Elektroauto Mycar

Elektroauto Mycar

— 02.11.2009

Gnom aus Hongkong

Nach Myspace und Youtube nun Mycar: Der winzige Zweisitzer mit Elektroantrieb aus Hongkong soll auch in Europa verkauft werden. Das Mycar-Design stammt von Giorgetto Giugiaro. Der Elektromotor schafft bis zu 66 km/h.

Made in Hongkong: Was in den 70ern mit billigem Blechspielzeug begann, gipfelt nun in Mycar, einem  Riesen-Tretauto. Das Unternehmen aus Hongkong hat soeben den Zweisitzer vorgestellt, ein niedliches Elektrowägelchen mit maßgeschneiderter Karosserie von Giorgetto Giugiaro (Italdesign). Mit im Boot ist außerdem die chinesische Hochschule Hong Kong Polytec University als Entwickler. Der kleine Elektrowagen mit der Typenbezeichnug CV.2 soll auch in Europa auf den Markt kommen. Obwohl einige Preisangaben im Internet herumgeistern, hält sich Mycar selbst mit Kalkulationen darüber noch zurück. Während das Chassis von Mycar aus Stahl besteht, wird für die Karosserie Glasfaser verstärkter Kunststoff (GfK) verwendet, aus dem Yachtbau seit Jahrzehnten bekannt, der zusätzlich verstärkt ist. Ein Elektrobötchen auf unseren Straßen – das ist sicher das Letzte, was sich unsere Unfallforscher wünschen. Gleichwohl ist der Vertrieb bereits für Österreich, Frankreich und England vorgesehen.

Keine Zulassung für Autobahnen

Nix für den Fernverkehr: Offenbar sieht der Hersteller von Mycar lediglich eine Zulassung als Miniauto vor.

Interessant, was sich auf der Herstellerwebsite unter der Rubrik FAQ (häufig gestellte Fragen) findet: Danach soll das Fahrzeug ausschließlich für den innerstädtischen Verkehr mit Ausnahme von Autobahnen zugelassen werden können. Das hieße, es handelt sich um ein Miniauto, das auch mit Kleinkraftrad-Führerschein gefahren werden darf, wie etwa auch das glorreiche Zweitakt-Goggomobil. Die Länge spricht auch für sich: 2,60 Meter kurz ist Mycar CV.2, das sind zehn Zentimeter weniger als der Smart Fortwo. Vorläufig ist Mycar mit einer koventionellen Blei-Gel-Batterie ausgestattet, die eine Reichweite von etwa 115 Kilometern und ein maximales Tempo von 66 km/h ermöglichen soll. Die Ladezeit beträgt wie üblich zwischen sechs und acht Stunden. Eine nicht weiter definierte "Schnellladezeit" wird mit drei Stunden angegeben.

In Kürze auch als Viersitzer

Der Motor soll bescheidene sieben PS leisten, kaum so viel wie Motorroller. Seine unbändige Kraft gibt er über ein stufenloses Getriebe an die Vorderräder ab. Das Gesamtgewicht des Gnoms beträgt 710 Kilogramm. Optional soll auch ein Lithium-Ionen-Akku verfügbar sein, der die Leistung erhöhen und die Ladezeit reduzieren dürfte. Klimaanlage und andere Stromfresser, die den Akku zur Ader lassen würden, sind vorläufig nicht vorgesehen. Auch der Kofferraum erzieht zur Bescheidenheit: Er bietet Platz für 86 Liter Gepäck, die maximale Zuladung darf nicht über 200 Kilogramm hinausgehen. Es soll übrigens nicht bei einem Mycar bleiben: Auch ein Viersitzer (CV.4) ist bereits in der Planung.

Autor: Roland Wildberg

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