Ergänzung Rückruf Peugeot 307

Ergänzung Rückruf Peugeot 307

— 31.08.2007

Noch immer Brandgefahr

AUTO BILD hatte bereits über den Rückruf des Peugeot 307 berichtet, jetzt kamen weitere Details ans Licht: Die Probleme, die in der vergangenen Woche auftraten, sind den Franzosen seit Jahren bekannt.

Für Fahrer eines Peugeot 307 besteht seit mindestens 2005 erhöhte Unfall- und Brandgefahr. Die Probleme, die in der vergangenen Woche den Rückruf von 240.000 Autos in Europa (davon 80.000 in Deutschland) auslösten, sind den Franzosen seit Jahren bekannt. Eine unzureichende Abdeckung des ABS- und ESP-Steuergerätes kann zu einem Kurzschluss und zum Ausfall der Systeme führen. Zudem besteht Brandgefahr. Das bestätigte der Hersteller auf Anfrage gegenüber AUTO BILD. Betroffen sind laut Peugeot alle 307-Versionen der Baujahre 2003 bis 2006. Bereits 2005 rief Peugeot 167.000 Autos zurück, 65.000 in Deutschland – seinerzeit allerdings erst zwei Tage nach einem Enthüllungsbericht in AUTO BILD. Damals kam es zu zahlreichen 307-Bränden. Ganze Garagen gingen aufgrund korrodierter Stecker an der ABS-Einheit oder eindringender Feuchtigkeit an einer Steckverbindung der Servopumpe in Flammen auf.

"Der neue Rückruf ist eine Fortsetzung der Aktion von vor zwei Jahren", bestätigt Peugeot-Sprecher Thomas Schalberger. Grund: Anders als zunächst angenommen, konnte das sicherheitsrelevante Problem 2005 nicht durch eine simple Isolierung eines Kabelstranges behoben werden. "Wir dachten damals, eine Lösung gefunden zu haben. Doch die Elektronik-Probleme blieben", berichtet ein Peugeot-Mitarbeiter. Nachdem die Franzosen nun alle technischen Prüfungen abgeschlossen haben, entschied sich der Hersteller zu einem aufwendigeren Rückruf. Die Steuergeräte werden bei den Händlern überprüft und notfalls komplett ausgetauscht. "Brandgefahr kann im schlimmsten Fall bestehen, ist aber nicht der Grund für den Rückruf", so Schalberger. Aus organisatorischen Gründen können 307-Fahrer erst ab Mitte September 2007 in die Werkstätten kommen.

Kommentar von AUTO BILD-Redakteur Hauke Schrieber

Unglaublich: Es gelingt Peugeot über Jahre hinweg nicht, ein sicherheitsrelevantes Problem zu lösen. Stattdessen fahren 307-Besitzer weiter im Irrglauben, in einem reibungslos laufenden Auto zu sitzen. Jetzt der Rückruf, Eingeständnis eigener Unfähigkeit. Immerhin reden sie sich nicht raus wie 2005, als Peugeot dreist von einer "freiwilligen Aktion" sprach. Hoffentlich haben 307-Fahrer bald Ruhe.

Autor: Hauke Schrieber

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