Erlkönig BMW 7er (2009)

Die sieben Geheimnisse des neuen Siebeners Die sieben Geheimnisse des neuen Siebeners

Erlkönig BMW 7er (2009)

— 05.05.2008

Die Geheimnisse des neuen Siebeners

Mit eleganterer Optik, aufgewerteter Technik und einigen Überraschungen plant BMW das Comeback seines Flaggschiffs. Die fünfte Auflage des 7ers fährt im Frühjahr 2009 vor.

Auf dem Pariser Salon im Oktober debütiert die neue BMW 7er-Reihe. Bis unter das Dach vollgepackt mit neuer Technik, moderner Elektronik, innovativen Konzepten. Der neue 7er, eine Premiere mit sieben Siegeln? Das war einmal. AUTO BILD lüftet die Geheimnisse, die BMW in sein künftiges Flaggschiff hineinkonstruiert hat.

Das große Einmalsieben

1. Mild-Hybrid Was heißt Mild-Hybrid? Dass zwischen Automatikgetriebe und Verbrennungsmotor ein kleiner Elektromotor sitzt, der in Verbindung mit anderen Maßnahmen wie dem Starter-Generator und der Bremsenergie-Rückgewinnung den Verbrauch um etwa zehn Prozent senken soll. Mit Hilfe einer Trennkupplung können kurze Strecken sogar rein elektrisch bewältigt werden. Entwickelt hat BMW das System gemeinsam mit Mercedes. Die Stuttgarter kombinieren es in der S-Klasse mit Diesel, die Münchener setzen zunächst auf den Benziner.

Der 7er als 730d startet mit 235 PS.

2. Diesel mit Harnstoffbeigabe (Blue Performance)

Blau ist die neue Trendfarbe für saubere Diesel. Blau wie AdBlu, der Markenname für Harnsäure, die in Verbindung mit dem Speicherkat das Abgas nachhaltig reinigt. Zum Start gibt es den neuen 7er als 730d mit 235 PS und als 286 PS starken 735d. Doch bald wird nachgelegt: Die Leistung des Biturbo 735d steigt auf 299 PS, darüber soll ein Sechszylinder-Triplecharger mit drei Ladern und mindestens 350 PS den Wegfall des V8-Diesel im 740d vergessen machen.

3. V12-Biturbo
Der alte V12 hat ausgedient, aber der neue (N74B60) lässt nicht lange auf sich warten. Im 760i mobilisiert das doppelt aufgeladene Sechsliter-Kraftwerk (wieder als Direkteinspritzer) stramme 544 PS. In der zweiten Ausbaustufe sind ab 2011 sogar 571 PS angesagt. Die Umweltbelastung ist mit 13,1 Liter pro100 km und 360g CO2 pro 100 km für so ein Kraftpaket vergleichsweise gering. Auch dieser Motor wird mit der neuen Achtstufen-Automatik verblockt, die im Vergleich zur Sechsstufen-Box einen um zehn Prozent besseren Wirkungsgrad aufweisen soll.

4. Allradantrieb
Längst ist auch BMW auf den Geschmack gekommen und hat sich still und heimlich zum größten Premium-Allradhersteller der Welt gemausert. Da darf der neue 7er natürlich nicht zurückstehen. Deshalb ist mit Ausnahme von 730i und 730d demnächst auch für das Topmodell per optionalem xDrive mehr Traktion, mehr Stabilität und mehr Sicherheit im Angebot. Dazu passt die adaptive Luftfederung, mit der BMW spät kommt, aber doch zu A8 und S-Klasse aufschließt.

Die Heckleuchten mit LED-Lochblenden sind gewöhnungsbedürftig.

5. Variable Kraftverteilung zwischen den Hinterrädern (Dynamic Performance Control)
Drehmoment wegregeln ist schlecht. Denn das kostet Kraft und Vortrieb. Drehmoment verteilen ist clever. Denn damit wird immer jenes Rad optimal bedient, das noch genug Grip hat. Nach Art des X6 (dort ist DPC Serie) wird per Überlagerungsgetriebe auch die Hinterachse des neuen 7ers aufgewertet. Durch seine feinfühlige Regelung sorgt DPC für ein neutraleres Fahrverhalten mit weniger Untersteuern und stark reduziertem Übersteuern. Die Folge dürfte eine rundere Linie mit weniger Lenkbewegungen sein.

6. Hinterradlenkung
BMW schweigt zu diesem Thema noch, doch aus Zulieferkreisen dringen erste Informationen nach außen. Demnach geht es hier nicht um eine Einparkhilfe, die durch gegenläufig einschlagende Hinterräder den Wendekreis drastisch reduziert. Stattdessen ist mehr Fahrdynamik und mehr Fahrsicherheit das Ziel. Als Mittel zum Zweck dient ein kompakter elektrischer Stellmotor. Er betätigt die hinteren Spurstangen, die – synchron zu den Vorderrädern – einen kleinen Lenkwinkel von maximal zwei Grad aufbauen. Erhoffte Effekte: kein Aufschaukeln bei Hochgeschwindigkeits-Ausweichmanövern mehr und noch exakteres Ansprechverhalten der Lenkung bei jedem Tempo.

Trotz eines verbesserten iDrive fällt die Inflation der Tasten und Knöpfe ins Auge.

7. Neue Elektronik-Generation mit Online-Zugang

Der Weg ins World Wide Web bedeutet totale Vernetzung, staufreier Datenfluss, Kommunikation von Auto zu Auto (ein Wagen warnt den anderen vor Glatteis) und von Auto zur Infrastruktur (dynamische Verkehrsführung). Möglich macht's die neue Flex-Ray-Technik. Sie ist leistungsfähiger, kann bei Bedarf gelöscht und neu programmiert werden, steuert die komplette Kommunikationselektronik, arbeitet schnell und günstig. Nicht nur die Werkstatt ist künftig online mit dem Auto verbunden, auch zu Büro und Internet besteht eine direkte Verbindung. Ergänzt wird die Chip-Offensive durch neue und verbesserte Assistenzsysteme.

Anfang 2009 ist es so weit

Die fünfte Auflage des 7er-BMW startet Anfang 2009 als 5,10 Meter langes Basismodell. Sechs Monate später steht die Variante mit um 15 Zentimeter verlängertem Radstand bei den Händlern. Ebenfalls noch 2009 soll der kleine Rolls-Royce Premiere feiern. Der späte Nachfolger des Silver Shadow verwendet Chassis, Karosseriestruktur, V12-Antriebsstrang und die Elektronikplattform des neuen 7ers. Auf die RR-Limousine sollen ein viersitziges Coupé und ein zweisitziger Roadster folgen. 2011 bedient sich dann auch der CS im 7er-Teileregal. Das vom CS-Showcar abgeleitete viertürige Coupé kombiniert die 7er-Technik mit neuen Leichtbauelementen. Auf gleicher Basis entsteht mit dem Z9 ein exklusiver Sportwagen. Womit bewiesen wäre, dass in diesem Auto viel mehr steckt als die sieben enthüllten Geheimnisse ...

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Georg Kacher

Auch der neue 7er-BMW setzt mehr auf Status als auf Dynamik, aber das Design ist insgesamt gefälliger. Mit Luftfederung und Allradantrieb schließt BMW die wichtigsten Technik-Lücken. Der Mild-Hybrid ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, während der V8-Diesel stirbt und die Langversion die Chance einer eigenständigen Optik leider verpasst.

Autor: Georg Kacher

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