Autoindustrie nach Erdbeben

Erdbeben-Katastrophe

— 23.03.2011

Toyota verschiebt Modellstart in Japan

Noch immer kämpfen Japans Autobauer gegen die Folgen der Erdbeben-Katastrophe. Toyota muss nun den Verkaufsstart des Prius-Hybridvans verschieben. Suzuki schließt seine Fabriken nach nur zwei Tagen wieder.

(dpa/sk) Die Katastrophe in Japan wird zu einer immer größeren Bürde für den weltgrößten Autokonzern Toyota: Weil die meisten Fabriken weiterhin stillstehen, verzögert sich der Verkaufsstart des neuen Prius-Hybridvans im Heimatland. Der Termin Ende April sei nicht mehr zu halten, sagte eine Firmensprecherin am Mittwoch (23. März 2011) dem Branchenblatt "Automotive News". Wann der Wagen nun eingeführt wird, konnte sie nicht sagen. Es ist das erste Mal, dass eine Markteinführung wegen eines Bebens und seiner Folgen verschoben werden muss. Toyota hat wie die Konkurrenten Mühe, Teile herbeizuschaffen. Transportwege sind zerstört, Fabriken von Zulieferern beschädigt. Zudem war die Industrie von der Regierung aufgerufen worden, Strom zu sparen. Über allem schwebt nun auch noch die Sorge vor dem GAU im Atomkraftwerk Fukushima I.

Überblick: News und Tests zu Toyota

Toyota wird seine Endmontagewerke nach eigener Auskunft frühestens in der kommenden Woche wieder in Betrieb nehmen. Doch selbst dieses Datum ist unsicher. "Eine Entscheidung, wann die Produktion wieder aufgenommen wird, muss noch getroffen werden", hatte der Konzern am Dienstag in New York mitgeteilt. Seit dem 14. März stehen die Toyota-Fabriken still. Lediglich die Ersatzteil-Produktion sowie die Teileproduktion für die ausländischen Endmontagewerke laufen wieder. Deshalb bekommen Kunden in Deutschland auch kaum etwas von den Engpässen mit: Der Großteil der in Europa oder den USA verkauften Toyota stammt wie auch bei der Konkurrenz aus Werken in der Region. Eine Ausnahme ist der Hybridwagen Prius, der komplett in Japan gefertigt wird. Hier sitzen auch die wichtigsten Zulieferer, etwa für die Batterien. Der neue Prius-Van mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotor soll später im Jahr auch in Europa und den USA an den Start gehen. Die Firmensprecherin sagte, daran werde sich nichts ändern.

Überblick: News und Tests zu Suzuki

Auch Suzuki kämpft aktuell noch mit den Folgen der Katastrophe. Nach nicht einmal zwei vollen Produktionstagen schließt der Autobauer die meisten seiner Fabriken in Japan wieder. Es sei schwierig, die nötigen Teile herbeizuschaffen, teilte Suzuki am Mittwoch mit. Einige der Zulieferer sitzen nach Unternehmensangaben in den Regionen, die von Beben und Tsunami besonders schwer getroffen wurden. Laut "Automotive News" hatte Suzuki die Bänder in seinen Endmontagewerken am Dienstag und Mittwoch den halben Tag laufen lassen. Bis mindestens zum Sonntag bleiben die Fabriken nun geschlossen. Allerdings produziert ein Motorenwerk den Angaben zufolge so lange weiter wie der Lagervorrat langt. Auch andere Hersteller haben Mühe, ihre Produktion wieder aufzunehmen. Bei Nissan soll die Autoproduktion am Donnerstag wieder anlaufen; auch drei von sechs Honda-Werken sollen dann nach Angaben eines Firmensprechers wieder öffnen.

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