Dunlop Drivers Cup 2006

Dunlop Drivers Cup 2006

— 07.11.2005

Duelle im Schlamm

Heie Phase im Dunlop Drivers Cup 2006: Die Pltze fr das Finale in Amerikas Westen werden im Matsch des deutschen Ostens vergeben.

Entscheidung in der Karibik des Ostens

Die "Karibik des Ostens" knnen wohl nur die wenigsten Anwesenden erkennen, als Instruktor Danny Pfeil seine Crew auf dem Gelnde des MSV Dieskau vorstellt. Irgendwie fehlt das Meer, und statt weiem Sandstrand und Palmen gibt es ziemlich gewhnlichen mitteleuropischen Baumbestand und reichlich Schlamm auf ausgefahrenen Offroad-Pisten. Irgendwo zwischen Halle und Leipzig verspricht es an diesen zwei Tagen nicht nur ernst, sondern auch dreckig zu werden im Kampf um die Finalpltze des Dunlop Drivers Cup 2006.

Der Weg in den Westen der USA fhrt also ber den Osten Deutschlands. In fnf kniffligen Gelnde-Sektionen mssen die Kandidaten beweisen, da sie ihre gute Performance auf den Rennpisten in den Vorausscheidungen auch ber Stock und Stein wiederholen knnen. Keine leichte Aufgabe, denn die meisten betreten hier absolutes Neuland. Der letzte Kontakt mit einem Bodenbelag wie in Dieskau drfte weit zurck in der Kindheit liegen. Die Schippen und Frmchen der Vergangenheit sind hier handfeste Offroad-Gerte: Neben Nissan Patrol und Jeep Cherokee will der Boden gekonnt mit Enduro-Motorrdern und Quads beackert werden.

Auf schwierigem und tiefem Geluf, wie der Turfsportler sagen wrde. Grip in kniffligen Bergauf-Passagen ist hier nur zu finden, wenn man gefhlvoll mit dem Gaspedal umgeht. Da man die rutschenden Fahrzeuge dabei noch durch eng gesteckte Tore manvrieren mu, macht die Sache doppelt schwer. Mal bleibt ein Spiegel hngen und wirft die Holzkugel von den Torpfosten, dann bricht bei allzu beherztem Gaseinsatz das Heck aus mit dem gleichen Effekt und daraus resultierenden Minuspunkten.

Mit Geschick und Glck durch den Schlick

In zwei von drei Auto-Sektionen ist also in erster Linie Gefhl gefragt fr Auto und Zeit. Denn es kommt nicht nur auf eine "saubere" Linie durch die Tore an, sondern auch darauf, die vorgegebene Zeit mglichst exakt zu treffen. Abweichungen bedeuten Minuspunkte. Das ist im reinen Trial-Parcours vielleicht noch machbar, aber wenn die Teilnehmer ihren Weg auch noch selber suchen mssen, mitunter vergessen, wo sie schon langgefahren sind, ist das mit dem Zeitgefhl auch nicht mehr soweit her.

Weniger Knnen als Glck verlangt die Sektion, in der neun Tore drei nebeneinander in drei Reihen in einer nicht bekannten Reihenfolge durchfahren werden mssen. Nur eines in jeder Reihe ist das richtige, und hat man das erste gefunden, warten im schlimmsten Fall noch sechs weitere Versuche. Das kostet Zeit und sorgt fr Aufregung. Glck kann man eben nicht knnen. Und so hofft jeder, da er die richtigen Tore mglichst schnell findet und ein schlechtes Ergebnis in der Gesamtwertung nicht allzu stark gewichtet wird. Da helfen auch die aufmunternden Worte des Instruktors wenig.

Einfacher, aber nicht anspruchsloser ist die Quad-Sektion: 200 Kilogramm, knapp 40 PS und lockerer Waldboden da wird jeder beherzte Gassto zum Drift. Auch wenn die meisten noch nie auf diesen Sportgerten gesessen haben, stellt sich schnell Vertrauen ein. Und der Teamgeist wird sichtbar. Beim Anlegen der Protektoren hilft man sich ungeachtet der Konkurrenzsituation gegenseitig. Gute Voraussetzungen fr das Finale in Kalifornien, wo Teamspirit ganz gro geschrieben wird.

Grenzenloser Jubel bei den Gewinnern

Das schne Bild der helfenden Hnde wiederholt sich bei den Enduro-Fahrten: Teilnehmern, denen ihre Maschine auf dem glitschigen Boden entgleitet, wird wieder in den Sattel geholfen. Erstaunlich, wie es die meisten fliegen lassen, obwohl selbst die anwesenden Besitzer eines Motorradfhrerscheins bislang noch nie im Gelnde gefahren waren. Verletzungen sind trotzdem nicht zu beklagen: Ein vom Gashebel leicht ldierter Finger ist glcklicherweise schon das schlimmste eine winzige Wunde, davongetragen im Kampf gegen die Tcken des Gelndes.

Sptestens bei der Siegerehrung sind alle Blessuren vergessen. Unter den Teilnehmern macht sich Nervositt breit. Nur 18 von ihnen, zusammengestellt zu jeweils neun Teams, werden im Mrz 2006 die Reise zum Finale nach Kalifornien antreten. Und die Instruktoren lassen sie schn lange zappeln. Bei der Verkndung der Ergebnisse gibt es grenzenlosen Jubel auf der einen, aber auch Enttuschung auf der anderen Seite. Die Sieger stehen fest, die Verlierer nehmen die Erinnerung an zwei aufregende Tage mit nach Hause und werden sich im kommenden Jahr ziemlicher sicher erneut fr den Dunlop Drivers Cup bewerben. Es lockt schlielich die Aussicht auf einen erneuten Trip in die "Karibik des Ostens".

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