Stromer und Hybride der Zukunft: E-Autos bis 2020

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E-Ladestation Tesla Supercharger

— 20.12.2016

Tesla führt Trödelgebühr ein

Tesla kündigt an: Wer sein vollgeladenes Auto nicht innerhalb von fünf Minuten vom Supercharger wegfährt, muss künftig in der Stunde 21 Euro Gebühr zahlen.

Wer sein voll betanktes Auto nicht innerhalb von fünf Minuten wegfährt, muss pro Minute 35 Cent Trödelgebühr bezahlen.

Wer sein Auto vollgetankt hat, bezahlt und macht die Zapfsäule frei. An herkömmlichen Tankstellen ist das völlig normal. Bei den Tesla-Superchargern scheint dies aber nicht üblich zu sein, offenbar lassen manche Fahrer ihre Autos auch nach Abschluss des Ladevorgangs noch mehr oder weniger lang stehen. Sehr zum Ärger anderer Fahrer, die Strom zapfen wollen und nicht an die Schnellladesäule herankommen. Dies behauptet zumindest Tesla – und kündigt eine "idle fee", also eine Trödelgebühr an: Wer sein bereits voll geladenes Model S oder X länger als fünf Minuten am Supercharger stehen lässt, muss ab sofort in Deutschland und den europäischen Nachbarländern 35 Cent pro Minute bezahlen, also 21 Euro pro Stunde. Abgerechnet wird beim nächsten Besuch eines Tesla Service Centers, ein Limit für die Strafgebühr gibt es nicht.

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Ausreden will Tesla dabei nicht gelten lassen. "Mit der Tesla App können Besitzer ihr Auto im Blick behalten, sie werden alarmiert, wenn der Ladevorgang fast abgeschlossen ist und ein weiteres Mal, wenn es voll geladen ist." Irgendwann, so die Zukunftsvision des E-Auto-Bauers, werden die fertig geladenen Autos selbstständig umparken und die Ladesäule frei geben. Bis dahin müssen sich die Tesla-Fahrer aber selber darum kümmern, wenn sie nicht die Trödelgebühr bezahlen wollen – die übrigens "allein dazu gedacht ist, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Wir hoffen, dass wir damit niemals Geld verdienen", so Tesla.

Supercharger nur für Langstreckenfahrten gedacht

Es ist nicht das erste Mal, dass Tesla Maßnahmen in Sachen Supercharger ergreift. Wie diverse Medien berichteten, haben zumindest einige Besitzer eines Model S im Herbst 2015 Post vom Hersteller bekommen. Und keine freundliche. Die Supercharger, so hieß es in diesen E-Mails offenbar, seien nicht für den täglichen Gebrauch, sondern nur für Langstreckenfahrten gedacht. Man möge sein Supercharging doch bitte reduzieren. Das postete zumindest ein erboster Tesla-Fahrer im Forum des "Tesla Motors Club".

Die Irritation ist verständlich, schließlich hatte Tesla mit (auto)lebenslänglichem, kostenlosen Laden an den superschnellen Stromstationen geworben – oder zumindest haben viele es so verstanden. Tatsächlich steht auf der Info-Seite zum Supercharging bei Tesla immer noch zu lesen: "Supercharging is free for the life of Model S, once the Supercharger option is enabled." Von Einschränkungen ist hier nicht die Rede.

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Geladen werden soll zu Hause

Gemeint war aber offenbar dennoch, dass die blitzschnellen Ladesäulen zum Laden des Akkus auf Fernreisen gedacht sind und nicht, um jeden Tag kostenlos Strom abzuzapfen. Das sollen Tesla-Fahrer eigentlich zu Hause tun. Denn auf Dauer und mit zunehmender Anzahl dieser E-Autos geht das hemmungslose Zapfen für Tesla dann irgendwann doch ins Geld. Und Fernreisende, für die die Supercharger eigentlich gedacht sind, finden womöglich keinen freien Ladeplatz, weil Tesla-Fahrer aus der Gegend ihre Akkus dort aufladen.

Laut "Green Car Reports" hatte Tesla-Gründer Elon Musk bereits beim Aktionärstreffen im Juni 2015 dieses Thema angesprochen. Es sei uncool, die Supercharger fürs tägliche Laden nutzen, nur weil einer in der Nähe sei, soll Musk da gesagt haben. Bei der Tesla-Gemeinde hat dies im Internet für heftige Diskussionen gesorgt. Ist das wirklich uncool? Oder hat Tesla den Model-S-Besitzern mit dieser Ansage das (vermeintlich) versprochene Sahnehäubchen vom Kuchen geschleckt?

Autor: Maike Schade

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