Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 5)

Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 5)

— 20.04.2007

Vom Staube verweht

Zum ersten Mal stehen mehr als 400 Kilometer auf dem Programm. Die Strecke ist spektakulr und ziemlich staubig wie die Tages-Challenge.

Noch mal zur Erinnerung: Was Drivers Cup heit, hat mit Fahren zu tun. Wie, womit und auf welchen Straen man fhrt, ist dabei egal. Es muss auch nicht immer nur im Kreis gehen. Zum Beispiel bei der heutigen Etappe von Peramola nach Calahorra. Da stehen mal eben kurz 434 Kilometer auf dem Programm, bevor die Finalisten zu den donnerstglichen Wertungsprfungen gelangen. Im Klartext: Strecke abreien. Aber nicht auf einer schnurgraden, dreispurigen Autobahn, sondern ber immerhin ganz passabel ausgebaute einspurige Landstraen.

Sauber soll er sein: Team Nissan pflegt seinen 350Z.

Das beste Bild auf dieser Etappe geben zunchst die "Winner of the day" Florian Quast und Markus Grenzer ab. Die Offroad-Champs von gestern wollen auch heute glnzen. Und fangen damit quasi direkt nach Sonnenaufgang an: Bei der ersten Gelegenheit wird der Nissan 350Z auf eigene Kosten und mit hohem Einsatz mit dem Dampfstrahler aufgepeppt. Sieht schon super aus, so ein silbern glnzender Sportwagen, fhrt aber auch nicht viel schneller als das brige dreckige Dutzend. Genau genommen sind es 13 andere Autos, aber damit funktioniert das Wortspiel nicht so schn. Zumal sich die beiden ihr Sportgert auch wieder richtig schn einsauen auf dem Weg ber eine 30 Kilometer lange Schotterstrecke.

Die Schotterpiste: Und aus ist es mit dem glänzenden Lack.

Fr die vergebene Liebesmh der Waschaktion entschdigt ein grandioser Ausblick auf eine weite Ebene voller unglaublicher Felsformationen. Perfekt fr die Neuauflage der Winnetou-Filme. berhaupt ist es den ganzen Tag ber landschaftlich immer spannender geworden. Mal stehen milde Hgel auf dem Programm, mal sind die Berge etwas hher und wollen in Serpentinen erklommen werden. Das alles auf ziemlich engen Straen, die fr verantwortungsvolle Dunlop Driver kein allzu hohes Tempo zulassen. Das fhrt zu leichten Verzgerungen bei den heutigen Wertungsprfungen. Wer zwischendurch zu lange fasziniert auf die beeindruckenden Berge gestarrt hat, kommt eben etwas zu spt an. Kein Beinbruch eigentlich, aber viel Luft fr touristisches Sightseeing bleibt auch nicht.

Noch mehr Staub: Die Challenge auf Quads knirscht zwischen den Zähnen.

Die Challenge fhrt die Finalisten mal wieder ins Gelnde. Waren es gestern noch wuchtige Nissan Patrol sind die Waffen im Kampf um den Tagessieg heute deutlich filigraner: Es geht auf Quads und Enduro-Motorder. Und das Gelnde ist diesmal kein bewaldeter Hang, sondern eine von Felsen eingerahmte, trockene Sandflche. Das ist mit den gestrigen Aufgaben verglichen in etwa so unterschiedlich wie eine Schlosserei und ein Operationssaal. Wobei es sich heute eindeutig um die Schlosserei handelt. Denn egal wie schnell und mit welchem Fahrzeug die 28 Protagonisten unterwegs sind es wird gehrig Staub aufgewirbelt, der nach krzester Zeit in jeder Pore klebt.

Das schmeckt nicht jedem vor allem nicht zwischen den Zhnen. Hier und heute wird bewiesen, dass Rennen im Gelnde eine richtig dreckige Sache sein knnen. Aber offensichtlich auch enorm viel Spa machen. Ohne Rcksicht auf Kleidung und Krper wird hier geheizt, was das Zeug hlt. Auf den Quads nach kurzer Eingewhnung ziemlich ungehemmt, auf den Enduros etwas verhalten, aber alles andere als ngstlich. Lustig ist es brigens auch. Die heute bunt zusammengewrfelten Teams mssen sich Namen geben. Ergebnis des kreativen Prozesses: "Spass-Maxx", "Rubber Ducks" oder "Dirty Devils", um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Großer Enduro-Sport: Wer so fährt, der hat den Bogen raus.

In den gezeiteten Runden ist der Spa natrlich vorbei. Da wird um jeden Meter Fahrbahn, um jedes kleine Sandkorn gekmpft. Wer mit dem Quad im Zweierrennen vorne liegt, hat den Vorteil, seinen Verfolger ordentlich Staub schlucken zu lassen. Auf dem hinteren Platz kann man sich trotz Schutzbrille nur schwer orientieren. Egal ob auf trockenem oder nassem Asphalt: Hier sind 28 Racer unterwegs. Die Amerikaner erweisen sich brigens erneut als die ehrgeizigsten und im Endergebnis wohl auch talentiertesten Teams im Starterfeld. Der Rest der Truppe erfreut sich auch auf den hinteren Pltzen an den ungewohnten Fortbewegungsmitteln. Fr wen dabeisein alles ist, hat auf jeden Fall ganz viel richtig gemacht. Und vor allem in den Bergen lnger hingeschaut ...

Den heutigen Tagessieg fahren auf der Quad-Strecke die "Tyre Dealer" Frank Danger und Frank Lb gemeinsam mit Team USA III (David Furchak und Egon Szenttamasy) ein. Auf der Enduro-Strecke gibt es nur einen Sieger, und der heit USA I mit Todd Eagan und Billy Link. Auch in der Gesamtwertung hat sich an der Dominanz der amerikanischen Teams nichts gendert: Es fhrt USA I vor USA III und USA II. So gehen sie in die morgige Tranferetappe, die in erster Linie "Kilometer fressen" heit. Am Ende des Tages soll dann noch gelaufen und gejoggt werden. Wie das ausgeht, lesen Sie im nchsten Teil des Tagebuchs am Montag, 23. April.

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