Duster gegen C3, Astra, Cube und Qashqai

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Duster gegen C3, Astra, Cube und Qashqai

— 26.05.2010

Wo steht der Dacia Duster?

Dass er wenig kostet, wissen wir. Dass er eine Menge bietet, auch. Aber wen macht der Dacia Duster wirklich glücklich? Ein Vergleich mit Citroën C3, Opel Astra, Nissan Cube und Nissan Qashqai.

Das Gerät, das unser Kollege auf dem Foto in der Hand hält, ist ein Sextant. Kleine Verständnishilfe für alle aus der Ära Google Earth: Ein Sextant ist kein Schüler, auch nichts Unanständiges, sondern ein nautisches Instrument zur Bestimmung des Standorts. Sozusagen das GPS der frühen Entdecker. Also sollten wir so doch wohl feststellen können, wo genau der neue Duster steht. Zunächst einmal erfreulich nahe an den Traumvorstellungen aller Käufer. Schlanke 13.400 Euro kostet der Dacia als 1,6-Liter-Benziner – ohne Allradantrieb, aber in der gehobenen Lauréate-Ausführung mit Klimaanlage und Seitenairbags.

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Seinen günstigen Preis sieht man ihm nicht wirklich an: der Dacia Duster.

So sexy, wie der jüngste Wurf aus der Discount-Abteilung des Renault-Konzerns daherkommt, sieht man ihm die Herkunft aus dem Billigland Rumänien erst einmal nicht an. Grund genug, den SUV-Newcomer gegen vier Konkurrenten einzunorden, etwa gegen den gleich teuren Citroën C3. Was kann der Dacia besser als der Kleinwagen? Der Opel Astra 1.4 steht mit 100 PS fast so gut im Futter wie der Duster (105 PS) – aber was rechtfertigt beim Kompakten aus Rüsselsheim den Aufschlag von 3500 Euro? Mit 1563 Litern bietet der Cube von Nissan fast genauso viel Platz wie der Dacia – der kultige Kasten kostet aber 5900 Euro mehr. Lohnt sich das? Und zum Schluss wäre dann noch zu klären, ob es wirklich ein Nissan Qashqai sein muss. Oder trumpft der Billigheimer aus der Walachei als Abenteuer-Auto für den Großstadtdschungel vielleicht genauso stark auf?

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Gefühllos: Die Lenkung des C3 eignet sich am besten zum einparken.

Los geht's. Der Umstieg vom Duster in den Citroën C3 ist erst einmal ein Abstieg: vom ersten Stock ins Erdgeschoss. Eben noch souverän über den Dingen thronend, wird man jetzt auf Augenhöhe mit der Masse durch den Stadtverkehr gespült. Und stochert mit der gefühllosen Lenkung des Franzosen noch viel mehr im Nebel als mit dem teigig-indirekten Dacia-Steuer. Immerhin: In die Parklücke schlüpfen – das geht mit dem C3-Ruder wunderbar leicht. Kurven anpeilen ist dafür Glückssache. Aber auch der Duster mag es eher gemütlich, Hektik überlässt er anderen. Schnödes Hartplastik müssen die Passagiere in beiden Autos ertragen. Großeinkäufe lassen sich im Duster aber besser transportie ren: Von bis zu 1636 Liter Kofferraum können C3-Käufer nur träumen.

Wer stattdessen zum Nissan Cube greift, kommt beim Einladen dicht an den Duster ran. 1536 Liter kann der würfelförmige Japaner schlucken. Respekt. Der Nutzwert könnte allerdings noch höher sein, wenn die zum Paket gefaltete Rückbank nicht im Auto verbleiben müsste. Den rustikalen SUV-Charme des Duster kontert der Nissan mit markanter Kastenoptik im iPod-Stil. Auffällig, aber Geschmacksache. Ob man sich im sanitätshausgrauen Plastikcockpit des Japaners wohler fühlt? Na ja... Begeisterungsstürme löst auch der Dacia-Fahrerplatz nicht aus. Die braunen Zierblenden sehen aus, als hätten die Rumänen die Reste von Handyschalen aus der Nokia-Produktion recycelt. Ziemlich schlicht das Ganze, aber zweckmäßig.

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Bequem aber nicht dynamisch: Der Cube eiert so eckig durch die Kurve, wie er aussieht.

Der Nissan Cube will witzig wirken, verfehlt aber die Pointe: zwölf Cupholder, in die nur Mini-Becher passen, ein nutzloser und Staub fangender Flokati-Teppich auf dem Armaturenträger, bunte Haltegummis in den Türen. Selten so gelacht! Schade, dass nicht mehr Ideen so stilsicher und landestypisch umgesetzt wurden wie das Sonnenrollo im Reispapier-Look. Immerhin: Die Passagiere reisen auf breiten Plüschpolstern ähnlich bequem wie im Dacia. Auch der Federungskomfort ist erste Sahne – beim Duster übrigens auch, doch dazu später. Der Nissan-Vierzylinder wirkt mit 110 PS recht aufgeweckt. Richtig Laune macht der Cube trotzdem nicht, denn um Kurven eiert er so eckig, wie er aussieht.

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Zäh: Der 100-PS-Motor hat mit dem 1,4 Tonnen schweren Astra große Mühe.

Fahrspaß? Dafür war Opel stets eine gute Adresse. Und ist es auch beim neuen Astra wieder, aber nicht mit diesem Motor. 100 PS? Weiß der Teufel, wo die Ingenieure die versteckt haben! Der 1,4-Liter wirkt, als habe jemand Schlafmittel statt Super in den Tank gekippt. Viel Kraft versickert im lang übersetzten Getriebe. Und das bisschen, was übrig bleibt, hat schwer am Wohlstandsspeck zu schleppen. Mit 1396 Kilo bei 4,42 Meter Länge verfehlt der Astra den idealen Body-Mass-Index der Kompaktklasse. Wenigstens geizt er nicht mit Wohlfühl-Qualitäten. Auf den rückenfreundlich straff gepolsterten Sitzen reist es sich ermüdungsfrei, und der Geräuschpegel bleibt niedrig. Kein Wunder: Wenn der Duster im fünften Gang bei 130 km/h schon mit 4000 Touren über die Bahn plärrt, wälzt sich die Astra-Kurbelwelle noch mit entspannten 3100 Umdrehungen in den Lagern. Gut für Spritverbrauch und Nerven.

Weitere Details zur Duster-Standortbestimmung finden Sie in der Bildergalerie!
Martin G. Puthz

Martin G. Puthz

Fazit

Der Duster ist ein schillernder Typ, nicht nur in Mahagonibraun-Metallic. Auch wenn er hier nach Punkten Letzter wird, geht er als Sieger der Herzen vom Platz. Mit seinem Mix aus günstigem Preis, flotter Optik und bodenständigen Alltagsqualitäten kommt der von Wohlstands-Fett entschlackte Rumäne für kostenbewusste Käufer jeder Couleur in Betracht. Ganz sicher wildert er nicht nur im durchweg hochpreisigen SUV-Revier. Auch für manchen Konkurrenten aus der Klein- und Kompaktwagenklasse könnte es künftig ganz schön duster werden. 

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