E10: Entwicklungsminister Niebel gegen Biosprit
— 16.08.2012"Verkaufsstopp für Biosprit E10!"
Biosprit wie E10 fördere die Knappheit von Lebensmitteln und lässt deren Preise steigen. Dieser Vorwurf ist nicht neu. Jetzt hat mit Dirk Niebel erstmals ein Bundesminister scharfe Kritik am "Konflikt zwischen Tank und Teller" geübt.
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Umfrage: Zwei Drittel gegen E10
Laut Entwicklungsministerium werden mehr als fünf Prozent der globalen Getreideernte zur Biokraftstoffproduktion genutzt. Biokraftstoffe machten derzeit rund drei Prozent des weltweiten Kraftstoffverbrauchs im Transportsektor aus. Dabei habe sich die globale Biodieselproduktion zwischen 2006 und 2010 fast verdreifacht, die Bioethanolproduktion habe sich verdoppelt. Allein 40 Prozent der US-Maisproduktion gingen in den Tank, teilte das Ministerium mit.
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Die Biospritbranche wies die Behauptung zurück, Pflanzensprit verschärfe Hungerkrisen. Der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Elmar Baumann, sagte, ein E10-Verbot wäre nur Symbolpolitik. Ein Verbot bliebe ohne Auswirkungen auf die Ernährungssituation in Entwicklungsländern. Mehrere Hilfsorganisationen unterstützen dagegen Niebels Forderung: "Es ist ungerecht und verantwortungslos, dass Menschen hungern müssen, damit wir mit einem scheinbar reinen Gewissen unsere Autos tanken können“, sagte der Sprecher des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt", Rainer Lang, der "Westdeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Auch die Welthungerhilfe begrüßte den Vorstoß. "Die Ethanol-Beimischquote sollte eingefroren werden", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Jamann.Ursprünglich sollte der Sprit mit einem Anteil von zehn Prozent Ethanol, das aus Getreide und Rüben gewonnen wird, die Hauptsorte beim Benzin werden. Doch wegen Sorgen um die Motoren scheuten viele Deutsche nach der Einführung 2011 den Sprit, weshalb die Produktion gedrosselt wurde. Zuletzt stieg der Absatz aber kontinuierlich auf niedrigem Niveau. Im Mai 2012 lag der E10-Anteil am Benzinabsatz bei 13,8 Prozent, im Juni bei 13,9 und im Juli bei 14,3 Prozent.
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