Ende der Marathonverhandlungen

Ende der Marathonverhandlungen

— 05.11.2007

Ford einigt sich mit Gewerkschaft auf Tarifvertrag

Der US-Autobauer Ford wendet den Streik ab. Der Verkauf der Konzerntöchter Jaguar und Land Rover kann dagegen nicht verhindert werden.

Nach Marathonverhandlungen hat sich der zweitgrößte US-Autohersteller Ford mit der Gewerkschaft UAW auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Wie zuvor bereits General Motors (GM) und Chrysler kann damit nun auch Ford die Arbeitskosten senken und milliardenschwere Krankenversicherungs- Lasten auslagern. Unterdessen tritt der lange geplante Verkauf der britischen Töchter Jaguar und Land Rover nach einem Zeitungsbericht des "Wall Street Journal" in die entscheidende Phase. Die noch vorläufige Tarif-Vereinbarung habe eine Laufzeit von vier Jahren, teilten beide Seiten nach mehr als 40-stündigen Abschlussverhandlungen in Detroit mit. Der Vertrag gelte für 54.000 Gewerkschaftsmitglieder in den US-Werken des Autobauers. Die Arbeitnehmer müssen der Vereinbarung allerdings noch zustimmen. Die Abmachung sieht wie die kürzlich geschlossenen Verträge bei Fords amerikanischen Konkurrenten GM und Chrysler unter anderem vor, dass die teure Krankenversicherung der Betriebsrentner in einen von der Gewerkschaft verwalteten Fonds eingebracht wird. Zudem werden niedrigere Lohngruppen geschaffen. Alle drei amerikanischen Hersteller kämpfen mit massiven Absatzproblemen. Mit den neuen Tarifverträgen wollen sie Kosten sparen, um dann wieder wettbewerbsfähiger werden.

Jaguar und Land Rover stehen zur Disposition

Ein neuer Sonnenaufgang? Die Zukunft von Jaguar unter einer neuen Konzernmutter bleibt ungewiss.

Zum Sanierungsplan zählt bei Ford auch der Verkauf der Marken Jaguar und Land Rover, für die der US-Konzern laut "Wall Street Journal" verbindliche Gebote von mindestens drei potenziellen Käufern erhalten hat. Ford habe die Arbeitnehmervertreter von Jaguar und Land Rover für den 20. November zu einem Treffen mit möglichen Käufern eingeladen, berichtete die Zeitung in der Wochenendausgabe. Einer der engagiertesten und aussichtsreichsten Kaufinteressenten sei der indische Autobauer Tata Motors, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Tata habe als einziger Autohersteller ein Angebot abgegeben. Geprüft würden zudem Offerten der Finanzinvestoren Ripplewood Holdings (New York) und One Equity Partners, einer Tochter der US-Großbank J.P. Morgan Chase. Ripplewood arbeitet mit dem früheren Jaguar-Chairman Nick Scheele zusammen, One Equity hat den einstigen Ford-Chef Jacques Nasser an Bord. Überdies gebe es wohl weitere weniger verbindliche Offerten privater Beteiligungsgesellschaften. Ein Ford-Sprecher sagte dem "Wall Street Journal", das Unternehmen rechne nach wie vor mit einer Klärung der Zukunft für Jaguar und Land Rover "bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres". Tata wollte sich nicht äußern. Für die beiden Marken arbeiten zusammen rund 16 000 Beschäftigte vor allem in Großbritannien. Auch für Volvo prüft Ford verschiedenen Berichten zufolge bereits seit längerem einen Verkauf.

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