Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 4)

Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 4) Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 4)

Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 4)

— 19.04.2007

Pyrenäen-Parcours

Schluss mit dem Flachland: Der Dunlop Drivers Cup kommt durch die Pyrenäen. Die Finalisten tauschen den Sport- gegen einen Geländewagen.

Das Ziel des Tages ist in der diesigen Morgenluft unmöglich auszumachen. Morgens um sieben ist für die Finalisten das französische Land noch ganz flach. Kaum zu ahnen, dass es nur kurze Zeit nach der Abreise vom Flachland ins Gebirge geht. Auf der heutigen Etappe nimmt der Tross die Passage über die Pyrenäen unter die Räder. Nur noch das bis zu 3400 Meter hohe Grenzmassiv trennt den Dunlop Drivers Cup 2007 von der iberischen Halbinsel, wo ganz im Süden in fünf Tagen der spanische Zielort Malaga wartet.

Grandios: die Kulisse der Pyrenäen.

Bis dahin ist es aber noch ein gutes Stück zu fahren. Und dabei heißt es besonders heute, die Augen offen zu halten. Wer einmal durch die Pyrenäen gefahren ist, der weiß, was gemeint ist. Es ist nicht besonders gefährlich in den Bergen, auch wenn die Serpentinen teilweise eng sind. Es gibt einfach zu viele Eindrücke zu verpassen, die die teils schneebedeckten Gipfel, die schroffen Steilhänge oder die engen Schluchten bieten. Da sollte man sich schon mal die Zeit für eine Rast nehmen und das Auge schweifen lassen.

Zwei Generationen Autobegeisterung: Erik den Dekker und Augusta (links).

Eine gute Gelegenheit übrigens, Tuchfühlung mit dem Publikum aufzunehmen. Für Augusta zum Beispiel sind die Dunlop Drivers schon so etwas wie Stars. Etwas schüchtern nähert sich der kleine spanische Junge den parkenden Autos und will die Einladung zu einer Sitzprobe im 350Z erst gar nicht annehmen. Als er sich dann aber doch traut, will er auch den Motor hören und gibt Momente später bereits ziemlich beherzt Gas. Im Stand natürlich, bei angezogener Handbremse mit ausgelegtem Gang. Von seinem Führerschein ist der Kurze nämlich in etwa so weit entfernt wie der Dunlop Drivers Cup von Malaga.

Und selbst die heutige Etappe zieht sich: 340 Kilometer hören sich nicht wirklich viel an, aber wenn es immer wieder über einen Berg geht, sinkt das Durchschnittstempo erheblich – die Anreise zu den heutigen Prüfungen dauert bis in den frühen Nachmittag. Da sind die Finalisten mittlerweile aus dem Gröbsten raus, was die Pyrenäen angeht, aber es ist noch lange nicht Ende mit Gelände. Flach war gestern, heute ist buckelig angesagt.

Wie es schöne Tradition bei der Langstreckenrallye ist, geht es jetzt ins Gelände. Die 350Z haben Pause, Patrol und Pathfinder müssen ran. Nach einer schönen Rast mit einer guten spanischen Paella – für die Fahrer, nicht für die Autos, versteht sich. Schluss mit den Spitzfindigkeiten und ab in den Dreck. Am vierten Tag der Tour ist der Asphalt dem staubigen Waldboden gewichen. Auf dem Programm stehen insgesamt drei Wertungsprüfungen. Alles schön knifflig, so wie es sich gehört. Den meisten, die hier die ersten Offroad-Erfahrungen sammeln, geht es wie Teilnehmer Daniel Tiesler: "Erstaunlich, was man mit einem Auto so machen kann."

Erstaunlich aber auch, was die Finalisten leisten. So ein Patrol fährt ja eigentlich von selbst, aber es ist der Dirigent am Steuer, der aus Drehmoment und Allradantrieb eine schöne Bestzeit zaubert. Zum Beispiel im Trial-Parcours, der mit Abstand spektakulärsten Sektion. Hier geht es steil bergauf, durch enge Kurven, dann wieder in schier unmöglichem Winkel gen Himmel. Zu allem Überfluss sind dabei auch die Tore noch schön eng gesteckt. Wer da ohne Fehlerpunkte durch will, braucht ganz viel Gefühl – für Auto und Zeit. Denn es gilt, wie in einer weiteren Prüfung, eine Richtzeit zu treffen, die auch der Teampartner nicht unter- oder überbieten sollte. Das ist schwer, ob durch die engen Tore oder durch ein vergleichsweise harmloses Gelände im Rundkurs.

Disziplin Nummer drei dominieren mal wieder die Amerikaner. Nicht, weil sie so wahnsinnig talentierte Geländefahrer sind, sondern weil sie einfach keine Grenzen kennen und immer glauben, dass es schon irgendwie gut gehen wird. Nun, es ist ein kleines Wunder, dass Doktor "Drivers Cup", Thomas Sanner, beschäftigungslos bleibt. Denn in dem Parcour, der blind und auf Anweisungen des außen am Auto mitlaufenden Teamkollegen durchfahren werden muss, kennen die sechs USA-Finalisten kein Pardon. So schnell wie sie schafft es keiner. Aber auch kein anderer schrammt so haarscharf daran vorbei, seine Teamkollegen über den Haufen zu fahren. Wie soll man sich auch im Blindflug bei 20 km/h noch darauf konzentrieren, was einem von außen an Richtungsempfehlungen entgegengebrüllt wird?

Am Ende entscheidet das Team Nissan mit Markus Grenzer und Florian Quast den Offroad-Tag für sich. In der Gesamtwertung hilft das allerdings wenig, auch wenn die beiden auf dem siebten Platz noch in Schlagdistanz zur Spitze liegen. Dort gibt es aktuell massig Stars & Stripes: USA I führt vor USA II und USA III. Ob die Amerikaner ihren Vorsprung noch ausbauen können oder ob ein anderes auf die Podestplätze fährt, lesen Sie im nächsten Teil des Tagebuchs.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.