Ersatzteilpreise im ADAC-Vergleich
— 26.02.2013
Teure Originalteile
Der ADAC fordert einen liberalisierten Ersatzteilmarkt. Grund: Viele Komponenten seien ausschließlich über den Hersteller erhältlich – und viel zu teuer.
Bis zu 70 Prozent sparen Autofahrer laut ADAC, wenn sie sich beim Teilekauf auf dem freien Markt bedienen. Der Einsparung liegt ein konkretes Rechenbeispiel zugrunde: Ein Frontstoßfänger des Ford Focus kostet beim Hersteller 302 Euro, im freien Handel sei das gleiche Teil für lediglich 88 Euro erhältlich. Der ADAC bemängelt jedoch, dass viele Teile ausschließlich über den Hersteller erhältlich seien. Grundlage für das Monopol der Hersteller und die deftigen Preise ist der sogenannte "Designschutz", der in vielen Fällen den Nachbau sichtbarer Originalteile verhindert. Um die horrenden Preisunterschiede zwischen den Herstellern und dem freien Markt zu verdeutlichen, startete der ADAC eine Umfrage: Am Beispiel des Mazda6 (2. Generation, 2008-2012) ermittelte der ADAC die nachfolgenden Preisunterschiede zwischen Autohersteller und freiem Handel:
| Mazda 6: |
Autohersteller |
freier Handel |
| Kotflügel v. re. |
178 € |
138 € |
| Motorhaube |
372 € |
290 € + Fracht |
| Frontscheibe |
456 € |
290 € |
| Scheinwerfer re. |
362 € |
217 € |
| Frontstoßfänger |
362 € |
nicht erhältlich |
362 Euro kostet ein neuer Frontstoßfänger für den Mazda6. Auf dem freien Markt ist das Teil nicht verfügbar.
Autofahrer besitzen laut ADAC nicht genügend Wahlfreiheit, da Hersteller sich auch weiterhin das Milliardengeschäft mit den Ersatzteilen sichern wollten und keinen fairen Wettbewerb zuließen. "Wir wollen, dass Autofahrer bei Reparaturen die Wahl haben, wo und von wem sie sich einen neuen Scheinwerfer oder Stoßfänger montieren lassen", fordert ADAC Präsident Peter Meyer. Ziel des ADAC ist die vollständige Öffnung des Ersatzteilemarktes. Dieses Anliegen unterstützt auch der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) sowie der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). In vielen Ländern Europas ist der freie Handel mit Erstatzteilen längst Usus. "Gewinner müssen die Verbraucher sein. Wir fordern für den deutschen Autofahrer nur das, was es in vielen europäischen Ländern schon längst gibt", so Peter Meyer.
Weitere Preisunterschiede am Beispiel des VW Golf VI und des Ford Focus finden Sie in der Galerie.
Kommentare zum Artikel (1)
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Zum Thema Verschleißteile sollte man jedoch Aufpassen.
Viele Teile wie Bremsen, Fahrwerkskomponenten oder Auspuff können eine sehr schlechte Qualität haben. Ein Klassiker sind Ebay Angebote. Sind keine Hersteller bei dn Angeboten genannt sind das billig gefertigte Teile die sehr schnell wieder kaputt gehen. Man muss sich schon Informieren, welche Hersteller im welchen Segment führend sind, z.B Bremsen: ATE, Brembo usw.
Oreginal Teile vom Hersteller sind wohl die am teuersten Teile, das stimmt schon, nur diese sind auch qualitativ mit am hochwertigstem.