Einheitliche Bußgelder in Europa

— 22.02.2012

Gleiche Strafe für alle

Polizei-Experten fordern eine europaweite Verkehrssünder-Kartei nach Flensburger Vorbild. Jedem Autofahrer sollen EU-weit die gleichen Bußgelder drohen.

Polizei-Experten fordern laut BILD-Zeitung eine EU-weite Verkehrssünder-Kartei – nach deutschem Vorbild. Damit soll das Bußgeld-Wirrwar in Europa der Vergangenheit angehören. Pasi Kemppainen, Präsident der Europäischen Verkehrspolizei-Organisation TISPOL gegenüber BILD: "Jedem Autofahrer muss klar sein: Überall drohen gleiche Bußgelder!" Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) verweist auf die europaweite Unfallstatistik mit 30.000 Verkehrstoten und kritisiert: "Fast alles in der EU ist einheitlich geregelt, die Verkehrssicherheit ist es nicht."

Flensburg ändert Punkte-Kartei: Acht Punkte, Führerschein weg

Die häufigsten Verkehrsdelikte 2010 (Deutschland)
Ordnungswidrigkeiten (Bußgeldverfahren*)
1. Beim Parken keine Angaben **
2. Bei der Geschwindigkeit 2.831.000
3. Bei der Vorfahrt 389.000
4. Beim Sicherheitsabstand 169.000
5. Beim Überholen, Begegnen, Vorbeifahren 109.000
6. In Zusammenhang mit Alkohol und drogen 73.000
7. Beim Abbiegen, An-, Ein-, Ausfahren, Wenden 65.000
8. Bei der Ladung 57.000
9. Beim technischen Fahrzeugzustand 53.000
10. Bei den Halterpflichten 37.000
Straftaten
1. Fahren ohne Fahrerlaubnis 104.000
2. Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss 103.000
3. Unfallflucht 36.000
4. Fahren mit unversichertem Fahrzeug, mit falschem Kennzeichen 21.000
5. Körperverletzung, Tötung 20.000
*ausgenommen Parkverstöße; Bußgeld mindestens 40 Euro und mindestens ein Punkt im Verkehrszentralregister.
** Parkverstöße werden nicht zentral erfasst.
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

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Kommentare zum Artikel (7)

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egon sunsamu
28.02.2012, 08:47Uhr

Neulich kam eine Forderung eines in England ansässigen Inkassounternehmens über 82 Euro ins Haus geflattert. Wegen eines angeblich nicht bezahlten Parkscheines in Ungarn im Wert von umgerechnet 3 Euro. Der Restbetrag sind erfundene Gebühren und Bussgeld, damit die Summe über die EU-Eintreibungsgrenze von 70 Euro kommt.
Schöne, neue Eurowelt...Ich habe das Schreiben für meine Enkelkinder aufbewahrt als Dokument, das die Entstehung der EU-Diktatur bezeugt.

asdfjklö
23.02.2012, 19:25Uhr

In Schweden ist das ähnlich! Vor jedem stationären Blitzer muss per Gesetz gewarnt werden... Aber das sagt seltsamerweise niemand, wenn mal wieder auf die niedrigen Unfallzahlen in Skandinavien hingewiesen wird (genauso wie die Verkehrsdichte). Dort zählt dann nur die Höhe der Strafen...

antiEU
23.02.2012, 19:04Uhr

interessant, habe viele Jahre in Australien gelebt und das Gesetz besagt dass es 3 Warnschilder vor jedem Blitzer geben muss die genau darauf hinweisen wo er steht (bis auf Victoria). Bin in den vielen Jahren nicht einmal geblitzt worden und habe nur knapp 100 dollar Kfzsteuer / Jahr bezahlt u der Sprit ist dort nur halb so teuer ...

Shadow nick
23.02.2012, 16:40Uhr

schon wieder mischt sich die EU wieder ein. hat die nichts anderes zu tun, außer uns abzuzocken.

E500
23.02.2012, 08:18Uhr

Ich komme gerade aus einem Australienurlaub zurück, dort steht alle paar Kilometer ein Blitzer, die Strafen sollen angeblich extrem sein und man darf nicht mehr als wahrlich unerträgliche 110 km/h fahren. Sowas brauch ich in Europa nicht, bzw. nicht in Deutschland, da einige andere europäische Länder schon ein beachtliches Maß an Autofahrerfeindlichkeit aufgebaut haben. Wieviel Sicherheit braucht man denn noch, auf Kosten aller anderen Aspekte die das Autofahren angenehmer machen könnten? So wie es in Deutschland ist passt es, es sollte als Vorbild hergenommen werden.

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