EDAG Light Car in Genf 2009

Studie EDAG Light Car Studie EDAG Light Car

EDAG Light Car in Genf 2009

— 26.01.2009

Das Open-Source-Auto

Eine Einladung an Konstrukteure auf der ganzen Welt: Die Studie "Light Car" vom Entwickler EDAG ist als "Open Source-Auto" angelegt. Bereits die Vorlage steckt voller technischer Kniffe.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März 2009) zeigt der Autoentwickler EDAG ein Zukunftsauto, das aus wegweisenden Leichtbaumaterialien besteht. Das "Light Car – Open Source" hat eine Karosserie aus Basaltfaser. Dieser Werkstoff zeichnet sich nicht nur durch geringes Gerwicht, sondern auch durch hohe Stabilität aus und ist zudem zu hundert Prozent recyclebar. Basaltfaser kostet weniger als Aluminium oder Karbon und ist unbegrenzt verfügbar. Zum Einsatz kommt er derzeit schon bei Rotoren von Windkraftanlagen, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Grundlage ist eine klassische Plattform, auf die modularen Bauteile aufgesetzt werden können. Angetrieben wird das Zukunftsauto von Elektromotoren in den Radnaben, die ihre Energie aus einem Lithium-Ionen-Akku saugen; 150 Kilometer Reichweite sollen drin sein. Da ein herkömmlicher Motor und das dazugehörige Getriebe entfallen, liegt die Ladekapazität beachtlich hoch: Das "Light Car" soll bis zu fünf Passagiere transportieren können, es ist vier Meter lang und 1,70 Meter breit. Der Radstand beträgt 2,90 Meter.

Botschaft an den nachfolgenden Verkehr

Kommunikativ: Die Heckklappe dient als Projektionsfläche, um dem rückwärtigen Verkehr Botschaften zu übermitteln.

Der Name "Light" ist übrigens ein Wortspiel, das auf das innovative Lichtkonzept des Autos hinweist: Die Lichtanlage ist komplett in LED-Technik ausgeführt, die nicht nur zur reinen Beleuchtung, sondern auch der Kommunikation dienen soll. Es ist sogar vorgesehen, die Konturen der Scheinwerfer vom Fahrer nach persönlichem Geschmack gestalten zu lassen – quasi Individualisierung durch Licht-Design. Auch bei der Gestaltung des Cockpits hat der Pilot freie Hand; er kann Position, Stil und Größe von Instrumenten wie den Drehzahlmesser, Bedieneinrichtung der Klimaanlage und andere Armaturen frei konfigurieren. Die Heckklappe ist ebenfalls verdrahtet und dient als Projektionsfläche, um dem rückwärtigen Verkehr Botschaften zu übermitteln. So wird zum Beispiel die Bremsintensität optisch dargestellt, gefährliche Verkehrssituationen wie das Ende eines Staus können ebenso aufs Fenster gezaubert werden.

Hier geht es zur Sonderseite über den Genfer Salon

Mit dem Konzept will EDAG einen Beitrag zur Diskussion um moderne, umweltverträglichere Autos leisten. Ganz bewusst kommen Technologien zum Einsatz, die noch ganz am Anfang der Entwicklung stehen – daher hat die EDAG es in Anlehnung an den offenen Quellcode von Computerprogrammen als "Open Source" angelegt, die von Designern und Entwicklern weltweit verbessert werden kann und soll. EDAG-Sprecher Chrostoph Horvath rechnet mit einer weiteren Entwicklungszeit von mindestens zehn Jahren. "Sowohl die Basaltfaser- als auch die OLED-Technologie steckt steckt noch in den Kinderschuhen. Das Light Car liefert eine Vision, wie ein Auto im Jahr 2020 aussehen könnte."

Autor: Roland Wildberg

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