Test E-Klasse T-Modell und A6 Avant

Audi A6 Avant Mercedes E-Klasse T-Modell Audi A6 Avant Mercedes E-Klasse T-Modell

E-Klasse T-Modell und A6 Avant im Vergleich

— 02.02.2009

Fit im Herbst ihres Lebens

Zwei Typen im besten Alter wollen sich noch einmal beweisen: Das Mercedes E-Klasse T-Modell mit Direkteinspritzung trifft auf den Audi A6 Avant mit frischem Kompressor-V6. AUTO BILD macht den Kombivergleich.

Sie glänzen mit Kaufkraft und Seriosität. Die sogenannten Best-Ager ab 50 werden immer beliebter – trotz ein paar Falten und grauer Haare. Erfahrung und Reife sind auch bei Autos geschätzte Argumente. Ausgereifte Modelle, die ihre Kinderkrankheiten lange hinter sich haben, geben die nötige Sicherheit beim Kauf. Wie die E-Klasse. Bereits 2002 gestartet, hat sie ihre Flegeljahre lange hinter sich – und trifft nun auf einen ebenfalls reifen Audi A6 Avant, der mit neuem 290-PS-Kompressor-Motor richtig Gas gibt. Da muss das E 350 CGI T-Modell (292 PS) auf seine alten Tage noch mal ordentlich aus den Federn kommen. Was die klassischen Kombi-Tugenden angeht, hängt der alte Hase T-Modell den Avant erst mal ab. Hervorragende Sitze und genügend Luft zum Lümmeln bieten beide, als Gepäckspeicher verdient der Mercedes aber deutlich mehr Lorbeeren. Wer mit der Familie verreist, kann im Benz einen Koffer mehr einladen. Beim Wochenende zu zweit muss die Liebste im T-Modell auch auf ihren Schrankkoffer nicht verzichten – der wahrlich nicht kleine Audi provoziert hier schon 290 Liter früher Diskussionen.

In Sachen Motorisierung hat der Audi A6 eindeutig die Nase vorn

Der große Dynamiker: Bei den Fahrleistungen ist der A6 der E-Klasse überlegen.

Wenden wir uns von der Klappe hinten zur vorderen Haube, hellen sich die Mienen deutlich auf. Denn in beiden Fällen steckt ein V6-Direkteinspritzer darunter, der weder Fragen noch Wünsche offenlässt. Der von einem Kompressor unter Druck gesetzte Dreiliter im Audi A6 begeistert dabei mit hellwachem Antritt ab Leerlaufdrehzahl, kraftvollem Schub in allen Lebenslagen und fast schon enthemmter Drehfreude. Und: Das Ganze klingt auch noch gut. Mercedes kommt ohne Aufladung aus, schenkt dafür beim Hubraum einen halben Liter mehr ein. Das bringt dem 3,5-Liter-V6 einen bemerkenswerten Punch aus mittleren Drehzahlen und reichlich Reserven beim Überholen. Wer das Drehzahlband ungeniert ausreizt, dem wird allerdings postwendend und lauthals eine Beschwerde des CGI zugestellt. Der Unterschied in Zahlen ausgedrückt: Bis Tempo 100 verliert der Benz noch akzeptable 0,8 Sekunden auf den Audi. Bis 160 km/h wächst der Rückstand schon auf 1,6 Sekunden und bei Tempo 200 fährt die E-Klasse schon 3,4 Sekunden hinterher. Am Ende kann der A6 aber dennoch nicht davonziehen, beide Eiltransporter regeln bei 250 km/h ab.

Das Wohlfühlprogramm fällt in der Mercedes E-Klasse üppiger aus

Mehr drin: Der E-Klasse-Kombi ist besser ausgestattet als der Avant.

Wenn es dann ums Wohlfühlen an Bord, ums Entspannen und Genießen geht, schiebt der Mercedes seinen Stern wieder nach vorn. Dabei gelingt den Ingolstädtern durchaus der etwas feinere, hochwertigere Innenraum. Doch in Stuttgart hat man ein sensibles Händchen für die Fahrwerkabstimmung. Zwar erweist sich die E-Klasse der Motorleistung entsprechend straff gefedert, zeigt sich aber stets und mit Erfolg um Ausgleich sämtlicher Fahrbahnfehler bemüht. Da kann der auf 18-Zöllern (820 Euro extra) anrollende Avant nicht mithalten. Er wedelt zwar deutlich agiler ums Eck, Querfugen steckt er aber weniger gelassen weg. Zudem verwöhnt Mercedes mit mehr Luxus: Tempomat, Bordcomputer, iPod-Anschluss und automatisch abblendender Innenspiegel verlangen bei Audi nach Zuzahlung.

Zum Preisknüller wird der Benz deswegen aber nicht. Der E 350 CGI T kostet mit 56.882 Euro über 6000 Euro mehr als der allradgetriebene A6 Avant 3.0 TFSI (ab 50.150 Euro) – da lässt sich der Audi noch mit ein paar Extras aufhübschen. Auch die Versicherer scheinen Mercedes-Fahrer für vermögender zu halten als Audi-Piloten. Haftpflicht und Vollkasko addieren sich beim Stuttgarter Stern jedes Jahr zu einem Tausender mehr als beim Audi. Der verbraucht außerdem einen halben Liter weniger Sprit und spart im Leasing monatlich über 100 Euro. Reife Argumente für den A6. Die Mercedes nicht wirklich wehtun. Die neue E-Klasse steht bereits ab März beim Händler, das T-Modell folgt ein halbes Jahr später.

Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka

E-Klasse T-Modell und A6 Avant sind zwei großartige Autos, nach denen man sich alle zehn Finger leckt. Besonders die getesteten Varianten mit fast 300 PS starken V6 bieten wahre Ober-Klasse. Am Ende liegt der Audi vorn, weil er nicht nur den muntereren Motor mitbringt, sondern auch sparsamer und deutlich preiswerter ist. Wenn das nicht zählt, bietet der Mercedes den größeren Kofferraum und souveräneren Komfort.

Mehr Details zu A6 Avant und E-Klasse T-Modell gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Tabellen und technischen Daten finden Sie als Download im Heftarchiv.

Autor: Gerald Czajka

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