Empfehlenswerte Rast- und Autohöfe

Urlaub an der Autobahn Urlaub an der Autobahn

Empfehlenswerte Rasthöfe

— 14.07.2006

Urlaub an der Autobahn

Abfahren, anhalten, abschalten. Neben der Autobahn wartet ein großer Freizeitpark, verteilt auf das ganze Land. Die besten Plätze zum Relaxen.

Erholung in Freibad oder Zoo

Monica Granás sinkt auf den himmelblauen Grund des Freibads Kirchheim (Hessen), genießt dort ein paar Sekunden der Schwerelosigkeit und Ruhe: Das dunkle Rauschen schluckt die Kinderschreie von der Wasserrutsche. Springt jemand vom Startblock, zischt es kurz und dumpf. Der beste Ort zum Abschalten ist hier unter Wasser. Nichts ist mehr zu hören von der endlosen Blechschlange, die sich 400 Meter weiter auf der Autobahn 7 entlangschiebt.

Dann taucht die blonde Norwegerin auf, nimmt einen tiefen Atemzug. Die Luft riecht nach Pommes und frisch gemähtem Gras. Wie in jedem Freibad. "Es ist so schön hier, wie im Urlaub", sagt die Skandinavierin. Mit ihrer Familie kommt die 17jährige gerade aus dem Italien-Urlaub, in Kirchheim macht die Familie eine Nacht lang Station. Abfahren, anhalten, abtauchen. Wo sind die Rast- und Autohöfe, an denen sich ein Halt selbst dann lohnt, wenn man eigentlich gar keine Pause machen will? AUTO BILD hat die Geheimtips entlang der Strecke gesucht und einen großen Freizeitpark vorgefunden, verteilt auf etliche Autobahnkilometer.

50 Kilometer vor der dänischen Grenze hat Jasmin Knispel gerade auf der A 7 für Tiere gebremst. Söhnchen Ben-Marvin hatte auf dem Rücksitz angefangen zu quengeln, jetzt ist er umringt von neun Kaninchen, vier Enten, drei Meerschweinchen und seinen entspannten Eltern. Seit Ostern gibt es hier einen kleinen Autobahnzoo. Pächterin Andrea Fischer-Hansen will Großstadtkindern eine kleine Portion Natur mit auf die Reise geben. Deshalb hat jeder Angestellte eine zusätzliche Aufgabe bekommen: "Auf dem Weg zur Arbeit müssen alle Löwenzahn sammeln", sagt die 45jährige.

Generalüberholung für Auto und Fahrer

Ein Eldorado für größere Kinder liegt 275 Kilometer weiter südlich. Der Autohof "Motorpark Lohne" (A 1 zwischen Osnabrück und Bremen) beherbergt den Rennstall "to limit", der erfolgreich im Porsche Carrera Cup und im Porsche Michelin Supercup mitmischt. Auch der ehemalige Formel-1-Pilot Timo Glock steht hier unter Vertrag. "Gestern erst war er hier", sagt Teammanager Jörg Michaelis und zeigt in Richtung Werkstatt.

Zwei knallgelbe Rennporsche warten hier mit aufgerissenen Motorhauben auf einen Ölwechsel. Rennmechaniker machen sie fit für den nächsten Start. Doch die PS-Profis kriegen auch ganz normale Straßen-Pkw wieder flott. "Wir reparieren jedes Auto wie einen Rennwagen – schnell und gründlich", verspricht Kfz-Mechaniker Timo Hollwedel. Fix geht es auch beim DEKRA nebenan. Etwa eine halbe Stunde dauern HU- und AU-Abnahme ("TÜV"). Genug Zeit für einen Haarschnitt bei Autobahn-Friseurin Manuela Raker oder ein leckeres Schnitzel im gemütlichen Restaurant.

Derart gestylt und gestärkt, sind die nächsten 420 Kilometer bis zur Raststätte Moseltal (A 61 Richtung Mainz) fast ein Klacks. Parkplatz und Bistro liegen direkt auf der Kuppe eines Weinberges. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick, der sich gut und gern eine Stunde lang genießen läßt. Im Tal schlängelt sich die Mosel, ein weißes Motorboot tuckert gen Koblenz. Eine Idylle direkt an der Autobahn. Winzer und Pächter Dr. Norbert Knauth verkauft im Rasthaus den hier gelesenen Riesling "Von Canal 2004", das Flaschenetikett zeigt die fast einen Kilometer lange Moseltal-Brücke direkt neben dem Weinberg. Wer Zeit hat, kann durch eine Unterführung auf die andere Seite gehen, um die Überreste eines Kastells aus der Römerzeit und manchmal auch den Mainzer Bischof und Kardinal Karl Lehmann zu bestaunen. Dem Vernehmen nach schaut Hochwürden manchmal mit seinem Fahrer vorbei.

