saison stammenden Audi A4 auf Startplatz zwei bugsiert. Sonntags beim Rennen beschleunigte "Rocky" dann Big-Mika, der immerhin zweimal Formel-1-Weltmeister im Duell mit Schumi wurde, auf dem Weg zur ersten Kurve auch noch locker aus. Und quetschte sich später, kurz vorm Ziel, mit einer beherzten Rempelattacke am großen alten Mercedes-Mann vorbei auf Rang drei. Oben auf dem Podest traf der extrabreit grinsende Rockenfeller auf zwei Kollegen, welche die gleichen Eigenheiten vorzuweisen hatten wie er: ein altes DTM Auto und selber jung an Jahren. Sieger Gary Paffett ist zwar schon 26 und war 2005 bereits DTM-Champ, aber der Brite aus der Mercedes-Truppe ist auch einer der neuen Fahrergeneration.

Darf's noch ein bißchen älter sein?

Selbst der Audi A4 Baujahr 2005 von Adam Carroll schaffte in Oschersleben Rang neun.

Beim in Oschersleben zweitplazierten Paul di Resta, dem erst 21 Jahre alten Mercedes-Schotten, besteht in der Generationsfrage natürlich nicht der geringste Zweifel. Wie Rockenfeller ist di Resta 2007 ganz neu in der DTM. Doch im Gegensatz zu "Rocky" und Kumpel Paffett muss der Schotte kein ein Jahr altes Auto, sondern ein zwei Jahre altes fahren. Trotzdem liegt der Mercedes-Junior nun mit zwölf Zählern punktgleich mit den Audi-Piloten Ekström und Tomczyk an der Tabellenspitze. Womit nach Oschersleben vor allem dies feststeht: Das DTM-Konzept Chancengleichheit für Autos aller drei von Audi und Mercedes verwendeten Jahrgänge durch unterschiedliche Basisgewichte und variierende Zusatzkilos je nach Rennerfolg funktioniert 2007 so gut wie schon lange nicht mehr.

Was muss man auf die Waage bringen?

Für den dritten Saisonlauf auf dem EuroSpeedway Lausitz (20. Mai) lautet die aktuelle Gewichtstabelle also: 1. Audi 2005 (1026 kg) 2. Audi 2006 (1046 kg) 3. Mercedes 2005 (1054 kg) 4. Mercedes 2007 (1056 kg) 5. Mercedes 2006 (1074 kg) 6. Audi 2007 (1084 kg).

Wann schlagen die "alten" Männer zurück?

Im Qualifying noch Schnellster, fuhr Häkkinen nach Kampf mit Rocky nur noch hinterher. Endergebnis: Rang 17.



Und die große Frage lautet: Kommt dort der große Konter der alten Mercedes-Männer mit ihren neuen, mittlerweile ziemlich leichten C-Klassen? Doch das hängt nicht allein von Mika Häkkinen und dem ebenfalls schwer in Gang kommenden Titelverteidiger Bernd Schneider (42) ab. Denn: Die neue C-Klasse ist super schnell, aber sie hält noch zu wenig. Schneider bremste eine defekte Servolenkung in der Qualifikation (nur Platz zehn). Bei Mercedes-Darling und Titelanwärter Bruno Spengler trat dieser Defekt nach Hockenheim nun wieder im Rennen auf. Wo Schneider in Oschersleben von Kupplungsproblemen gebremst wurde. Sonst wäre für den DTM Rekordsieger mehr drin gewesen als P6 und drei Pünktchen. "Ich bin überzeugt, dass das erfolgreichste Team der DTM überhaupt das in den Griff kriegt."

Gewohnt stark und cool stellt sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug noch vor die Mannschaft von HWA, die die 2007er C-Klassen von Schneider, Häkkinen, Spengler und Green entwickelte, baute und einsetzt. Und Bernd Schneider bleibt trotz seines Sieben-Punkte-Rückstands unverdrossen kämpferisch: "Meine Titelchancen sind noch vollständig intakt." Ob Altersgenosse Mika Häkkinen nach bisher zwei Nullrunden auch noch so denkt? Auf seine Antwort sind nicht nur wir sehr gespannt.

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