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EM 2016: Tipps zum Autofahren in Frankreich

— 08.06.2016

Das sollten Sie wissen!

Mit dem Auto zur EM nach Frankreich? Alle Infos zu Grenzkontrollen, Tanken, Tempolimits, Verkehrsregeln und Co!

Olé, olé, auf nach Frankreich! Von 10. Juni bis 11. Juli steigt hier die Fußball-EM, und da bietet es sich an, einen Abstecher ins Nachbarland zu machen. Doch wer mit dem Auto fahren möchte, sollte sich zunächst mit den Verkehrsregeln und einigen anderen Besonderheiten der Grande Nation vertraut machen. Denn es gibt einiges, was es zu beachten gilt.

Bußgelder im Ausland

Verstärkte Grenzkontrollen
An den Grenzen wird während der EM verstärkt kontrolliert werden, es ist also durchaus mit Wartezeiten zu rechnen. Aktuelle Verkehrsmeldungen gibt es auf der Internetseite der französischen Straßenbehörde. Wichtig: Alle Reisenden brauchen gültige Ausweispapiere, auch die Kinder – seit 2012 sind Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils nicht mehr gültig. Tanken: Engpässe aufgrund des Streiks möglich

Lieber vor der Grenze volltanken: Diesel ist in Frankreich deutlich teurer und wegen der Streiks (genau wie Benzin) möglicherweise knapp.

Aufgrund der aktuellen Streiks in Frankreich könnte es laut ADAC zu Kraftstoffengpässen kommen. Grundsätzlich sollten Autofahrer immer rechtzeitig und möglichst noch einmal in Deutschland tanken. Für Diesel-Fahrer ist das sowieso empfehlenswert: Der Selbstzünder-Sprit ist in Frankreich deutlich (rund 13 Cent) teurer. Tipp: Tanken Sie in Frankreich vorzugsweise bei Tankstellen, die zu großen Supermärkten gehören, hier wird der Sprit teilweise bis zu zehn Cent pro Liter günstiger verkauft als an Markentankstellen. Achtung, viele Tankstellen haben Tankautomaten, die unter Umständen in Deutschland ausgegebene EC- oder Kreditkarten nicht akzeptieren. Im Reservekanister dürfen nicht mehr als zehn Liter Kraftstoff mitgeführt werden.

Tempolimits und Alkohol am Steuer

Auf Frankreichs Autobahnen ist nur Tempo 130 erlaubt. Führerscheinanfänger dürfen 110 km/h fahren.

In Frankreich geht es gemächlicher zu – es gelten andere Tempolimits als in Deutschland. So sind außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h und auf Autobahnen 130 km/h erlaubt. Fahranfänger, die den Führerschein noch keine drei Jahre haben, dürften auf Landstraßen nur 80 km/h, auf Schnellstraßen 100 km/h und auf Autobahnen 110 km/h schnell sein; diese Grenzen gelten auch grundsätzlich für Wohnmobile mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sowie für alle Verkehrsteilnehmer bei starken Niederschlägen. Bei einer Überschreitung von 20 km/h droht ein Bußgeld ab 135 (oder ab 90 Euro). Wer 50 km/h schneller als erlaubt unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld ab 1500 Euro rechnen. Die Promillegrenze liegt in Frankfreich bei 0,5, Fahranfänger dürfen maximal 0,2 Promille Alkohol im Blut haben.

Achtung, Kopfhörer und Headsets sind verboten!

Kopfhörer und Headsets sind verboten. Telefonieren ist nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt.

Seit 1. Juli 2015 ist es in Frankreich verboten, als Fahrer Kopfhörer oder Headsets zu tragen – weder zum Musikhören noch zum Telefonieren. Beides ist nur über Lautsprecher (Auto oder Telefon) erlaubt, also Finger weg vom Handy! Wer unbedingt telefonieren möchte, darf dies nur über die Freisprecheinrichtung tun. Verstöße gegen das Ohrstöpselverbot werden mit einem Bußgeld von mindestens 90 Euro geahndet. Und: Navis mit Radarwarner sind in Frankreich auch nicht erlaubt. Autofahrer, die beispielsweise bei einer Verkehrskontrolle mit einem solchen Helferlein entdeckt wird, riskieren ein Bußgeld von bis zu 1500 Euro.

Strafbare Ablenkung: schminken, essen, kramen
Die französischen Gendarmen haben einen weitgehenden Ermessensspielraum, wenn es um Ablenkung am Steuer geht. So können sie beispielsweise für Essen oder Schminken am Steuer ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro verhängen. Auch laute Musik kann geahndet werden, wenn die Flics der Meinung sind, dass die Umgebungsgeräusche nicht mehr gut genug wahrgenommen werden können. Wer mit Flip Flops fahren möchte, muss ebenfalls mit 75 Euro Strafe rechnen. 

Die Einsatzfahrzeuge zur EM 2016

Das muss im Auto sein:
• ein Alko-Tester. Wer keinen hat, bekommt aber kein Bußgeld aufgebrummt.
• Zulassungsbescheinigung Teil I bzw. Fahrzeugschein im Original
• eine reflektierende Warnweste. Sie muss bei einem Unfall oder einer Panne vor dem Verlassen des Autos angezogen werden. Immer!