Für neun Euro in die Sauna

Ebenfalls berühmt für seinen Panoramablick auf Würzburg ist die Raststätte Würzburg-Nord (A 3). Roswita Ihlo aus der Nähe von Frankfurt sitzt auf der Balustrade, die Beine lang ausgestreckt. "Ich muß gerade ein Ticket verdauen, das ich mir eben eingefangen habe. Zum Runterkommen ist das hier ideal", sagt die Hessin.

Für einen Abstecher zum angrenzenden Weinlehrpfad oder zum Naturwanderweg (Spaziergänge zwischen 15 und 90 Minuten) aber hat sie heute keine Zeit. Dafür vielleicht ein wenig Appetit: Denn nur eine Dreiviertelstunde entfernt liegt – ebenfalls an der A3 – der riesige Autohof Geiselwind. Eine Kirche gibt es hier, Tagungsräume, ein Hotel mit Schwimmbad, einen Nordic-Walking-Park und vieles mehr. Fast schon legendär ist die Autobahnschlachterei. "Am beliebtesten sind Zwiebelmett und die hausgemachte Salami", sagt Juniorchefin Ruth Strohofer.

Nach fast 2000 Testkilometern gönnen wir uns im Autohof Wörnitz (bei Ansbach, zwischen A 7 und A 6) eine Pause. Dampfbad, Solarium und Blockhaus-Sauna können für neun Euro benutzt werden. Wer will, kann den ganzen Tag bleiben. Vor der Sauna warten Sonnenliegen auf müde Autofahrer. Es ist fast wie zu Hause im Garten. Nur der Mast mit dem leuchtenden Burger-King-Logo neben dem Silbermond erinnert jeden daran, wo er gerade ist. Im Kurzurlaub, direkt an der Autobahn.

Mach mal Pause!

Endlich Ferien! Viele Familien starten direkt nach der letzten Schulstunde und fahren durch bis zum Geht-nicht-Mehr. Pausen? Erholungsschlaf? Warum, das pack ich schon. Viele Fahrer reißen zudem die ganze Strecke bis zum Urlaubsort allein ab. Ohne Fahrerwechsel. Das ist lebensgefährlich.

Denn bei aller Vorfreude: Die Urlaubsfahrt ist anstrengend, die Reise auf der Autobahn langweilig, die monotone Umgebung stumpft ab. Hinzu kommen Staus und nicht selten nörgelnde Kinder.

Kleine Pause, große Wirkung: Einfache, effektive Bewegungsübungen für die Rast am Parkplatz zeigen wir in der Bildergalerie (ab Foto 26).

Das zermürbt den Fahrer, macht ihn müde, unkonzentriert. Er reagiert langsamer. Wie unser Tester (siehe Bildergalerie). Doch Vorsicht: Rennfahrer bleiben länger fit als der Otto Normalfahrer. Die Anforderungen der Strecke und Adrenalin halten sie wach. Urlaubsfahrer sollten die Fahrt in den Urlaub deshalb gut planen. Unsere Tips • Schlafen Sie in der Nacht vor der Fahrt richtig aus. • Planen Sie großzügige Pausen: alle zwei Stunden etwa 20 Minuten. • Bewegen Sie sich, oder machen Sie ein Nickerchen auf dem Parkplatz. • Trinken Sie Säfte oder Wasser, essen Sie nur leichte Kost. Mehr dazu erfahren Sie bei www.stark-gegen-schmerz.de. Dort kann man kostenlos ein PDF downloaden mit Bewegungsübungen.

Das hilft gegen Sekundenschlaf

Mittel gegen Müdigkeit scheint es viele zu geben. Doch was hilft wirklich? Hier eine kurze Bewertung der Hilfsmittel: Koffeinhaltige Getränke wie Energy-Drinks, Kaffee oder Cola fahren den Kreislauf nur kurz hoch. Danach fällt der Fahrer in ein Leistungsloch. Sauerstoff aus der Dose (OXY fit, O-pur, Gox ab etwa acht Euro/Dose) steigert kurz die Konzentration, hilft aber nicht gegen Sekundenschlaf. Das schaffen nur Pausen oder Kurzschlaf. Vorsicht: Wer weniger als zehn Minuten pausiert, ist schnell wieder müde. Besser: ein Nickerchen von etwa 20 Minuten. Das macht für etwa eine Stunde fit. Tip: Wer vor dem Schläfchen Kaffee mit Milch trinkt, ist danach sofort hellwach.

Technische Hilfen gegen das Einschlafen am Steuer greifen meist erst, wenn es fast zu spät ist. Aufgerauhte Fahrbahnmarkierungen sollen den Fahrer wecken, wenn er die Fahrbahn verläßt. Spurassistenten wie bei Citroën können das mit Kameras sogar schon sehen. Kamerasysteme überwachen den Lidschlag des Fahrers. Bei geschlossenen Augen ertönt ein Signal (noch nicht serienreif).

