Einigung über Put-Option

Fiat-Präsident Luca Cordero di Montezemolo

Einigung über Put-Option

— 14.02.2005

GM kauft sich von Fiat frei

Der amerikanische Autokonzern zahlt 1,5 Milliarden Euro, damit er die defizitäre Autosparte nicht übernehmen muß.

"Haben eine Win-win-Situation erreicht"

Der italienische Fiat-Konzern und der US-Autobauer General Motors (GM) haben ihren monatelangen Streit um die Fiat-Autosparte beigelegt. "Die Stimmung ist gut, wir haben eine Win-win-Situation erreicht", sagte ein Fiat-Sprecher noch vor dem Ende einer für Sonntagnachmittag einberufenen Verwaltungsratssitzung. Unmittelbar zuvor war Fiat-Vorstandschef Sergio Marchionne von einem Treffen mit GM-Chef Richard Wagoner aus den USA zurückgekehrt.

Dem Vernehmen nach zahlt GM 1,5 Milliarden Euro an Fiat und kauft sich damit von der Pflicht frei, die defizitäre Fiat-Autosparte zu übernehmen. Italienische Medien hatten zuletzt berichtet, Fiat habe zwei Milliarden Euro gefordert. Ob die italienisch-amerikanische Firmenpartnerschaft ganz aufgelöst wird und GM auch seine Beteiligung an Fiat Auto zurückgibt, wurde zunächst nicht bekannt.

Die Autosparte des italienischen Traditionskonzerns, die mit den Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo 40 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt, ist ein schwerer Sanierungsfall. Allein in den ersten neun Monaten 2004 entstand ein Verlust von 1,2 Milliarden Euro. Es ist deshalb fraglich, ob sich nun der Plan von Vorstandschef Marchionne verwirklichen läßt, neue Partnerschaften mit anderen Autokonzernen einzugehen.

Monatelange Verhandlungen beendet

Der Konflikt mit GM geht auf das Jahr 2000 zurück. Damals hatte Fiat hatte 20 Prozent der Autosparte an die Amerikaner verkauft. Gleichzeitig war mit GM eine Option für den Verkauf der restlichen 80 Prozent vereinbart worden. Diese Option sollte ab dem 24. Januar 2005 gelten. Während Fiat auf seinem Recht bestand, die defizitäre Autosparte zu verkaufen, hielt GM die Option nicht mehr für gültig. Die Amerikaner begründeten dies damit, daß ihr Anteil durch eine Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr von 20 auf zehn Prozent verwässert worden sei.

Nachdem monatelange Verhandlungen kein greifbares Ergebnis gebracht hatten, schien der Konflikt auf einen Rechtsstreit hinauszulaufen. Am vergangenen Donnerstag allerdings sagte Fiat-Präsident Luca Cordero di Montezemolo überraschend: "Wir arbeiten, und wir nähern uns einer Lösung". Ein weiteres Indiz für eine nahe Einigung war die Tatsache, daß sich Montezemolo erst am heutigen Montag - und damit zwei Tage später als geplant - einer Delegation italienischer Wirtschaftsvertreter anschließen wird, die derzeit in Indien unterwegs ist.

Sowohl Montezemolo als auch Marchionne hatten mehrfach betont, die Autosparte auf alle Fälle an GM verkaufen zu wollen. GM-Chef Wagoner soll diese Drohung ernst genommen haben und schon vor zwei Wochen mit Marchionne einig gewesen sein. Nach einem Bericht der Zeitung "La Repubblica" habe aber sein Vize John Devine auf die schwierige Finanzsituation von GM verwiesen und die Lösung blockiert.

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