E10-Stichproben des ADAC

E10-Zapfpistole E10-Zapfpistole

E10: Neuer Kraftstoff erhältlich

— 03.02.2011

Trickserei zum Marktstart

Mit rund einem Monat Verspätung fließt an einigen deutschen Tankstellen der erste Bio-Sprit E10 durch den Zapfhahn. Unschöner Nebeneffekt: Der alte Sprit wird teurer. Der ADAC ist empört über die "Trickserei".

(dpa/cj) Die Umstellung auf das neue Bio-Benzin E10 in Deutschland hat begonnen. Marktführer Aral beziehe seit Anfang der Woche E10 und befülle damit nach und nach die Zapfsäulen in den östlichen Bundesländern, bestätigte ein Unternehmenssprecher in Bochum. Esso, Shell, Total und Orlén arbeiten ebenfalls mit Hochdruck an der Einführung des Kraftstoffs mit bis zu zehn Prozent Ethanolanteil. Derzeit rüsten die Mineralölkonzerne und die mittelständischen Tankstellenbetreiber ihre Stationen um. Der angestrebte Ethanol-Anteil wird erst nach einiger Zeit erreicht, weil der neue Sprit sich in den Tanks mit älterem Benzin mit niedrigerem Ethanol-Inhalt vermischt. Preislich zeichnet sich ab, dass E10 ebenso viel kosten wird wie das bisherige Superbenzin mit maximal fünf Prozent Ethanol. Der bisherige Kraftstoff dagegen wird an den Aral-Tankstellen mit E10 nun um fünf Cent je Liter teurer verkauft – und damit zum Preis von Super Plus. Genau diese "Tricksereien" hat jetzt der ADAC angeprangert. "Diese Preisgestaltung der Mineralölkonzerne ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen Autofahrer, die nach wie vor E-5-Superbenzin tanken müssen, weil ihre Fahrzeuge den neuen Kraftstoff nicht vertragen", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer. "Damit missachten die Ölkonzerne den Grundgedanken der vom Gesetzgeber gewollten Bestandsschutzregelung." Gleichzeitig kündigte Meyer vehementen Widerstand seines Automobilclubs gegen die "ungerechtfertigte Preistreiberei" an.

Checken Sie hier: Verträgt mein Auto Super E10?

Die gesetzlich vorgeschriebene Beimischung des höheren Bio-Ethanolanteils soll zu einer besseren Umweltbilanz beim Kraftstoffverbrauch führen. Wegen der Kälte zum Jahreswechsel hatte sich die Einführung um rund einen Monat verzögert. Etwa zehn Prozent der Autos in Deutschland – überwiegend Klassiker mit Baujahr vor 1990 – vertragen den neuen Bio-Sprit nicht. Daher sind Tankstellen weiterhin verpflichtet, auch herkömmlichen Kraftstoff anzubieten.

Lesen Sie auch: Alle Fakten zum Bio-Sprit E10

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