Edo Competition 911 Turbo S Blackburn

Edo Competition 911 Turbo S Blackburn: Test

— 19.05.2016

Schneller als Walter Röhrl?

Das Ziel: am Sachsenring schneller zu sein als Walter Röhrl im Porsche 918 Spyder. Der Jäger: Edo Competition 911 Turbo S Blackburn mit 669 PS.

Was war das am Sachsenring-Rekordtag 2015 für ein Paukenschlag. Rallyeweltmeister Walter Röhrl setzte mit dem 918 Spyder die neue Porsche-Bestmarke. Mit einer Zeit von 1:30,34 Minuten unterbot er nicht nur alle bisherigen Serien-Porsche, sondern auch die getunten 911 Turbo S von Techart und Edo Competition. Rein von der Papierform her dürfte diese Zeit mit einem Elfer nicht mehr zu knacken sein, da könnte man noch so viele PS reinpacken.

Der Blackburn schlägt den Serien-Turbo um 109 PS

Im Heck schlummert das Biest: Edo bläst den Porsche 911 Turbo S auf satte 669 PS und 880 Nm auf.

Doch einer wollte das Unmögliche nicht glauben: Edo Karabegovic. Der Tuner hatte 2015 in Papenburg mit seinem "Blackburn" 341,21 km/h erreicht. Für ihn Anlass genug, die Porsche-Bestzeit am Sachsenring noch mal gründlich zu überdenken. Edo setzte sich mit Experten und Rennfahrern an einen Tisch und überlegte in alle Richtungen. Mehr Leistung sollte nicht das Problem, die Power aber gut fahrbar sein. Zu viel wäre kontraproduktiv. Das Serienfahrwerk mit Wanksystem und Allradlenkung ist an sich kaum zu toppen. Auch beim Gewicht lässt sich nicht mehr viel machen. Akribisches Feintuning an allen Ecken war also angesagt. Das Projekt Sachsenring-Rekord beginnt im Spätherbst 2015. Zunächst installiert der Tuner sein stärkstes Leistungskit. Der Stufe II genannte Umbau aktiviert im Heck statt 560 bis zu 669 PS. Das Power-Plus holt sich Edo mit zwei größeren Ladern, geänderter Luftansaugung, größeren Ladeluftkühlern, Sportauspuff, angepasster Motorelektronik und Getriebesoftware.
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Das Beschleunigungsvermögen ist atemberaubend

Der Edo-Elfer marschiert in 2,7 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht nach 9,2 Sekunden 200 km/h.

Damit sollten sich auf den zwei schnellen Ring-Geraden noch ein paar km/h finden lassen. Zumal es geradeaus auch schon deutlich flotter geht als mit der Serie. 2,7 und 9,2 Sekunden auf 100 respektive 200 km/h klingen schon ziemlich zügig. Doch auf der Rennstrecke braucht es vor allem Kurventalent. Omega, Coca Cola, Queckenberg – hier verliert und gewinnt man die Zeit. So ordert Edo zunächst ein KW Clubsport-Gewindefahrwerk Variante 3. Also das ganz große Paket mit einstellbarem Stützlager, separaten Ausgleichbehältern, in Druck- und Zugstufe einstellbar. So gerüstet geht es dank mildem Winter noch vor Weihnachten auf die Strecke. Mit von der Partie: Profirennfahrer Marc Basseng. Seine Aufgabe: das Set-up herauszufahren. Ungezählte Einstellrunden werden abgespult; vorn drei Klicks, hinten 5 Klicks, dann wieder zwei Klicks zurück. Am Ende des Tages ist Basseng zufrieden.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

"Auf frischen Reifen geht noch mehr, eine 30er-Runde ist drin!", zeigt sich der Profi überzeugt. Edo sprüht nun vor Euphorie, die Augen glänzen, der Tuner wittert die Sensation. Um nichts dem Zufall zu überlassen, orderte er zwei Sätze Semislicks: Pirelli Trofeo R und den Michelin Sport Cup 2. Aufgezogen werden die Gummis auf Edo-eigene Leichtbauräder. Um weiteres Gewicht einzusparen, geht der Tuner noch weiter. Kein blecherner Innenraum oder Plastikscheiben zwar, aber Leichtbau-Schalensitze aus dem 918 Spyder. Resultat: noch mal 30 Kilo gespart.

