Elektroautos in Paris 2008

Elektroautos in Paris 2008 Elektroautos in Paris 2008

Elektroautos in Paris 2008

— 05.10.2008

Das große Surren

Superspar-Diesel sind ganz nett – das richtige Zukunftsgefühl kommt aber erst auf, wenn ein Elektromotor den Antrieb übernimmt. Aber was heißt hier Zukunft. In Paris sind Elektroautos die Stars der Stunde.

Die Chance überfahren zu werden, ist auf dem Messegelände des Autosalons bedeutend größer als im Pariser Berufsverkehr. Das klingt gewöhnungsbedürftig, ist aber nicht verwunderlich. Denn anders als im Alltagsverkehr sind zwischen den Messehallen unzählige Elektroautos unterwegs. Die kleinen Flitzer schleppen Waren, Personal und Lebensmittel hin und her, sind erstaunlich flott und flüsterleise. Eine echte Herausforderung für die vielen Fußgänger, die immer wieder von heransurrenden Elektroflitzern überrascht werden. Eine Situation, an die wir uns so schnell wie möglich gewöhnen sollten. Denn auf der Paris Motor Show 2008 sind neben Hybriden und Superspar-Dieseln vor allem Elektroautos die Stars der Stunde.

Hier geht es zur Sonderseite über den Pariser Salon

Ganz vorne mit dabei beim Rennen um das erste Serien-Elektroauto eines großen Autobauers ist die Mercedes-Tochter Smart. Die Schwaben gehen in Paris mit der zweiten Generation des Electric-Drive-Smart – kurz ed genannt – ans Netz. Strom-Smart Nummer eins schiebt bislang ausschließlich in London Dienst und wird dort hauptsächlich an Geschäftsleute vermietet. Ende 2009 ist das Insel-Exil vorbei. Dann startet der Elektro-Smart auch bei uns. Mit robusten Lithium-Ionen-Akkus und gut 100 Kilometern Reichweite. Beim Preis wollen sich die Smarties bislang nicht festlegen. Noch ist nicht klar, welcher Zulieferer die begehrten Stromspeicher liefern wird. Deutlich gesprächiger ist man bei der Konzernmutter Mercedes. Der Smart ed wird nämlich kein Einzelkind bleiben. 2010 wollen die Schwaben nicht nur ein Brennstoffzellen-Fahrzeug an den Start bringen, sondern auch einen rein elektrisch fahrenden Mercedes. Die technische Basis für beide Fahrzeuge liefern A- und B-Klasse.

Die Citroën-E-Flunder, die aus dem Computerspiel kam

Grüner geht es nicht: Der Subaru G4e ist bereits die zweite Elektroauto-Generation, die die Japaner zu Testzwecken einsetzen.

Die sportlichste Interpretation des Themas "Elektroauto" kommt von Citroën. Den GTbyCitroën gibt es eigentlich nur im Auto-Rennspiel Gran Turismo – und eben auf dem Pariser Autosalon. Die Technik hält übrigens, was die ultraflache Linienführung verspricht. Die Kraft für die insgesamt 653 Elektro-Ponys, die von vier Elektromotoren aufgescheucht werden, stammt aus einer Brennstoffzelle, die ihre Energie in zwei mächtigen Lithium-Ionen-Akkus zwischenspeichert. Einmal losgelassen, stürmt der Citroën in 3,6 Sekunden auf 100 km/h. Theoretisch. Denn wer den GT fahren will, muss zur Playstation greifen. Keine Gefahr also für unvorsichtige Fußgänger.

Die Elektro-Zwerge von heute

Ein paar Meter weiter in Halle zwei sieht die Sache schon ganz anders aus. Hier haben sich kleine Spezialfirmen zusammengerottet und zeigen, was in Sachen Elektroflitzer heute schon möglich ist. Die Winzlingsauto-Spezialisten Ligier und Microcar zum Beispiel liefern für 17.000 Euro fix und fertige Elektroautos. M-GO Electric heißt der Stromer bei Microcar, der je nach eingebautem Akku (Lithium-Ionen oder Blei) zwischen 80 und 150 km/h schnell ist. Im Preis mit drin sind eine sicherheitstechnische Grundversorgung, ein Radio und das gute Gefühl, zu den echten Trendsettern zu gehören. Die hat man auch bei der noch jungen niederländischen Firma Quicc! im Blick, auf deren Messestand sich der Diva im Kreis dreht. Das Ding sieht aus wie ein schwangerer Smart – was ziemlich genau den Tatsachen entspricht. Denn an der Entwicklung war Johann Tomforde beteiligt – und der war früher Projektleiter beim Kleinwagenbauer aus Böblingen.

Rettet ein Elektroauto-Großauftrag Karmann in Osnabrück?

Diese XXL-Golfwägelchen kommt von Matra und hat zwei Elektro-Fahrräder im Gepäck.

1000 Vorbestellungen für den Diva wollen die Holländer inzwischen eingesammelt haben – und im nächsten Jahr rund 300 Stück des komplett aus Kunststoff gegossenen Fahrzeugs bauen. Später sollen es dann bis zu 20.000 pro Jahr werden. Das wird man bei Karmann in Osnabrück gerne hören. Denn der krisengeschüttelte ehemalige Cabrio-Bauer wird aller Vorrausicht nach den Diva produzieren. Erste Gespräche seien sehr positiv verlaufen, berichteten die Quicc!-Macher am Rande des Autosalons. Mindestens 22.000 Euro soll die Elektro-Lady kosten, wenn im nächsten Jahr die Fertigung beginnt. Wobei kaum ein Kunde diesen Preis bezahlen wird. Quicc! will die Fahrzeuge für rund 500 Euro pro Monat verleasen. Klingt teuer. Ist es bei Kosten von rund zwei Euro pro 100 Kilometer aber definitiv nicht. An die Sache mit der Geräuschlosigkeit werden sich die Fußgänger also gewöhnen müssen.

Mehr über Elektroautos des Pariser Salons finden Sie oben in der Bildergalerie.

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