Ford lässt Anfang 2009 den Focus RS aus dem Stall. Den gab es bislang nur als grün lackiertes Showcar mit 300 PS. Der Showcar-Zusatz und die grüne Farbe sind Geschichte. Die 300 PS nicht.
Von Jochen Knecht Abgesehen von diversen
Öko-Autos hatte die
British International Motor Show 2008 in London eigentlich nur zwei echte Stars zu bieten: den
Opel Insignia und den
Ford Focus RS. Letzterer führte an der Themse noch offiziell den Zusatz Showcar im Namen – so also ob zu diesem Zeitpunkt die Serienfertigung des giftgrünen Rallye-Zivilisten nicht längst beschlossene Sache gewesen wäre. War sie aber. Und das wussten natürlich auch die
RS-Fans auf der ganzen Welt, die unmittelbar nach der London Motor Show begannen, nach den gut angelegten RS-Notgroschen auf der Bank zu sehen. Jetzt können die RS-Jünger so langsam damit anfangen, die eingemotteten Renn-Schuhe wieder einzulaufen – im März 2009 werden die ersten RS zu den Händlern kommen. Die ersten Bilder haben die englischen Kollegen von
iMotor und
Auto Express aufgetrieben – jetzt gibt es den Focus-Überflieger auch in blau zu sehen.
In Sachen Leistung kommt nach dem Focus RS ganz lange nichts
Viel verändert hat sich gegenüber dem London-Auftritt nicht. Der grüne Attacke-Lack ist Geschichte. Der Namens-Zusatz Showcar auch. Die 300 PS natürlich nicht. Im Gegenteil. Im Serientrimm kommt der RS gar auf 305 PS. Sie stammen aus dem 2,5 Liter großen Turbo-Fünfzylinder, der auch im zivileren
Focus ST installiert ist – dort aber nur 225 PS aus den Brennräumen spuckt. Mit dem Sprung über die 300-PS-Hürde hat
Ford ab März 2009 den bislang stärksten Kompakt-Renner im Angebot.
Audi schickt den
S3 mit vergleichsweise bescheidenen 265 PS auf die Piste,
Opel den
Astra OPC gar "nur" mit 240 PS. Und die
Golf-GTI-Fangemeinde kann beim Duell der PS-Giganten vielleicht noch eine Statisten-Rolle abstauben. Ihr Spielmobil wird in der nächsten Ausbaustufe nominal mit lediglich 210 PS antreten.
In weniger als sechs Sekunden fällt die 100-km/h-Marke
Den Dachkanten-Spoiler kennen Rallye-Fans vom WM-Focus. Jetzt gibt es den Bürzel auch für die Straße.
Geblieben ist dem
Ford Focus RS sein Anabolika-Körper mit dick ausgestellten Radhäusern, einem Diffusor unter der Heckschürze, Nasenlöchern in der Motorhaube und stattlichen 19-Zoll-Rädern. Das wird nicht jedem gefallen, steht einem PS-Überflieger aber durchaus zu. In Sachen Preise und Fahrleistungen hat Fords Abteilung Attacke nun endlich die Hosen runtergelassen: Das maximale Drehmoment des frontgetriebenen RS liegt offiziell bei 440 Newtonmetern. Damit rennt der RS in 5,9 Sekunden von Null auf 100 Sachen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Ford bei 263 km/h. In Österreich muss 39.000 Euro bereithalten, wer einen Focus RS mit nach Hause nehmen will. In Deutschland dürfte es der eine oder andere Euro mehr sein.
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