Fahrbericht Audi TT Clubsport

Audi TT Clubsport Audi TT Clubsport

Erlkönig Audi TT Clubsport

— 16.05.2008

Zu geil für diese Welt?

Die 2007er TT Clubsport-Studie war offenbar zu scharf für den TÜV. autobild.de hat den Erlkönig des Ingolstädter Extremisten erwischt – mit deutlichen Änderungen im Detail.

Die Überrollbügel ragen nun höher hinaus, die Spur fällt schmaler aus als beim TT Clubsport vom letzten Jahr. Und Türgriffe, solche, wie an jedem schnöden Serien-TT, die hat er jetzt auch. Wird das Publikum wieder applaudieren, so wie beim Original? Ab Mittwoch (21. Mai 2008) präsentiert Audi beim GTI-Treffen am Wörthersee einen weiterentwickelten TT Clubsport, der technisch deutlich mehr Chancen hätte, in Kleinserie zu gehen. Aber wollen die Fans den entschärften Extremisten? Offiziell ist die Entscheidung in Ingolstadt noch nicht gefallen, die Fans dürfen wieder einmal Jury spielen – Daumen rauf oder Daumen runter.

Der brave Serien-Roadster ist dagegen immer noch ein Weichei

Tribut an den TÜV: Die hinteren Überrollbügel sind beim Erlkönig in die Höhe gewachsen.

Der weiße Zweisitzer sieht immer noch radikal genug aus, um den braven Serien-Roadster zum Weichei zu degradieren. Der Kühlergrill in schwarzem Hochglanz stammt ebenso aus dem neuen Topmodell TTS wie die Bremsen, die 19-Zoll-Räder (aus dem RS6) stehen 66 Millimeter breiter auf der Straße. "Damit er leichter zu fahren ist", raunt ein Insider. Manche Radikal-Lösung am letztjährigen Original würde bei der technischen Abnahme gnadenlos durchfallen. Der TÜV verlangt einen vernünftigen Überrollschutz – daher wird die gekürzte Frontscheibe nun von seitlichen A-Säulen gestützt. Die hinteren Überrollbügel wachsen in die Höhe. Die elektrischen Türöffner des TT Clubsport waren ebenfalls nicht zulassungsfähig, aber die Serienteile garantieren zumindest, dass Retter die Türen auch dann sicher aufkriegen, falls der TT Clubsport mit einem Kopfstand in der Wiese gelandet ist.

Unter der Haube bleibt alles beim Alten

Blick in die Studie: Der Zweiliter-Turbo bringt es auf 302 PS und 420 Newtonmeter Drehmoment.

Schnöde Gesetze im Wettstreit mit Extrem-Lösungen. Man sieht die Entwickler förmlich ringen, den Charakter des TT Clubsport möglichst unbeschadet in die Serie zu retten. Innen sind die Instrumente wieder weiß/orange unterlegt, doch die Luftausströmer entstammen ebenso bekannten Audi-Modellen wie das Lenkrad (vom RS6). Immerhin blieb im Motorraum alles wie im Vorjahr. Der Zweiliter-Turbo bringt unverändert 302 PS und 420 Newtonmeter – nun traut sich also auch Audi mit Chip- und Turbo-Spielereien über die 300-PS-Schwelle. Bislang sind 265 PS im S3 das Maß der Ringe, und die dürften mit dem TT Clubsport kaum mithalten. Der offene Speedster sprintet in 4,9 Sekunden auf 100 und wird bei 250 km/h elektronisch eingefangen. Das alles geht nur mit quattro-Antrieb, die neue S-tronic packt Audi noch dazu.

Serienchancen? Mal sehen ...

Aber geht der TT Clubsport in Serie? Offiziell gibt es keinen Entscheid. Anscheinend tobt hinter den Audi-Kulissen der Kampf zwischen Technikern und Controllern, zwischen Enthusiasten und Kostenplanern. Fährt eine Kleinserie genug Geld ein? Wie viel darf ein TT Clubsport kosten? Fragen, die sich am Wörthersee, im Dunstkreis von Benzin, Bier und Bratwurst, sicher niemand stellen wird. Da zählt Gucken. Und Staunen. In der Bildergalerie: Exklusiver Fahrbericht mit der Studie des TT Clubsport!

Autor: Joachim Staat

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