Elektronische Fahrassistenten

Elektronik rettet Leben! – Test 1: Gegenverkehr Elektronik rettet Leben! – Test 1: Gegenverkehr

Elektronische Fahrassistenten

— 03.07.2006

Elektronik rettet Leben!

AUTO BILD fodert ESP für alle Neuwagen – und wird jetzt durch aktuelle Crashtests des DEKRA bestätigt.

Ohne ABS keine Chance

Vielleicht werden wir irgendwann mal darüber lachen. Über diese alten, rauhen Zeiten, als es tatsächlich noch Autos gab, die kein ESP hatten. Oder eine automatische Abstandsregelung. Oder zumindest einen Bremsassistenten. Vielleicht werden wir unseren Kindern davon erzählen, wie wild und gefährlich das Autofahren mal war ohne diese ganzen elektronischen Sicherheits-Systeme. Damals, im Jahr 2006.

Doch noch gilt die Gegenwart. Und da leben vor allem Kleinwagenfahrer gefährlich, weil an der Sicherheit gespart wird und der immerhin schon über zehn Jahre alte Schleuderschutz ESP oft nicht oder nur gegen Aufpreis zu haben ist. Wie gefährlich das sein kann, hat AUTO BILD mit umfangreichen Fahrversuchen in Heft 25/06 gezeigt. Aktuelle Crashtests der Winterthur und des DEKRA untermauern jetzt unsere Forderung nach ESP für alle. Sie beweisen: Elektronik rettet Leben!

Die Experten der Versicherung und der Prüforganisation haben in Wildhaus (Schweiz) typische Gefahrensituationen simuliert. Zum Beispiel einen Gegenverkehrsunfall, wie ihn wohl jeder Autofahrer fürchtet. Auf einer Fahrbahn mit unterschiedlichen Reibwerten (simuliert trockene und nasse Streckenteile) machen zwei Autos eine Vollbremsung. Dem zweiten Wagen fehlt das elektronische Anti-Blockier-System (ABS), er kommt deshalb ins Schleudern und prallt seitlich in den Gegenverkehr. Das Auto mit ABS bleibt dagegen stabil, weil das System den Bremsdruck am Rand auf dem griffigen Untergrund reduziert. ESP hätte den Effekt noch verstärkt und die Schleudertendenz zusätzlich verhindert.

65 Prozent weniger Auffahrunfälle

"Ein Viertel der Unfälle mit Schwerverletzten und rund 60 Prozent aller Unfälle mit Todesfolge werden durch Schleudern des Fahrzeugs verursacht ", so die Experten, "der Einsatz von ESP könnte die Anzahl folgenschwerer Unfälle um 30 bis 40 Prozent reduzieren." Deshalb fordert auch Anton Brunner, Leiter der Unfallforschung bei der Winterthur: "Aufgrund seines hohen Sicherheitspotentials sollte ESP möglichst bald bei allen Neuwagen Standard sein."

Auch die beiden weiteren Crashversuche in Wildhaus sprechen für mehr Elektronik: Mit einem Bremsassistenten lassen sich etwa 65 Prozent der Auffahrunfälle vermeiden. Bei Lkw könnten über 60 Prozent der schweren Unfälle durch eine elektronische Abstandsregelung verhindert werden. Angesichts dieser Erkenntnisse ist es schwer zu verstehen, daß all diese Systeme nicht Pflicht werden. Und zwar nicht irgendwann – sondern schon im Jahr 2006 ...

Weitere elektronische Fahrassistenten:Antriebsschlupfregelung: Durchdrehende Reifen beim Anfahren bedeuten weniger Kontrolle über das Fahrzeug. Die Antriebsschlupfregelung (ASR) leitet darum nur so viel Kraft an die Räder weiter, wie auch auf die Straße gebracht werden kann.

Nachtsichtassistent: Bis zu 200 Meter weit wirkende Infrarotscheinwerfer leuchten die vor dem Fahrzeug liegende Straße aus. Eine Kamera zeigt dem Fahrer dieses Bild auf einem Display im Cockpit.

Spurhalteassistent: Kommt ein Auto zu nahe an den Straßenrand, registriert eine Kamera das Überqueren der Fahrbahnmarkierung. Der Fahrer hört dann einen Warnton oder spürt Vibrationen in Lenkrad oder Sitz.

Autoren: Alex Cohrs, Roland Niederlich

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