Elektromobilität: Förderung im Ausland

Elektromobilität: Förderung im Ausland

— 18.03.2016

Kaufprämie: So machen's die anderen

In Deutschland ist eine Kaufprämie für E-Autos noch nicht beschlossen, aber so nah wie nie. Doch wie machen es andere Länder? AUTO BILD hat sich umgeschaut.

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'Würden Sie ein gebrauchtes E-Auto kaufen?'

(dpa/cj) Eine Million Elektro- und Hybridautos im Jahr 2020 auf Deutschlands Straßen: Trotz aller Zweifel hält die Bundesregierung an diesem 2010 von der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) vereinbarten Ziel fest. Derzeit sind es nur gut 55.000 zugelassene Stromer. Die Förderung von Elektrofahrzeugen in Deutschland beschränkt sich (noch) auf Park- oder Steuerprivilegien. Eine Kaufprämie von bis zu 5000 Euro ist nah, aber noch nicht beschlossen. Doch wie machen es andere Länder mit dem Anschub für E-Antriebe? Könnten dortige Hilfsmaßnahmen Vorbild für Deutschland sein?
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Ein Smart Electric Drive wäre mit Kaufprämie kaum teurer als sein Verbrenner-Bruder.

In China hat ein ganzes Paket staatlicher Subventionen zu einem Schub für E-Mobile geführt. Laut einer Erhebung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) verdreifachte sich 2015 die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge im Reich der Mitte auf knapp 310.000. Neben verschiedenen Kaufprämien wurden Steuervorteile und eine rigide Zulassungspraxis eingeführt, die Elektroautos bevorzugt. Hintergrund dürfte die teils katastrophale Smog-Belastung in den Großstädten sein. "Den größten Effekt hat die Zulassungspolitik", sagt Wolfgang Bernhart von der Beratungsfirma Roland Berger. Allerdings sei das in Deutschland nicht anwendbar. Peking will per Verordnung bis 2020 außerdem 12.000 neue Ladestationen und 4,8 Millionen Ladesäulen aufstellen, um die Zahl der E-Autos auf fünf Millionen steigen zu lassen. Solche Maßnahmen erhöhten zwar den Komfort, sagt Bernhart. Aber: "Infrastrukturmaßnahmen wie Ladesäulen oder kostenlose Parkplätze bieten keinen Kaufanreiz."

E-Autos und Plug-in-Hybride: Das bringt die Kaufprämie

Steuervorteile haben auch in Norwegen zu einem regelrechten Boom geführt. 2015 fuhren 17 Prozent der neu zugelassenen Autos in dem skandinavischen Land elektrisch. Bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs fällt die Mehrwertsteuer weg, auch Kfz-Steuer und Abgas-Abgaben werden erlassen. Parken auf kommunalen Parkplätzen ist kostenlos, ebenso das Aufladen der Autos. "Das derzeitige Paket aus Steuervorteilen und weiteren Erleichterungen wie dem Entfall von Mautgebühren in Norwegen überschreitet die 5000 Euro Kaufprämie, die in Deutschland diskutiert werden", rechnet Klaus Stricker von Bain & Company vor. Allerdings gebe es in Norwegen inzwischen Überlegungen, bestimmte Vergünstigungen wieder etwas zurückzufahren, weil es sehr teuer sei.

Stromer und Hybride der Zukunft: E-Autos bis 2022

Kia Niro Illustration Audi C e-tron Illustration
In den USA, Großbritannien und Frankreich setzt man vor allem auf direkte Kaufprämien. Paris schießt bei der Anschaffung von E-Autos seit April 2015 10.000 Euro zum Kaufpreis dazu, für einen Hybridwagen sind es noch 3500 Euro. Wer sich in Großbritannien für ein Elektroauto entscheidet, der bekommt nicht nur Steuererleichterungen, sondern seit 2011 bis zu 5000 Pfund (6618 Euro) vom Staat. Das ist weitaus mehr als derzeit in Deutschland diskutiert wird.

Ratgeber gebrauchte E-Autos

Eine Kaufprämie von 5000 Euro für Privatkäufer  scheitert in Deutschland noch am Widerstand des Finanzministeriums.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) veranschlagt für seine geplanten Maßnahmen zwei Milliarden Euro bis zum Jahr 2020. Bernhart hält das für zu wenig. Etwa zwei bis vier Milliarden Euro würde es seiner Einschätzung nach kosten, um bis zum Inkrafttreten der neuen CO2-Grenzwerte 2020/21 genug Elektroautos auf die Straße zu bringen. Forscher der Technischen Universität Braunschweig gehen ohnehin nicht davon aus, dass die Rechnung der Bundesregierung aufgeht. Mit der Kaufprämie von 5000 Euro kommen sie bis 2020 in einem optimistischen Szenario auf 760.000 E-Autos. Selbst eine Verdoppelung der derzeit diskutierten Kaufprämie auf 10.000 Euro, so die Forscher, würde unter zuversichtlichen Annahmen nur dazu führen, dass 886.000 E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren. Das allerdings würde ihren Berechnungen zufolge 7,28 Milliarden Euro kosten – deutlich mehr als die Bundesregierung bisher veranschlagt.

Übersicht: Deutschland, Deine E-Autos und Hybride

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Gebrauchtwagensuche: Elektroautos

Steueranreize wie ein Mehrwertsteuer-Erlass haben laut Roland-Berger-Experte Bernhart im Vergleich zur Direktförderung indes nur eine geringe Wirkung, nämlich auf Privatkäufer." Firmen sind an dieser Stelle dank des Vorsteuerabzugs ohnehin im Vorteil. Um die Nutzung von E-Autos in Firmenflotten zu erhöhen, fordert die Automobil-Lobby in Deutschland deshalb Sonderabschreibungsregeln. Nach Einschätzung Strickers ist das ein sinnvoller Ansatz: "Die gewerblichen Flotten bieten eine gute Möglichkeit, Fahrzeuge auf die Straße zu bringen." In der Galerie zeit AUTO BILD eine Übersicht ausgewählter Länder mit ihren Fördermaßnahmen und dem Elektroauto-Bestand.

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Umweltprämie

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