Ein Konferenzteilnehmer schaut sich beim E-Mobilitätskongress in Berlin ein VW Einliter-Auto an

Elektromobilitätsgipfel Berlin (2013)

— 27.05.2013

Schachern um Subventionen

Auf dem Berliner Elektromobilitätsgipfel 2013 geht es um Subventionen, Super-Credits und Schnellladesäulen. autobild.de ist live dabei!

Mit etwas Verspätung – eben so, wie die E-Mobilität in Deutschland auf Touren kommt – hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den E-Mobilitätskongress in Berlin eröffnet. Die Bundesregierung lädt ein, um zu zeigen, dass das Thema Stromautos noch auf ihrer Agenda steht – auch wenn es ein wenig aus dem Fokus der breiten Öffentlichkeit verschwunden ist, drei Jahre nach der Gründung der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE).

Gipfel zur E-Mobilität: VDA sieht Trendwende

Grünes Kontrastprogramm: Draußen protestiert Greenpeace gegen die Aufweichung der CO2-Grenzwerte durch die Politik.

Während draußen Greenpeace gegen die Aufweichung der CO2-Grenzwerte durch die Politik protestiert und der Regierung (nicht ganz zu Unrecht) Doppelzüngigkeit vorwirft, hält Ramsauer eine nicht gerade inspirierende Auftaktrede. Er forderte Zuversicht, Begeisterung und Zielstrebigkeit. Die Elektromobilität sei keine Zukunftsvision mehr, sondern im Alltag angekommen. So weit, so alt. Auch die Einschätzung von Siim Kallas, dem Vizepräsidenten der EU-Kommission und dort für den Verkehr zuständig, überraschte nicht: "Das Problem Nummer eins ist die Ladeinfrastruktur", sagte der Este, in dessen Heimat es bereits mehr Schnellladestationen gibt als in den gesamten USA.

Daimler-Chef Zetsche: E-Autos stärker fördern

Bundeskanzlerin Angela Merkel begutachtet einen Ladestecker für Elektroautos.

Handfest wurde es erst mit Daimler-Chef Dieter Zetsche. Angesichts der 17 Milliarden Euro, die die deutsche Wirtschaft zwischen 2012 und 2014 in Forschung und Entwicklung von E-Mobilität investiere, stellte er konkrete Forderungen auf. Und natürlich dreht es sich dabei vor allem um die Super-Credits, mit denen Hersteller elektrisch angetriebene Modelle beim CO2-Flottenausstoß mehrfach anrechnen lassen können. Mit seinen Forderungen, ein E-Mobil mit mehr als dem Anderthalbfachen anrechnen und Super-Credits auch über Jahre ansparen zu können, kann Zetsche auf die Unterstützung von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler rechnen. Rösler nannte diese Form der Unterstützung die "einfachste Möglichkeit" und einen "enormen Beitrag", etwas für die E-Mobilität zu tun. Einer direkten Subvention des Kaufes von E-Autos (wie in vielen anderen Ländern üblich) erteilte Rösler mit Recht eine klare Absage. Dies sei ein "Strohfeuer, das nichts für den Markt tut". Der FDP-Politiker setzt auf die Marktmechanismen und fordert die Hersteller auf, bezahlbare und sichere Modelle zu entwickeln. Dafür stelle der Bund schließlich eine Milliarde Euro als Föderung der Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Elektroautos 2013/2014

Einen beeindruckenden Vortrag lieferte Chinas Minister für Wissenschaft und Technologie ab: Wan Gang erklärte mehrfach, dass für sein Land die E-Mobilität kein Wunsch sei, sondern ein Muss. Steigende Öl-Importe und Luftverschmutzungen in den Ballungszentren setzten China dermaßen unter Druck, dass schnell gehandelt werden müsse. Bis 2015 sollen eine halbe Million Plug-in-Autos auf chinesischen Straßen fahren, 2020 sollen es zwei Millionen sein. Als Zuhörer Wan Gangs bekommt man ein Gefühl dafür, wie ernst es China meint.

Autor: Hauke Schrieber

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