Düsterer Ausblick

VW: Düsterer Ausblick auf das Autojahr VW: Düsterer Ausblick auf das Autojahr

Düsterer Ausblick

— 12.03.2003

VW kommt ins Stocken

Für das Autojahr 2003 sieht der VW-Konzern schwarz. Die Konkurrenz wie Renault oder Peugeot steht besser da.

Schwieriges Autojahr

Einen besonders optimistischen Ausblick hatte wohl kein Experte von der Bilanzvorlage bei Volkswagen erwartet. Doch die düstere Prognose von VW-Chef Bernd Pischetsrieder schockte offenbar viele Börsianer und schickte die Aktienmärkte auf Talfahrt. Die VW-Aktie fiel am Dienstag in der Spitze um knapp zwölf Prozent auf 28,80 Euro und drückte den Deutschen Aktienindex (Dax) auf ein neues Sieben-Jahres-Tief. Zeitweise sackte das Börsenbarometer unter die Marke von 2300 Punkten. Auch die Kurse von DaimlerChrysler und BMW gaben zunächst nach.

Der Konzern werde 2003 den operativen Gewinn des Vorjahres von 4,76 Mrd. Euro nicht erreichen, sagte Pischetsrieder. Der Konzernchef kündigte an, Volkswagen werde die Investitionen in diesem Jahr um "mindestens zehn Prozent" kürzen. 2004 werde es wieder ein besseres Ergebnis geben.

Experten sind sich einig: 2003 wird ein schwieriges Jahr für die gesamte deutsche Autoindustrie. Unter anderem die geplante Erhöhung der Dienstwagensteuer mache sich negativ bemerkbar, heißt es beim Verband der Automobilindustrie (VDA). Schon die Ankündigung habe den Absatz von Dienstwagen in den vergangenen vier Monaten im Durchschnitt um 18 Prozent pro Monat reduziert. Jährlich würden in Deutschland rund 500.000 Firmenwagen neu zugelassen.

Aufwärtstrend im Februar

Autohersteller und Händler versuchen mit Rabatten und günstigen Krediten, die Nachfrage der privaten Verbraucher anzukurbeln. Offenbar mit ersten Erfolgen: Die Bestellungen aus dem Inland legten im Februar im Vorjahresvergleich um 16 Prozent zu. "Die Februarzahlen sind sicherlich noch keine Trendwende, aber sie zeigen bei den Zulassungen eine stabile Entwicklung und im Export ein weiteres Wachstum", sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk der WELT.

Experten sehen denn auch keinen Grund, aus dem pessimistischen Ausblick bei Volkwagen auf eine generelle Krise der hiesigen Hersteller zu schließen. "BMW ist auf gutem Kurs, ebenso Mercedes-Benz - auch wenn DaimlerChrysler vielleicht zurzeit etwas kleinere Brötchen backen muss", sagte Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Nürtingen, der WELT.

VW habe sich zu lange auf die Luxussparte konzentriert und Volumenmodelle vernachlässigt. So sieht es auch Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Center Automotive Research an der Fachhochschule Gelsenkirchen. "Opel holt als Wettbewerber auf und ist mit starken neuen Modellen am Start - das wird VW Punkte kosten."

VW-Zugpferde überaltert

Automobilanalyst Lars Ziehn von der Deutschen Bank verweist auf die starken französischen Wettbewerber: Mit Passat und Golf seien gleich zwei Zugpferde von VW in die Jahre gekommen, "da steht Peugot mit seiner neuen Produkt-Palette und Renault mit dem neuen Megane etwas besser da". Auf neue Modelle müssten in der Regel weniger Rabatte geben werden. Von den Währungsschwankungen sei VW kurzfristig stärker betroffen als andere Hersteller, weil die Wolfsburger sich nicht so stark abgesichert hätten.

Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sagte, Pischetsrieder seien keine Managementfehler vorzuwerfen. Er habe eher im Gegenteil durch Kosteneinsparungen und die neue Asienstrategie die Verluste gebremst. Das Umfeld sei für alle Automobilhersteller schwieriger.

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