Maut: Kreditkarte einstecken!

Wer in Frankreich die Autobahn nutzen möchte, muss zahlen. Wenn möglich Kreditkarte mitnehmen!

Autobahnen und Schnellstraßen sind mautpflichtig. Wie viel Fußballfans auf der Reise berappen müssen, hängt von der Strecke und der Größe des Fahrzeugs ab: Für Fahrzeuge über drei Meter Gesamthöhe (Wohnmobile) muss mehr bezahlt werden, manchmal mehr als das Doppelte. Laut ADAC fallen auf der Strecke München-Paris für Autofahrer 38 Euro Mautgebühren an, Berliner oder Kölner, die über Belgien fahren, kommen mit 13 Euro hin.

Bezahlt werden muss an Mautstationen. Wenn möglich, sollten Schalter mit Personal angesteuert werden, vor allem mit Wohnmobilen. Da besetzte Schalter aber immer seltener werden, empfiehlt der ADAC dringend, eine Kreditkarte mitzunehmen, weil Kassenautomaten oft keine Scheine akzeptieren. Vorsicht: Mit "t" markierte Zahlstellen sind ausschließlich für Kunden des elektronischen "Télépage"-Systems reserviert. Ein ADAC-Sprecher: "Generell gilt an Mautstationen: rechtzeitig einordnen, niemals wenden, nicht durch bereits offene Schranken fahren. Und: Hilfe-Knopf drücken, falls die Zahlung nicht möglich ist."

Parken: Achten Sie auf die Fahrbahnmarkierung!

Wer in Unterführungen oder Tunnel parkt, riskiert eine Parkkralle oder das Abschleppen des Fahrzeugs.

Grundsätzlich parken Franzosen ziemlich kreativ, und wenn die Lücke zu klein ist, wird der Stoßfänger auch als solcher genutzt. Blaue Markierungen auf der Straße oder am Bordsteinrand weisen auf die sogenannten "Zones Bleues" hin, in denen (begrenzt und eventuell kostenpflichtig) geparkt werden darf. Ein gelber, unterbrochener Streifen am Fahrbahnrand bedeutet Parkverbot; durchgezogene gelbe Streifen bedeuten Halte- und Parkverbot. Hier sollten Sie keinesfalls Ihr Auto abstellen. Grundsätzlich ist auch das Parken und Halten unter Brücken sowie in Tunnels oder Unterführungen verboten. Wer dennoch hier parkt, muss damit rechnen, dass das Auto abgeschleppt wird oder eine Parkkralle bekommt. Außerdem gibt's höchstwahrscheinlich ein Bußgeld von mindestens elf Euro.

Ampeln: Was blinkt denn da?
Französische Ampeln können mehr Lichtzeichen als deutsche. So zeigt ein rotes Kreuz auf der Rückseite der Ampel des Gegenverkehrs an, dass der Gegenverkehr Rot hat – und beim Linksabbiegen nicht in die Quere kommen kann. Auf Rot geschaltete Ampeln mit einem gelb blinkenden Pfeil zeigen an, dass in die durch den gelben Pfeil angezeigte Richtung weiter gefahren werden darf. Der Querverkehr hat aber Vorfahrt.

Fußball-Accessoires und Autokorsos

Online-Voting

'Machen Sie Ihr Auto fit für die Fußball-EM?'

Die Regelungen bezüglich EM-Autoschmuck, Hupkonzerten und Korsos sind mit denen in Deutschland vergleichbar. Grundsätzlich ist Hupen innerorts nur in Gefahrenlagen erlaubt, vermutlich wird die französische Polizei aber bei einer Veranstaltung wie der EM ein Auge zudrücken. Fahnen sind nur erlaubt, solange sie die Sicht nicht beeinträchtigen. Vorsicht mit den Wimpeln, die am Fenster befestigt werden: Sie sollten bei Fahrten auf die Autobahn abgenommen werden, das sie sonst womöglich nachfolgenden Fahrzeugen um die Ohren fliegen.

Fußball-EM 2016: Autokorso-Crashtest

Unfall: Das müssen Sie beachten:
• Im Notfall wählen Sie wie in Deutschland die 112.
• Passiert man eine Unfallstelle, muss man wie in Deutschland anhalten, die Unfallstelle sichern und Erste Hilfe leisten. Auf Landstraßen und innerorts muss ein Warndreieck aufgestellt werden. Achtung: Auf der Autobahn ist das Herumlaufen (auch auf dem Pannenstreifen) – und damit da Aufstellen des Warndreiecks – nicht erlaubt!
• Muss das Fahrzeug abgeschleppt werden, müssen Sie einen Pannendienst rufen. Privates Abschleppen ist nicht erlaubt.
• Im Falle eines Crashs sollten Sie unbedingt Kennzeichen, Name und Anschrift von Fahrer und Halter der beteiligten Fahrzeuge sowie deren Haftpflichtversicherung und Versicherungsnummer notieren; ein Europäischer Unfallbericht kann hier hilfreich sein. Die Versicherungsdaten finden sich bei französischen Fahrzeugen üblicherweise auf einer Plakette auf der Windschutzscheibe. Außerdem sollten Sie Name und Anschrift von Unfallzeugen festhalten und die Unfallstelle fotografieren.

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