Erste Fotos des neuen BMW Z4

BMW Z4 Roadster BMW Z4 Roadster

Erste Fotos des neuen BMW Z4

— 13.12.2008

So kommt der BMW Z4

Ab Mai 2009 gehört der beste Platz im Schaufenster der BMW-Händler dem neuen BMW Z4. Der Zweisitzer kommt mit Metall-Klappdach, starken Sechszylindern und selbstbewussten Preisen.

Während die drei großen amerikanischen Autobauer gemeinsam in den Untergang rumpeln, sorgt BMW dafür, dass die Detroit Motor Show (11. bis 25. Januar 2009) nicht völlig zur automobilen Trauerveranstaltung verkommt. Die Bayern haben am Lake Michigan den neuen BMW Z4 im Gepäck, den sie ganz gerne im Land der ehemals unbegrenzten Möglichkeiten in großer Zahl unter die Leute bringen würden – trotz Absatzkrise und Wirtschafts-Kollaps. Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht. Denn was BMW-Designchef Chris Bangle und sein Team da auf die Räder gestellt haben, sieht lecker aus – wenn man auf klassische Roadster-Proportionen steht und Geschmack am unmittelbaren Nebeneinander von gewölbten Flächen und scharfen Kanten gefunden hat.

Die wuchtige Front bringt Pluspunkte beim Fußgängerschutz

Letzteres kann der Meister nämlich auch bei der zweiten Z4-Generation nicht lassen. Man könnte an dieser Stelle viel über die nach oben gebogenen, fies zusammengekniffenen Scheinwerfer erzählen – wenn sie nicht von der XXL-Niere in den Schatten gestellt würden, die die BMW-Designer dem Z4 vor die endlos scheinende Motorhaube montiert haben. Den Trend zur Riesen-Nase kennen wir schon vom neuen 7er. Da ist es nur konsequent, dieses Stilmittel auch für den Z4 zu verwenden. Das finale Urteil darf sich gerne jeder selbst bilden. Unfallforscher sind schlicht entzückt – ist die wuchtige Front doch wie gemacht für ein punktereiches Abschneiden bei der Fußgängerschutz-Wertung des EuroNCAP-Tests. BMW-Fans lässt das Gezeter ums Design traditionell kalt. Was wirklich zählt, sind die technischen Qualitäten des 4,24 Meter langen Z4. Und die sind so zahlreich wie die Kanten in seinem Blechkleid.

In 20 Sekunden macht sich das Metall-Klappdach hinter den Sitzen klein

Das zweiteilige Alu-Klappdach braucht 20 Sekunden für die Auf-und-zu-Aktion.

Ganz wichtig: Der neue Z4 ist ein Einzelkind. Mit dem Verkaufsstart am 9. Mai 2009 ist das Z4 Coupé Geschichte. Unwiederbringlich. Der Grund besteht aus Aluminium und macht sich auf Knopfdruck in 20 Sekunden hinter den Sitzen klein: das neue Metall-Klappdach. Metall-Klappdach – das klingt für Roadster-Puristen nach schnarchigen Wochenend-Ausflügen, Nacken-Heizung und Zugluft-Panik oder schlicht: nach dem Ende des automobilen Roadster-Abendlandes. Das kann man so sehen. Muss man aber nicht. Denn die massive Mütze hat durchaus ihre Vorteile, muss in Zeiten leichter Hightech-Materialen kein Grund für zähes Fahrverhalten sein und schadet, wenn man sich den Erfolg des Mercedes SLK betrachtet, den Verkaufszahlen in keinster Weise. Ob die bewährte Zielgruppe so bei der Stange bleibt, ist allerdings eine ganz andere Frage.

Drei Sechszylinder zum Start

An der Motorleistung sollte es nicht liegen. Der neue Z4 geizt unter der Haube nicht mit Leistung. Zum Start sind ausschließlich Sechszylinder-Modell im Angebot. Kleinstmögliche Wahl ist der 204 PS starke Z4 23i, der offiziell Z4 sDrive 23i heißt. 35.900 Euro werden für den Basis-Z4 fällig. 3000 Euro mehr, als für den kleinsten Sechszylinder des Vorgänger-Modells (2,5i, 177 PS) fällig wurden. Die nächste Stufe auf dem PS-Tableau nimmt der Z4 30i ein. 258 PS für 42.900 Euro. Bis zum Start der M-Version an der Spitze der Z4-Familie steht der 35i, der ein Loch von 47.450 Euro ins Budget reißt, dafür aber auch 306 PS zu bieten hat. Dirigiert wird die Kraft mit Hilfe einer manuellen Sechsgang-Automatik, die auf Wunsch und gegen Aufpreis auch gegen eine Sechsgang-Automatik (25i, 30i) oder ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (35i) ersetzt werden kann. Das Fahrwerk des Z4 kann serienmäßig per Knopfdruck (Fahrdynamik Control) in drei Stufen versportlicht werden. Zusätzlich steht ein M-Sportfahrwerk zur Wahl.

Die zusätzlichen Zentimeter gehen aufs Gewicht und bringen Platz

Alles in Ordnung: Viel Platz und sauber sortierte Bedienelemente schaffen Ordnung im Cockpit.

Mit Maßband und Waage als Messlatte ist der neue Z4 ein echt dicker Brocken. 15 Zentimeter Extra-Länge treiben das Leergewicht eines Z4 25i auf 1480 Kilo. Zum Vergleich: Das Top-Modell des Vorgängers war nur fünf Kilo schwerer. Die Kehrseite der Medaille: das Platzangebot. Cockpit und Kofferraum sind für Roadster-Verhältnisse großzügig geschnitten. Selbst bei geöffnetem Verdeck schluckt das Gepäckabteil 180 Liter. Der Arbeitsplatz ist mit sechs Airbags für den Fall der Fälle gerüstet und wirkt längst nicht so verspielt wie die Kommandozentrale des aktuellen Z4. Runde Bedienelemente und ein im Armaturenbrett versenkbarer Navi-Bildschirm sorgen für einen aufgeräumten Look. Erstmals kann auch das iDrive-Bediensystem für den Z4 geordert werden – inklusive der Luxus-Module (Internet, Bluetooth-Telefonie, iPod-Integration), die bislang dem 7er vorbehalten waren.

Efficient Dynamics gibt es ab Werk

Versierter Formgestalter: BMW-Designchef Chris Bangle trieb auch dem neuen Z4 die legendären Kanten ins Blech.

Bleibt die Frage nach dem grünen Gewissen, die bei BMW wie gehabt mit "Efficient Dynamics" beantwortet wird. Der große Zweisitzer setzt mit Bremsenergie-Rückgewinnung, bedarfsgerechter Steuerung der Nebenaggregate, Schaltpunktanzeige , optimierter Aerodynamik und Leichtlauf-Reifen Maßstäbe im Roadster-Segment. Die Start-Stopp-Automatik, die BMW für die meisten anderen Efficient-Dynamics-Modelle anbietet, fehlt allerdings. Noch. Ein bisschen Innovation muss ja für die Vierzylinder-Modelle auch übrig bleiben. Oder sogar für einen Diesel-Z4? Wir werden sehen.

Daten und Preise
Modell Leistung 0-100 km/h Preis
BMW Z4 23i 204 PS 6,6 Sekunden 35.900 Euro
BMW Z4 30i 258 PS 5,8 Sekunden 42.900 Euro
BMW Z4 35i 306 PS 5,2 Sekunden 47.450 Euro

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