Elektrosmog im Verkehr

Elektrosmog im Verkehr

— 31.05.2006

Jedem sein Funkloch

Streikende Schlüssel, rebellierende Wegfahrsperren: Störende Funkwellen irritieren immer mehr Autofahrer.

Wenn Petra ihren Renault Modus in der Mainzer Stahlbergstraße am Straßenrand parkt, kann sie den Wagen nicht abschließen. Nichts geht mehr, da kann sie noch so oft auf ihren Funkschlüssel drücken. Ein paar Meter weiter lassen sich dann alle Türen wieder aus der Ferne abschließen. Lutz Zimmermann, Ingenieur vom DEKRA, hat für das Phänomen eine Erklärung: "Wahrscheinlich überlagert ein stärkeres Funksignal die Sendeleistung des Schlüssels", erklärt er. Auf der Frequenz zwischen 433,05 und 434,79 Mhz kommuniziert mittlerweile ein Heer von Haushaltsgeräten: Funk-Thermometer, Kopfhörer, Garagentoröffner, drahtlose Türklingeln, Fernbedienungen für Wohnungslampen. "Da ist schwer was los", sagt der erfahrene Funk-Spezialist.

Im Internet berichtet ein "Werner" vom Totalausfall seines Ford Explorer: Unter dem Berliner Fernsehturm streikte die Wegfahrsperre. Erst als er den Wagen ein paar Meter weitergeschoben hatte, sprang der V6 wieder an. In Ahrensburg bei Hamburg funkten die Kellnerinnen einer Eisdiele mit ihren drahtlosen Funk-Notizblöcken kräftig dazwischen.

Den Autoherstellern ist das Problem geläufig. Bevor ein Auto auf den Markt kommt, muß seit 1996 im Rahmen der Typenprüfung die elektromagnetische Verträglichkeit nachgewiesen sein. Dieser Test ist die Autoindustrie teuer zu stehen gekommen, bedeutende Investitionen waren unbedingt nötig. Inzwischen ist die Zahl der Funk-Störquellen nämlich stark gestiegen. Jedes der neuen Autos hat gepanzert zu sein gegen die Über- und Angriffe elektromagnetischer Wellen. Petra hilft das bei ihrem Wagen nichts. Ihr Auto hat keine Chance gegen den Elektrosmog. Sie wird sich einen neuen Stamm-Parkplatz suchen müssen.

Autor: Claudius Maintz

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