Emissionsarm: Diese Autos sind sauber

Emissionsarme Autos: Euro 6d, AdBlue, Erdgas, E-Antrieb

Diese Autos behalten freie Fahrt

Für dreckige Diesel sind Fahrverbote angekündigt: Welche Autos kann ich jetzt noch kaufen? Hier eine Übersicht – inklusive der Modelle der Abgasnorm Euro 6d-TEMP (Update)!
Der VW-Abgasskandal und die drohenden Fahrverbote haben Autokäufer tiefgreifend verunsichert. Welche Autos sind denn nun wirklich sauber? Mit welchen Fahrzeugen kann ich in Fahrverbotszonen einfahren? Und welche Diesel kann ich später ohne großen Wertverlust wieder verkaufen? Keine Angst: Es gibt Lösungen! Der ADAC hat eine Positivliste aufgestellt mit Dieseln der Euro 6d-TEMP-Norm. Sie stoßen nur noch wenig schädliches NOx aus, und zwar nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch auf der Straße – sogar unter Volllast! Im ersten ADAC EcoTest für die neue Abgasnorm, in dem unter verschärften, realitätsnahen Bedingungen Verbrauch und Abgase überprüft werden, konnten ein BMW X2 xDrive20d Steptronic, ein Peugeot 308 SW 2.0 BlueHDi 180 EAT8 und ein Volvo XC60 D5 AWD Geartronic überzeugen. Fahrverbote wären für sie kein Problem, eine mögliche blaue Plakette wäre ihnen sicher.

Gutes Abschneiden beim Ecotest

Die Stichprobe an drei Fahrzeugen zeigte im ADAC-"EcoTest": Euro 6d-TEMP-Diesel sind wirklich sauber.

"Der Stickoxid-Ausstoß kann dank neuester Reinigungstechnik wirkungsvoll reduziert werden", resümiert der ADAC. Beim X2 und dem 308 seien die gemessenen NOx-Werte durchgehend niedrig, sie lagen in nahezu allen Ecotest-Zyklen, also auch auf der Straße, unter dem (für den Prüfstand!) gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 80 mg/km. Auch der Volvo schlug sich insgesamt gut. Lediglich beim Extremtest auf der Autobahn stieg der NOx-Ausstoß aufgrund seines hohen Gewichts rapide auf 239 mg/km an. Insgesamt maß der ADAC beim schweren Schweden im "EcoTest" aber einen Durchschnittswert von 93 mg/km – also zwar leicht über dem Prüfstandswert, jedoch weit unter der Grenze für Straßentests (RDE, Real Driving Emissions), die für Euro 6d-TEMP-Autos derzeit noch bei 168 mg/km liegt. 

Zulassungszahlen: Alternative Antriebe boomen

Ob Fahrverbot oder nicht: Autos mit Erdgas- oder Hybridantrieb sowie Benziner und Diesel der Norm Euro 6d-TEMP dürften allzeit freie Fahrt haben.

Das große Interesse an sauberen Autos beweisen die jüngsten Zulassungszahlen. Diesel flop, alternative Antriebe top. Im ersten Halbjahr 2018 stieg der Anteil der neu zugelassenen Benziner auf 63,1 Prozent, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von 16,3 Prozent. Der Abwärtstrend bei den verkauften Selbstzündern setzte sich fort, nurmehr 32,1 Prozent der Autos waren Diesel, ein Minus von 20 Prozent. Für Hybridfahrzeuge entschieden sich 3,3 Prozent aller Neuwagenkäufer, ein Plus von 62,3 Prozent. Knapp ein Prozent aller Neuzulassungen waren E-Autos. 

Viele neue Diesel mit Euro 6

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Die meisten der neuzugelassenen Selbstzünder haben moderne Euro-6-Motoren an Bord. Laut des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) erhöhte sich ihre Anzahl um 1,12 Millionen (plus 42 Prozent). Mittlerweile erfülle jeder vierte Diesel die Euro-6-Norm, die Anzahl der Diesel-Pkw der Abgasstufen Euro 1 bis 4 verringerte sich um gut 700.000 Fahrzeuge. 52 Prozent der Autos mit alternativen Antrieben kommen laut VDIK von internationalen Autobauern. 

Warum Diesel im Fokus stehen

Der Grund für die diskutierten und in Hamburg bereits verhängten Fahrverbote liegt in der seit Jahren anhaltenden, deutlich zu hohen Luftverschmutzung in zahlreichen deutschen Städten. Zu der trägt der Straßenverkehr durch alte Diesel bei. Die Selbstzünder stehen am Pranger, da sie auf dem Prüfstand zwar sauber sind, im Straßenbetrieb aber deutlich mehr ausstoßen. Neuwagenkäufer, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten entweder auf Erdgas- oder Hybridautos umsteigen oder sich bei den Herstellern nach Selbstzündern erkundigen, die die schärfere Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllen. Bei der werden die Autos auf der Straße auf ihren realen Ausstoß überprüft. Immer mehr Hersteller haben bereits saubere Diesel- und Benziner-Modelle im Programm, die entweder schon verfügbar oder zumindest bestellbar sind. Es gibt weiterhin Gründe für einen Dieselkauf wie dagegen. Grundsätzlich ist die nötige Technik für saubere Diesel verfügbar. Wie der ADAC "EcoTest" zeigt, sind viele der neuesten Modelle sehr sauber. Besitzer von Autos mit wirkungsvoller Abgasreinigung durch einen SCR-Kat (ab Werk oder zum Nachrüsten) müssen keine Angst vor der Blauen Plakette oder anderweitig regulierten Fahrverboten haben. Für ältere Diesel wird eine Hardware-Nachrüstung diskutiert.

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Sauber: AdBlue, OPF, alternative Antriebe

Mit AdBlue, also Harnstoff, können auch Diesel sauber sein. Zahlreiche Autobauer bieten entsprechende Modelle an, vom Kleinwagen bis zur Luxuslimo.

Doch auch SCR-Kats reichen oft nicht, eine Anpassung der Software ist oft nötig. Für Benziner gilt: Gerade die besonders sparsamen Benzin-Direkteinspritzer rußen, daher bauen immer mehr Hersteller Partikelfilter ein, damit werden auch sie weitgehend zu Saubermännern. Weitere Möglichkeiten, den Schadstoffausstoß von Pkw zu reduzieren: Kaufen Sie ein Auto mit alternativem Antrieb wie Elektro-Erdgas- oder Hybridtechnologie. Der Markt bietet schon heute viele Fahrzeuge, die sich so sauber wie nur möglich fahren lassen, was nebenher auch noch Geld spart, wenn der Verbrauch gering ausfällt. Zum Schluss noch ein Tipp: Kleine Benziner stoßen auch ohne Filter kaum Ruß aus, schneiden beim ADAC "EcoTest" gut ab. Hier die AUTO BILD-Empfehlungen für saubere Autos, inklusive aller derzeit verfügbarer Euro 6d-TEMP-Modelle!

Emissionsarm: Diese Autos sind sauber

Autoren: Maike Schade, Bendix Krohn

Stichworte:

Diesel

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