Erste Fahrt im VW BlueSport

Erste Fahrt im VW BlueSport

— 05.06.2009

Rock'n'Roll auf Rädern

So ein verrücktes Ding wie die Studie Concept BlueSport hat VW schon lange nicht mehr gebaut. Ein heißer Feger, der den Roadster-Markt ab 2012 aufmischen könnte. autobild.de durfte ihn schon fahren.

Scharfe Kurven im knappen Blechkleid, zwei Sitze, manuelles Stoffverdeck. Aus diesen Zutaten werden Traumautos gebaut, die man eher bei Alfa Romeo als bei VW erwartet. Denn Europas größter Autohersteller hat zwar zahlreiche Bestseller im Programm, einen so aufregenden Sportwagen hat man aber seit dem seeligen VW-Porsche (1969 bis 1976) in Wolfsburg nicht mehr gesehen. Der BlueSport ist eine gut gebaute Versuchung mit knackigen Proportionen. 3,99 Meter lang und mit 1,26 Metern gerade hoch genug, dass man mit dem Po nicht gleich auf der Straße sitzt.

Der spartanische Innenraum reicht für zwei, die sich gern haben

Der Innenraum ist so puristisch eingerichtet, wie man es von einem Roadster erwartet: zwei kernige Sportsitze mit Lederbezug, ein griffiges Lenkrad, sachliche Instrumente. Das Platzangebot reicht für zwei, die sich gern haben. Zwei Kofferräumchen (112 Liter vorn, 70 Liter hinten) für das Wochenendgepäck gibt es auch. Beim Verdeck werden ebenfalls keine Kompromisse gemacht. Statt Stahlklappdach schützt eine schlichte Stoffmütze vor Regen. Sie lässt sich mit einem Handgriff zuziehen und per Zentralverschluss verriegeln. Alles manuell, versteht sich.

Ohne Drosselung soll der Dieselbrenner 226 km/h Spitze schaffen

235er (vorn) und 245er Breitreifen (hinten) krallen sich förmlich in den Asphalt.

Direkt hinter den beiden Passagieren befindet sich der Antrieb. Der Motor ist kein Brüller – in diesem Fall mehr Kompliment als Kritik. Der 2,0-Liter-TDI-Diesel schnattert und schnauft vergnügt, während er den Roadster beachtlich anschiebt. Die Studie wurde zwar auf Tempo 96 gedrosselt, man traut dem 180 PS starken Dieselbrenner aber die versprochenen Fahrleistungen ohne zu zögern zu (0 auf 100 km/h in 6,6 Sekunden, 226 km/h Spitze). Der Verbrauch soll lediglich 4,3 Liter (CO2: 113 g/km) betragen. Eine Start-Stopp-Automatik hilft in der Stadt beim Sparen.

Rasantes Spiel der Kräfte

Das 1200-Kilogramm-Leichtgewicht fegt so dynamisch und agil über die Straße, dass es die reine Freude ist. Mittelmotor und Heckantrieb lassen viel spüren vom Spiel der Kräfte. 235er (vorn) und 245er Breitreifen (hinten) krallen sich förmlich in den Asphalt. Ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, das per Schalttasten am Lenkrad auch manuell betätigt werden kann, regelt die Kraftübertragung. Eigentlich überflüssig, denn der Kraftfluss geschieht im Automatik-Modus so perfekt, das man schnell die Lust an der lästigen Schaltarbeit verliert.

Die Chancen für eine Serienfertigung stehen gut

autobild.de-Redakteur Axel Sülwald hat gut lachen: Als einer der ersten durfte er im BlueSport eine Ausfahrt machen.

Wie man aus VW-Kreisen hört, hat der Roadster gute Chancen auf Serienfertigung. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus. Auf jeden Fall würde dieser puristische Renner die gesammte VW-Familie (u. a. Audi, Seat, Skoda) bereichern und sogar Porsche als Einstiegsmodell gut zu Gesicht stehen. Wenn es grünes Licht für dieses Projekt gibt, könnte das Serienauto 2012 Premiere feiern. Da es mit dem Mazda MX-5 schon einen sehr erfolgreichen Konkurrenten am Markt gibt, muss sich VW preislich am Japaner orientieren. Und der startet derzeit bei 22.000 Euro.

Autor: Axel Sülwald

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