E10-Diskussion

Zapfsäule mit E10-Hinweisschild Zapfsäule mit E10-Hinweisschild

E10-Diskussion: Schwarze Liste

— 07.03.2011

Diese Autos vertragen kein E10

Autofahrer meiden den neuen Kraftstoff E10 – zu groß ist die Angst vor Motorschäden. autobild.de zeigt, welche Fahrzeuge den Bio-Sprit tanken dürfen und welche nicht.

Die Diskussionen um den neuen Kraftstoff halten an. Viele Autofahrer meiden an der Tankstelle den Griff zur E10-Zapfpistole, tanken lieber das teure Super Plus. Zu groß ist die Angst vor Motorschäden. Der ADAC fodert jetzt eine zentrale Information für Autofahrer über das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Der Verbraucher solle schriftlich und verbindlich informiert werden, ob sein Auto mit E10 betankt werden kann oder nicht. Bislang gibt es lediglich die Liste der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit den gesammelten Herstellerangaben zur E10-Verträglichkeit ihrer Modelle. Welche Fahrzeuge dürfen laut DAT-Liste E10 tanken, welche nicht? In der Bildergalerie oben haben wir die Hinweise der Hersteller für Sie zusammengestellt.

Warum ist der Kraftstoff so umstritten?

"Mehr Bio im Benzin"– so wirbt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in einem Infoblatt für den neuen Kraftstoff E10. Dieser enthält bis zu zehn Volumenprozent Ethanol (Alkohol) – fünf Prozent mehr als die Benzinsorten Super 95 und Super Plus. Die Einführung von E10 basiert auf einer Richtlinie des Europäischen Parlaments, die alle EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, einen solchen Kraftstoff auf den Markt zu bringen. Dadurch soll unter anderem ein Beitrag zur Senkung der Emission von Treibhausgasen geleistet und die Erdölabhängigkeit verringert werden. Umweltverbände schätzen den Beitrag zum Klimaschutz allerdings als gering ein. Sie befürchten vielmehr, dass durch die Umwandlung von Wald und Moorflächen in Plantagen für Treibstoffpflanzen mehr Kohlendioxid freigesetzt werde, als sich durch Biokraftstoffe einsparen lasse. Zudem könne der steigende Anbau von Treibstoffpflanzen dazu führen, dass Lebensmittel knapp und sehr teuer würden. Fragwürdig wird der ökologische Nutzen von E10 auch durch den geringeren Energiegehalt im Vergleich zum herkömmlichen Super: Für gleiche Fahrleistungen wird dadurch mehr Sprit benötigt – der ADAC geht von anderthalb bis drei Prozent aus. In einem Test von AUTO BILD stieg der Verbrauch sogar um bis zu fünf Prozent.

Ethanol – eine Gefahr für den Motor?

In Ländern wie Brasilien wird Ethanol sogar als Reinkraftstoff eingesetzt. Warum kann dann ein Ethanolanteil von gerade zehn Prozent für unsere Autos schädlich sein? Entscheidend ist, dass die benzinführenden Leitungen, Dichtungen und metallische Bauteile für den erhöhten Ethanolanteil ausgelegt sind. Alkohol kann bei Dichtungen zur Versprödung führen, so der TÜV Süd. Zudem hat Alkohol auf bestimmte Metalle eine stark korrosive Wirkung. Dadurch kann es zum Beispiel zu Schäden an Benzinpumpen und Kolbenringen kommen. "Vor dem ersten Tanken von E10 muss geklärt sein, dass das Auto für den Kraftstoff freigegeben ist", erklärt Philip Puls vom TÜV Süd. "Ein nicht für E10 freigegebenes Fahrzeug mit dem Kraftstoff zu betanken, wird nicht nur eventuell zu Schäden führen, sondern ziemlich sicher."

Oben in der Bildergalerie: Diese Autos vertragen kein E10!

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Online-Voting

'Haben Sie schon E10 getankt?'

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.