Schlaflabor – mit Technik gegen den Sekundenschlaf Müde Fahrer sind eine Gefahr für sich und andere Verkehrsteilnehmer. Deshalb sollten sich nur ausgeschlafene ans Steuer setzen. Doch viele können das gar nicht: Sie leiden unter sogenannter Schlafapnoe – minutenlangen Atemaussetzern in der Nacht. Die verhindern, daß der Schläfer in den erholsamen Tiefschlaf fällt. Dadurch fehlt dem Schläfer am Morgen die nötige Menge Sauerstoff, um wach durch den Tag zu kommen. Folge: Der Apnoe-Patient ist ständig müde, unkonzentriert und schläft tagsüber manchmal plötzlich ein. Auch am Steuer. Im Schlaflabor kann man die Apnoe eindeutig erkennen und helfen. Kleine Pumpen regulieren über eine Gesichtsmaske den Atem und sorgen für erholsamen Tiefschlaf.

Nur Schlafen macht den Fahrer fit



24-Stunden-Rennen am Nürburgring. Das heißt: 19, 20 Stunden am Steuer und kaum Schlaf. Eine Strapaze für jeden Fahrer. AUTO BILD-Tester Dierk Möller-Sonntag ist mitgefahren. Und Mediziner vom Schlaflabor der Philipps-Universität in Marburg haben dabei immer wieder sein Reaktionsvermögen gemessen.

Dieser sogenannte Vigilitätstest ist simpel. Die Testperson sieht auf einem Bildschirm vier Figuren, die sich nach dem Zufallsprinzip verändern. In der Hand hält der Prüfling einen Kasten mit vier Schaltern, einen für jede Figur. Immer wenn sich eine verändert, muß der Testkandidat die entsprechende Taste drücken. Aus der Reaktionszeit schließen die Forscher auf die Müdigkeit des Testers.

Kollege Müller-Sonntag war vor dem Start und während der ersten Stunden des Rennens hellwach und hochkonzentriert. Erst zwischen 21 und 22 Uhr, also nach rund sieben Stunden auf der Piste, wurde er müde. Seine schlechteste Phase hatte er zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens. In dieser Zeit wollen auch normale Autofahrer nur eines: schlafen. Wer jetzt weiterfährt, bringt sich und andere in Gefahr. Pausieren oder besser noch schlafen ist jetzt ein Muß. Dierk Möller-Sonntag durfte schlafen. Nach etwa vier Stunden im Bett war er einigermaßen wach. Doch erst der Test um elf Uhr morgens zeigt einen hellwachen Fahrer mit normalen Reflexen. Fazit: Auf langen Strecken und bei Nachtfahrten reichen kleine Pausen nicht aus. Nur richtiges Schlafen hilft gegen die bleierne Müdigkeit.

Telefonieren im Ausland

Auch der sonnigste Urlaub hat Schattenseiten. Eine hohe Telefonrechnung zum Beispiel. Denn wer mit dem Handy aus dem Ausland nach Hause telefoniert, wird meist kräftig abkassiert. Grund: Es werden in der Regel sogenannte Roaming-Gebühren fällig (Roaming: Mitbenutzung anderer Netze). Außerdem landen für alle Gespräche aus Deutschland die Gebühren ab der deutschen Grenze auf der Rechnung des Urlaubers. Gibt es eine Chance, diese Kostenfallen zu umgehen?

• Fragen Sie Ihren Provider nach Handy-Urlaubspaketen. Achtung: Vergleichen Sie die Tarife, die gelten, wenn das Paket abtelefoniert ist. • Keine deutschen Prepaid-Karten nutzen. Damit werden Auslandsgespräche sehr teuer. • Schalten Sie die automatische Netzsuche ab. Dann können Sie selbst das preiswerteste Netz suchen. • Kaufen Sie eine Prepaid-Karte des Urlaubslandes. Vorteil: Sie müssen sich an den Kosten aus Deutschland ankommender Gespräche nicht beteiligen. Ihren Freunden schicken Sie die ausländische Handy-Nummer einfach per SMS.

• Schalten Sie Ihre Mailbox aus, wenn Sie nicht unbedingt erreichbar sein müssen. Sonst zahlen Sie doppelt: Landet der Anruf aus Deutschland auf Ihrem ausgeschalteten Handy, wird er teuer an die deutsche Mailbox zurückgeschickt. Dazu kommen noch einmal Kosten, wenn Sie die Mailbox abhören. Ist sie ausgeschaltet, werden Sie günstig per SMS über den Anruf informiert. Und können entscheiden, ob Sie zurückrufen wollen.

Autor: Claudius Maintz

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.