Ende der Opel-Krise

Ende der Opel-Krise

— 04.03.2005

Zuschlag für Rüsselsheim

Nun ist es offiziell: Rüsselsheim baut ab 2008 die neue GM-Mittelklasse. Als Trostpflaster für die Schweden gibt es den Cadillac BLS.

Die Zukunft der Opel-Werke in Deutschland ist auf Jahre hinaus gesichert. Das Opel-Werk in Rüsselsheim wird ab 2008 die europäischen Mittelklasse-Modelle des US-Konzerns General Motors (GM) bauen. Die Unternehmensleitung gab am heutigen Freitag in Göteborg bekannt, daß Opel sich im Rennen mit Saab in Schweden durchgesetzt hat.

Wie aus Verhandlungskreisen verlautet, müßten die Arbeitnehmer im Gegenzug auf Tariferhöhungen verzichten. Das Weihnachtsgeld werde ab 2006 von 100 auf 70 Prozent eines Monatsgehalts gekürzt. Zugleich werden die Arbeitszeiten flexibler gestaltet. Mit dem Paket will der Mutterkonzern GM den seit Jahren defizitären Autobauer Opel wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Der Zukunftsvertrag zur Sicherung der Existenz der drei Opel-Werke in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern wird heute in Rüsselsheim präsentiert.

"Beide Werke haben überzeugende Studien präsentiert, aber am Ende hatte Rüsselsheim bei dieser Produktionsvergabe leichte Vorteile", begründete GM Europa-Chef Fritz Henderson die Entscheidung. Das Geschäftsmodell für Rüsselsheim sei über die Laufzeit rund 200 Millionen Euro kostengünstiger als das von Trollhättan. Rüsselsheim wird künftig mit dem Bau von rund 293.000 Mittelklasse-Fahrzeugen jährlich gut ausgelastet sein.

Henderson betonte die Verbundenheit zu Saab und kündigte eine Offensive zur Erweiterung der Modellpalette an. Zudem soll der neue Cadillac BLS, der gerade auf dem Genfer Automobilsalon präsentiert wird, ab 2006 in Trollhättan gebaut werden. Zum derzeit in Schweden gebauten Saab 9-5 plane man außerdem ein "neues Cross-Over-Modell der Premiumklasse" zur Vervollständigung des GM-Programms. Der neue 9-3 soll dagegen von 2006 an mit dem Opel Vectra in Rüsselsheim gefertigt werden.

Bereits vor einer Woche hatte Opel mitgeteilt, daß das Sanierungspaket vorerst ohne Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ablaufen wird. 4500 Mitarbeiter hatten sich freiwillig für eine Abfindung entschieden und werden das Unternehmen noch in diesem Jahr verlassen. Bis 2007 sollen insgesamt 6000 Stellen wegfallen.

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