Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 8)

Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 8) Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 8)

Dunlop Drivers Cup Finale 2007 (Teil 8)

— 24.04.2007

Grand Prix in Ascari

Die Spannung kocht über: Noch sechs Teams können den DDC 2007 gewinnen – auf einer der anspruchsvollsten Strecken der Welt.

Wer in Ascari ist, hat keine Probleme. Das merkt man irgendwie schon am Namen: "Race Resort" heißt das Gelände im spanischen Süden – nicht "Rennstrecke", so wie die Asphaltbänder für Motorsportler überall sonst auf der Welt genannt werden. Hier auf dem Spielplatz der Reichen ist alles super. Die Anlage ist supergroß, die Boxenanlage supersauber, das Internet superschnell und die Strecke superschwer. Und das macht dem einen oder anderen der Fahrer, die aus aller Herren Länder auf dieses atemberaubend schöne Gelände kommen, dann doch ein paar Probleme. Dazu aber später.

Genial: Das Ascari Race Resort lässt keine Wünsche offen.

Der absolut letzte Wettbewerb des Dunlop Drivers Cup 2007 könnte also kaum einen würdigeren Rahmen haben. Landschaftlich großartig, dazu fahrerisch anspruchsvoll – das trifft den Nagel auf den Kopf. Perfekte Kulisse für einen Länderkampf der besonderen Art. Noch sechs Teams haben die Chance, den Drivers Cup zu gewinnen. Die Holländer sind noch im Rennen, die Schweizer können noch was reißen, die drei amerikanischen Teams sowieso. Und dann ist da ja auch noch das deutsche Team, bestehend aus Guido Simon und Kai Hundertmarck, die sich in den letzten Tagen klammheimlich nach vorne gefahren und gelaufen haben.

Fast wichtiger als die Autos: eine gute Taktik und ein gutes Zeitgefühl.

Die Aufgabe am heutigen Tag: Zeiten treffen. Nein, hier schießt niemand auf Uhren, auch wenn der Geldadel hier durchaus der Leidenschaft des Tontauben-Schießsports frönt. In den beiden Qualifikationsrunden wie im Rennen müssen die Teampartner bei ihren schnellsten Runden möglichst dieselbe Zeit fahren. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn die Rennstrecke in Ascari ist ein Monster. Fast jede Kurve ist der Nachbau besonders tückischer Passagen der berühmtesten Tracks dieser Erde. Nicht umsonst nennt Fernando Alonso den Kurs die "anspruchsvollste Rennstrecke der Welt". Er muss es wissen, er ist schließlich der amtierende Formel-1-Champion.

Hier muss man stets ans Limit: Ascari ist extrem anspruchsvoll.

Wenn der hier schon zu kämpfen hat, dann ist es eine sehr weise Entscheidung der Rennleitung, kein Rennen im klassischen Sinne abzuhalten. Geschwindigkeit ist wie gesagt nichts, Gleichmäßigkeit zählt. Da geht den Finalisten aber auch gar nichts von ihrem Spaß ab. Wer hier gefahren ist, gehört schließlich zu einem ganz erlauchten Kreis. Das ist großes Glück – das Billy Link und Todd Eagan vom Team USA I nicht so recht genießen können. Den beiden klebt seit gestern auf der Kartbahn das Pech an den Rennstiefeln: In der Qualifikationsrunde erleidet ihr 350Z einen unerklärlichen Leistungsverlust. Sie müssen ausgerechnet im Finale auf ein Ersatzfahrzeug wechseln. Auch die Österreicher haben mit der Technik zu kämpfen, sind es aber selber schuld: Sie verpassen den richtigen Zeitpunkt zum Bremsen-Check, sodass Scheiben und Beläge gewechselt werden müssen.

Los geht's: Jetzt zählt nur noch gleichmäßiges Fahren.

Die Probleme werden bis zum Start von Nissan-Mechaniker Richie routiniert behoben. Und dann geht es los: Manfred Hessel, Chef des Organisations-Teams, schickt die 14 Teams ins Rennen. Die Uhren im Cockpit sind abgeklebt, aber wer bitte hätte bei der Plackerei am Lenkrad überhaupt die Muße, seine Zeit zu kontrollieren? Zu viele Kurven hängen, machen zu oder folgen direkt auf Schikanen, die auch Profis ins Schwitzen bringen. Siehe oben. Und als es vorbei ist, baut sich die Spannung noch lange nicht ab. Fast alle Fahrer sind "fertig wie ein Lachsbrötchen", wie es Nürburgring-Sprecher Wolfgang Drabiniok ausdrücken würde. Und alle warten nervös darauf, wer es denn nun gepackt hat.

Da spritzt der Schampus: USA III, Deutschland und USA II feiern.

Machen wir es kurz: Nach einem fantastischen Tag auf dem Ascari Race Ressort hat es Team Deutschland mit Kai Hundertmarck und Guido Simon geschafft, den totalen Triumph der Amerikaner zu verhindern. Sie belegen in der Endabrechnung den zweiten Platz. Ganz oben auf dem Treppchen stehen David Furchak und Egon Szenttamasy (USA III), auf dem dritten Platz landen Lee Clark und Kevin Clarke (USA II). Der vielleicht wichtigste Titel des Dunlop Drivers Cup 2007 bleibt aber in Deutschland: Frank Danger und Frank Löb (Tyre Dealer) holen den Teamspirit-Award. Und der wird von den Teilnehmern selbst und den mitreisenden Medienvertretern gewählt.

Für den, der seit neun Tagen aus dem Süden berichtet hat, ist jetzt Feierabend. Mit dem letzten Teil meines Tagebuchs endet eine lange Reise nach Malaga. Bevor ich aber auf die Abschlussparty gehen kann, gibt es noch einen wichtigen Job zu erledigen: die Galerie mit den besten Bilder aus Askari.

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