Erdfall in Thüringen

Krater in Thüringen verschluckt Auto Krater in Thüringen verschluckt Auto

Erdfall in Thüringen

— 01.11.2010

Krater schluckt Auto

Riesenschreck in Thüringen: Mitten zwischen Wohnhäusern tat sich in Schmalkalden die Erde auf und verschluckte ein Auto. 26 Menschen mussten ihre Häuser räumen.

(dpa/sb) Ein riesiger Krater ist mitten in einem Wohngebiet im thüringischen Schmalkalden aufgerissen und hat ein Auto verschlungen. Das fast kreisrunde Loch mit einem Durchmesser von gut 35 Metern brach in der Nacht zum Montag (1. November 2010) auf. Der Rand bröckelte anschließend weiter. 26 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt, als sich die etwa zwölf Meter tiefe Grube auftat. Die Ursache war zunächst unklar. Luftbilder zeigten, wie nah die Anwohner an einer Katastrophe vorbeigeschlittert sind. Nach Angaben der Stadtverwaltung gab es auch Risse an Häusern. Die Polizei sprach von zwei teilweise eingestürzten Garagen. Schätzungen zum Sachschaden gab es zunächst nicht. Stadtverwaltung, Feuerwehr und Landesbergamt wollen noch heute auf einer Pressekonferenz über mögliche Erkenntnisse zur Ursache sprechen.

"Geräusche" um 3 Uhr nachts

30 Meter breit, zwölf Meter tief: Dieser Krater in Schmalkalden verschluckte ein Auto.

Spekuliert wurde zunächst über eine natürliche geologische Ursache oder im Untergrund vermutete Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Klar war für Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU): Einen Fall in dieser Größenordnung habe es im Land bisher nicht gegeben. Landrat Ralf Luther (CDU) nannte als nächstliegende Vermutung eine natürliche Ursache. Bergbaufolgen gelten als unwahrscheinlich, da der Eisenerzabbau in Schmalkalden seit Jahrzehnten eingestellt ist. Kleinere sogenannte Erdfälle hat es in den Bergbau- und Karstgebieten von Thüringen allerdings schon häufiger gegeben. Anwohner hatten nach Polizeiangaben gegen 3.00 Uhr "Geräusche" gehört, als der Boden unmittelbar an Häusern und Garagen nach unten sackte. Niemand werde vermisst oder sei verletzt. Derzeit seien sechs Häuser evakuiert, sagte ein Polizeisprecher.

Nicht der erste Erdfall

Nachrutschende Erde verschüttete das in der Grube verschwundene Auto komplett. In ersten Meldungen war von rund 20 Metern Tiefe des Lochs die Rede. Bürgermeister Thomas Kaminski (parteilos) sagte MDR 1 Radio Thüringen: "Das übersteigt jede Vorstellung." Im mehr als 40 Kilometer entfernten Kali-Bergbaurevier an der Werra hatte kürzlich ein Erdfall in Tiefenort für Schlagzeilen gesorgt, der fünf Häuser unbewohnbar machte. Außer in Bergbauregionen sind solche Vorfälle auch in Karstgebieten häufiger. Nahe dem thüringischen Bad Frankenhausen etwa sackte 2009 ein großes Stück Acker zwölf Meter in die Tiefe. In Schmalkalden sperrte die Polizei die Unglücksstelle und ihre Umgebung ab. Nach einem Stromausfall wegen des Erdfalls seien Gas und Wasser abgestellt worden. "Es ist aber keine größere Hektik entstanden. Die Leute sind den Umständen entsprechend recht ruhig", sagte eine Polizeisprecherin.

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