Am Ende lässt Edo alle anderen Porsche hinter sich

Rekord geknackt: Mit einer Zeit von 1:30,15 Minuten setzt Edo die neue Bestmarke am Sachsenring.

Anfang Februar 2016, der Winter ist noch immer nicht da, der Sachsenring trocken bei 7 Grad – Zahltag! Der erste Versuch startet mit den Pirellis. Im Omega folgt dann die Ernüchterung: Die Vorderachse lenkt aggressiv ein, doch das Auto übersteuert. Auch in der zweiten schnellen Runde steckt viel Unruhe im Heck, vor allem in den schnellen Ecken, aus denen man Speed mitnehmen muss. Es scheint, als wäre es an diesem Tag doch zu kalt für die Trofeos. Bestätigung beim Boxenstopp, mehr als handwarm sind die Italiener nicht. Schneller Wechsel auf Michelin. Das Einlenken erfolgt nun nicht mehr ganz so giftig, dafür bleibt die Hinterachse schon ab Runde eins stabil. Der Michelin kommt mit dem kühlen Asphalt besser zurecht. Und endlich zeigt auch Bassengs Set-up Wirkung. Wie der durch das Omega ballert, ist der Blackburn allein hier drei Zehntel schneller als der 918 Spyder. Die schnelle Bergab-Links hinunter zur Kartbahn fährt Basseng mit derselben Zeit wie Röhrl.

In Sektor 4 spielt der 918 seine 887 PS aus. 20 km/h mehr Topspeed sind eine Ansage. Der Rekord wackelt, noch zwei Kurven. Der 911 surft mit feinem Übersteuern an der Ideallinie entlang, schießt sich auf der kurzen Geraden noch mal auf 180 km/h hoch und gewinnt zwei Zehntel. Reicht das? Zurück in der Boxengasse, fragende Blicke. Die Vbox bestätigt, es ist geschafft, 1:30,15 Minuten, neuer Porsche-Rekord am Sachsenring!
Fahrzeugdaten Edo Competition 911 Turbo S Blackburn
Motorbauart B6, Biturbo
Einbaulage hinten längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder / 4
Hubraum 3800 cm³
Bohrung x Hub 102,0 x 77,5 mm
Verdichtung 9,8:1
Leistung kW (PS) b. 1/min 492 (669)/6700
Literleistung 176 PS/l
Drehmoment Nm b. 1/min 880/2200
Antrieb Allrad
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplung
Bremsen vorn 410 mm/innenbel./gelocht
Bremsen hinten 390 mm/innenbel./gelocht
Radgröße vorn – hinten 9 x 20" – 11,5 x 20"
Reifengröße vorn – hinten 245/35 R 20 – 305/30 R 20
Reifentyp Michelin Sport Cup 2 (NO)
Länge/Breite/Höhe 4506/1880/1230 mm
Radstand 2450 mm
Tankvolumen 68 l
Zuladung 388 kg
Messwerte
0–50 km/h 1,2 s
0–100 km/h 2,7 s
0–200 km/h 9,2 s
Vmax 341 km/h
Bremsweg
100–0 km/h (kalt) 34,9 m
100–0 km/h (warm) 32,5 m
Testwagenpreis 242.870 Euro

Toptest: Edo Competition 911 Turbo S Blackburn

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt vom Edo Competition 911 Turbo S Blackburn (Toptest).

Veröffentlicht:

08.04.2016

Preis:

1,00 €

Autor:

Guido Naumann

Fazit

Der perfekte Dreh an den richtigen Stellhebeln, dazu eine gesunde Portion Power, das ganze abgeschmeckt von Könnern – das ist das Rezept für diese phänomenale Rekordrunde am Sachsenring. Edos 911 Turbo S Blackburn fährt trotz der Rennstreckenperformance auf der Autobahn noch geradeaus, man bekommt keine Rückenschmerzen, und der Sound der Hi-Fi-Anlage ist trotz Turbo- und Auspuffgetöse noch passabel. Allein die 242.870 Euro nerven etwas.

Stichworte:

Supersportwagen

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