Audi R8 e-tron

E-Autos: Pro und Kontra

— 30.09.2010

Das Elektro-Auto polarisiert

Elektroautos: Die wichtigste Technologie von morgen oder letztlich nicht viel mehr als ein Öko-Hype? Die E-Mobilität polarisiert – und spaltet natürlich auch unsere Redaktion.

"Am Elektroantrieb führt in Zukunft kein Weg mehr vorbei", behauptet Hauke Schrieber.

"Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Das sagte Kaiser Wilhelm II. vor mehr als 100 Jahren, als die ersten Motorkutschen über unbefestigte Wege holperten. Heute stehen wir vor der nächsten Revolution des Verkehrs, der Elektromobilität. Ich liebe Elektroautos, weil es einfach geil ist, die Zukunft zu fahren: zu spüren, wie ein Tesla katapultartig beschleunigt.

E-Autos werden bald bezahlbar

Redakteur Hauke Schrieber.

Dabei vermisse ich nichts, schon gar nicht den Sound eines Achtzylinders. Die Welt forscht, weil sie die Zeichen der Zeit erkannt hat: Klimaerwärmung, Endlichkeit fossiler Energien, Sehnsucht der Menschen nach guter Luft und etwas mehr Ruhe in den Innenstädten. Keine Sorge, lieber Kollege: Wer auch in Zukunft auf Benzin nicht verzichten mag, ist kein Ewiggestriger. Niemand wird gezwungen, E-Autos zu kaufen. Zumal sie erst dann erschwinglich sind, wenn die Akkukosten sinken. Doch das ist in absehbarer Zeit der Fall. Neue Technologien waren am Anfang schon immer sehr teuer. Kritik an Reichweite und Ladezeit? Fehlender Ladeinfrastruktur? Verständlich, aber sekundär. Wichtiger ist die geistige Reichweite. Am Elektroantrieb führt in Zukunft kein Weg vorbei. In den 90ern fand auch ich Elektroauto-Versuche wenig sexy. Wer heute eine Runde im Tesla Roadster dreht, steigt als anderer Mensch aus. Die lautesten Kritiker des E-Autos sind oft jene, die dieses Gefühl nicht kennen. Ich empfehle eine Testfahrt!

Redakteur Joachim Staat.

"Elektroautos sind weder Problemlöser noch Heilsbringer", sagt Joachim Staat.

Ich ahne schon, dass mich die neue Stromer-Clique als Ewiggestrigen niedermachen wird, als Benzin-Junkie und Fortschrittsfeind. Egal, 30 Jahre Erfahrung mit Autotechnik bringen mich zur festen Überzeugung: Elektroautos sind nicht die Lösung unserer Probleme von morgen. Sie sind nicht der Heilsbringer, als der sie heute gehandelt werden, sondern nur das Vehikel, auf das jetzt einige aufspringen, die sich nicht um Kosten und Machbarkeit kümmern, sondern nur krakeelen: Warum haben deutsche Entwickler wieder mal gepennt? Haben sie gar nicht. Als ich in den 90ern Golf Stromer und Audi duo gefahren habe, war ich begeistert! Aber ihr größtes Handicap haben E-Autos seit damals nicht abgelegt: Batterien sind noch immer teuer, schwer, zu schnell leer. Die Fortschritte sind beachtlich, aber ändern nichts daran, dass Stromer keinen bezahlbaren, überall einfach betankbaren Benziner ersetzen.

Stromer als Drittauto? Gern!

Das E-Mobil als Pendlerkiste, als Citycar für die Mautzone oder Drittauto? Gern, der hohe Preis regelt die Verbreitung von allein. Es wird auch nicht morgen ganz China elektrisch fahren. Zumal diese Autos nicht sauber sind, sondern ihren Dreck nur anderswo produzieren. Mich nervt nicht das Strom-Mobil, sondern der aktuelle Hype darum. Hersteller machen mit, weil sie sich den grünen Anstrich verpassen. Die Ökos, weil sie den Heiligen Gral gebucht haben. Und die "Dagegen-Seier", weil sie der Industrie an den Karren fahren können. Mann, lasst das E-Auto im Dorf!

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